Slough Feg - New Organon

Review

SLOUGH FEG kommen nach gut fünf Jahren endlich mit einem neuen Album um die Ecke. Nach einem Ausflug zu Metal Blade Records, wo im Jahr 2014 „Digital Resistance“ erschien, sind die Jungs wieder bei Cruz del Sur Music unter Vertrag. Dort erschienen Ende der 2000er bockstarke Platten wie „Hardworlder“ (2007) oder „The Animal Spirits“ (2010). Darf man mit „New Organon“ jetzt ein knackiges Comeback erwarten?

„New Organon“ – Was taugt das neue Werkzeug?

Erwarten darf man ja bekanntlich vieles. Was aber am Ende dabei rauskommt, steht wieder auf einem anderen Blatt. Mit „Headhunter“ stimmen SLOUGH FEG jedenfalls sehr sperrig und unspektakulär auf das neue Album ein. Mit den folgenden Tracks – das muss an dieser Stelle leider gesagt werden – wird es nicht viel besser. Immerhin können „Being and Nothingness“ und der Titelsong „New Organon“ diesen Ersteindruck wieder etwas ausbügeln. Der kurze und uninspirierte Schlepper „Sword of Machiavelli“ holt den Zuhörer dann aber auf den Boden der Tatsachen zurück, wohingegen „Uncanny“ wieder begeistern kann.

SLOUGH FEG stehen seit jeher für kauzigen Heavy Metal, der nur sich selbst und alte MANILLA ROAD-Alben als Maßstab hat. Verhältnismäßig kurze und unkonventionelle Songs gehören zur Band-Historie, ebenso wie der raue Sound, den auch dieses Mal wieder Justin Weis abgemischt hat. Speziell und eigenwillig war die Band schon immer.

Dieses Mal will aber nichts von der Formel zünden, die Alben wie „Down Among The Deadman“ und „Traveller“ zu kleinen Klassikern des neuen Jahrtausends werden ließ. Vielleicht liegt es daran, dass sie in einer Zeit entstanden, als traditioneller Heavy Metal die Nische der Nische und jedes Album dieser Stilrichtung ein absoluter Exot war. Der verschrobene und ungeschliffene Sound von SLOUGH FEG klang trotz der Fokussierung auf die 80er immer frisch und unverbraucht.

SLOUGH FEG erreichen dieses Mal nicht ihr gewohntes Niveau

„New Organon“ hingegen, sieht sich zahlreichen Mitbewerbern gegenüber, die auf deutlich ansprechendere Weise an die Traditionen der Vergangenheit anknüpfen. Die Rausschmeißer „Exegesis / Tragic Hooligan“ und „The Cynic“ mit ihren THIN LIZZY-Anleihen laden zwar zum Mitnicken ein, können den Tag aber auch nicht mehr retten. Insgesamt wirkt das Album kraftlos und schwach auf der Brust, was auch am dünnen Sound liegen mag.

Auch wenn Bandkopf Mike Scalzi sich am Mikro und an der Gitarre alle Mühe gibt, verströmt das Album eine Aura der Belanglosigkeit. Gerade im direkten Vergleich mit den Vorgängern kann es sich, von den genannten Lichtblicken abgesehen, nicht behaupten. Fans könnten mit „New Organon“, vor allem mit dem Kracher „Uncanny“ und dem Titelsong, dennoch ihren Spaß haben, laufen aber auch Gefahr, enttäuscht zu werden.

07.06.2019

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