Strapping Young Lad - City

Review

Diese CD kam vorgestern hier an (erscheint übrigens laut Century Media im April ’97, also in knapp fünf Monaten!) und heute ist sie immer noch im Laufwerk und rotiert vor sich hin, während ich mich verwundert frage, was mir an dieser CD so gut gefällt. STRAPPING YOUNG LADs Erstlingswerk „Heavy As A Really Heavy Thing“ überlebte hier nämlich satte 20 Minuten, bis es aus dem Laufwerk gerissen wurde und der Wand entgegenflog.

Im allgemeinen haben sich die Zutaten bei „City“ nicht sehr verändert: STRAPPING YOUNG LAD mischen immer noch alles zusammen, was ihnen in die Quere kommt wie Industrial, Techno, Death Metal, Thrash Metal, Doom Metal, Punk, Hardcore usw. Nur wurde auf „Heavy As A Really Heavy Thing“ alles übereinandergelegt und das Ergebnis erschlug einen einfach, da man kaum noch irgendetwas aus dem Klangwust heraushören konnte. Das ist auf City ganz anders geworden. STRAPPING YOUNG LAD haben gelernt, die verschiedenen Musikstile in vernünftige Portionen aufzuteilen, so daß das Ergebnis endlich Strukturen erkennen läß und manche Songs einen bestimmten Stil mehr hervorheben als andere.

Die ersten fünf Songs klingen stellenweise z.B. verblüffend stark nach FEAR FACTORY oder vielmehr nach einem FEAR FACTORY was sich nach der „Soul Of A New Machine“ nicht in Richtung klarerer Vocals und Songstrukturen entwickelt hat, sondern in Richtung kalter Drums und leicht verzerrter Vocals: Abwechslungsreiche Songs gespickt mit kalten Industrial-ähnlichen Drums, Doublebass und gemischten Vocals, wobei bei „Home Nucleonics“ sich sogar leichte Death Metal-Vocals zu den sich abwechselnden Vocals gesellen. Danach kommt dann die echte Überraschung: „AAA“ bricht abrupt mit dieser Mischung und klingt nach KORN, also Hardcore. Der folgende Song, „Underneath The Waves“ fängt mit einer kurzen Double Bass-Orgie á la NAPALM DEATH an, um kurz darauf wieder in einem extrem schnellen Geknüppel mit FF-ähnlichem Stil zu versinken. Und was könnte anderes nach einem solchen Song kommen als… Melodic/Doom Metal! STRAPPING YOUNG LAD versuchen sich an einem sehr langsamen und melodischen Song mit Keyboard-Elementen und leicht kratzig gesungenen Vocals, der wirklich wie eine Synthese aus Melodic Metal und Doom Metal anmutet. Und als wäre das nicht schon genug der Verwirrung, ist das Intro des darauffolgenden „Spirituality“ stark an SAMAELs „Into The Pentagram“ (Im Stil der „Rebellion“) angelehnt, um danach zu einem sehr langsamen, melodischen Song zu mutieren, der jeder Beschreibung strotzt (Doom + Melodic + Punk + gemischte Vocals usw.).

STRAPPING YOUNG LAD sind einfach nicht beschreibbar (multi-dimensional extreme Metal, laut Promo-CD). Sie mischen wirklich alles miteinander, was eigentlich überhaupt nicht zusammenpassen dürfte und am Ende kommt eine faszinierende Mischung heraus, die einen gar nicht mehr los läßt. Auch wenn es in dem Review vielleicht so klingen mag, als würden sich SYL ihre Songs zusammenklauen, ist das nicht so. Die Songstrukturen haben nur ein wenig Ähnlichkeit, ansonsten sind SYL wirklich absolut einzigartig!

Wenn ihr also Lust auf etwas andere aber dennoch sehr extreme Musik habt, dann solltet ihr euch dieses Album einmal anhören. Seid aber gewarnt: STRAPPING YOUNG LAD kann man nur lieben oder hassen!

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24.12.1996

Der metal.de Serviervorschlag

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6 Kommentare zu Strapping Young Lad - City

  1. Fleischwolf sagt:

    Die Messlatte schlechthin, meine ewige Nummer 1 seit ihrem Erscheinen. Eine echte Droge, wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist. Grandios!

    10/10
  2. Anonymous sagt:

    Einfach nur geil, was S.Y.L. hier abliefern: High Speed und Härte, Melodien und aggressiver Gesang, ohne in brachiale Grunzorgien abzudriften, hier knallt es wirklich. Vor allem "Detox", "Home Nucleonics" und "Underneath the waves" gehn tierisch ab, letzterer hat sogar nen schön melodischen Chorus. Wer auf Härte steht aber Death/Black Metal/Grind nicht mag sollte diese CD mal antesten !

    9/10
  3. Anonymous sagt:

    Ein Meisterwerk des modernen Metal! Für mich gleichbedeutend wie Fear Factory’s ‚Demanufacture‘ und Machine Head’s ‚Burn my Eyes‘. Die CD kann vom ersten bis zum letzten Song einen so extremen Spannungsbogen beibehalten, wie es nur ganz wenige Alben schaffen. Einfach geil!!

    10/10
  4. sascha sagt:

    Truhe, du Scherzkeks, so ein Werk als Hardcore zu bezeichnen ist reine blasphemie 😀

    Mal ganz davon abgesehen:
    Das, neben The New Black, beste Werk 😉

    10/10
  5. sickman sagt:

    Eine gute Scheibe, die ich im Nachhinein jedoch etwas überbewertet finde, denn die genialsten Melodien aus DEVIN TOWNSENDs Feder sollten erst später für diese Band geschrieben werden. Dennoch für die damalige Zeit ein richtiger Kracher. Brutal, hart und wild.

    7/10
  6. Bastian sagt:

    Ein Kandidat für die Liste der "ewigen Metalalben", selbst wenn diese Liste nur 5 Plätze haben sollte. In Sachen Extrem-Metal und Wall-of-Sound-Production definitiv DER Höhepunkt in Devin Townsends Schaffen. Dieses Level wurde auf späteren Alben nie wieder erreicht. Aber das wollte Townsend ja auch gar nicht.

    9/10