Solefald - Red For Fire An Icelandic Odyssey Part I

Review

Das Warten auf eine SOLEFALD CD gleicht fast dem vorweihnachtlichen Warten auf die Öffnung des Christkindelzimmers. Und oft entscheidet eben auch das, was sich hinter dieser Tür verbirgt über den weiteren Verlauf des Abends, denn mit Kleinigkeiten ist man in unserer Konsumgesellschaft schon lange nicht mehr zufrieden. Die Erwartungen werden immer höher und lassen nur noch wenig Spielraum nach oben.

Ähnlich ist es auch bei SOLEFALD, deren Werke für mich immer eine Steigerung darstellten. Entfesselt vom humoristischen Projekt STURMGEIST, macht sich Cornelius erneut daran mit seinem Kollegen Lazare ein Paket zu schnüren, das den verwöhnten Hörer ausreichend bedient. Aber wenn man tief in sich geht, sind es doch nicht die opulenten materialistischen Geschenke, die einem in Erinnerung bleiben, sondern die, die aus dem tiefen Inneren kommen. SOLEFALD halten dies wohl auch so und bescheren uns mit „Red For Fire – An Icelandic Odyssey Part I“ ein Werk tief aus der Seele der Musiker, voller Hingabe und Leidenschaft. Eine fantastische Reise durch die Unwegsamkeiten und die Schönheit des Nordens. Eine klangliche Reise über schroffe Felsenwüsten und wunderschöne Landschaftszüge. Krachende Gitarrenwände stellen sich gegen fragile Violinen-Parts, die untermalt von fast jazzigen Saxofonmelodien das Grundgerüst des avantgardistischen Werkes bilden. Die Musik lebt von allgegenwärtigen Gegensätzen und Spannungen, die den Hörer förmlich in das Geschehen reißen.

„Red For Fire“ hat viele unglaublich ergreifende Momente, die sich über das ganze Album verteilen und somit das Geschehen nur als Gesamtkunstwerk funktionieren lassen. SOLEFALD erwarten vom Hörer, den gesamten Weg zu gehen, um am Ende jeden noch so kleinen Wegpunkt schätzen zu können. Kopfhörer auf und abtauchen in die Welt von SOLEFALD. Große Musik für lange Wegstrecken.

22.11.2005

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3 Kommentare zu Solefald - Red For Fire An Icelandic Odyssey Part I

  1. Thomas sagt:

    diese scheibe ist göttlich! solefald verbinden auf "red for fire" ALLES, was der metal an gefühlen zu bieten hat, zu einem klanguniversum, das man nie wieder verlassen möchte. zerbrechliche, an my dying bride erinnernde violinen stehen nicht neben den warmen saxophonparts, sondern verschmelzen mit ihnen. dazu der behutsame gesang und songs wie das unglaubliche "sun i call" werden zu meilensteinen! daneben finden sich schroffe, aggressive songs wie das kreator-soundalike "survival of the outlaw", das keinen krasseren kontrast zum gefühlvollen opener zulassen könnte. progressive massive vermischen sich mit den seltsam-schön anmutenden, immer leicht dissonanten gesangslinien ("white frost queen"!) und unglaublich schönen ruhigen stellen voller sehnsucht und tiefgang. nach dem schwer zugänglichen "in harmonia universali" macht "red for fire" endlich wahr, was dessen titel verprach.

    9/10
  2. narrenkappe sagt:

    hin und wieder kommen gute fragmente zum vorschein, aber im großen und ganzen lässt es mich genauso kalt, wie schon der vorgänger. so ne art sirrah meets silent stream of godless elegy in schlecht – ahja, und mal wieder extrem avantgardistisch das ganze, früher hätte man einfach gothic metal dazu gesagt…

    4/10
  3. darkul sagt:

    Immer wieder diese unkreativen dummen Kommentare, die man streichen könnte, inclusive meinem. Solefald ist einzigartig und Gothic Metal ist etwas anderes.

    10/10