Suicide Silence - Sacred Words

Review

Galerie mit 9 Bildern: Suicide Silence - Live in Dresden

Wie pietätlos ist es eigentlich, darüber zu spekulieren, inwiefern der Tod Mitch Luckers SUICIDE SILENCE wohl auch in finanzieller Hinsicht zurückgeworfen haben dürfte? Im Zuge einer solchen Resterampen-Veröffentlichung wie „Sacred Words“ wohl nicht allzu sehr. Schließlich konnten die einstigen Deathcore-Heroen auf ihrer letzten Europatournee teils nur noch ein Drittel der üblichen Hallengröße für sich beanspruchen. Und auch Lucker-Ersatz Eddie Hermida ist nun plötzlich gewillt, sich wieder neben seinen ex-ALL SHALL PERISH-Kollegen einzureihen.

„Sacred Words“ selbst stellt zunächst insbesondere die auf „You Can’t Stop Me“ neugewonnene Riffstärke der Truppe zur Schau. Ist natürlich nicht so, als ob JOB FOR A COWBOY diese Art von Deathcore nicht schon vor zehn Jahren besser und spannender auf Platte gebannt hätten. Oder dass einstige Death-Metal-Bands wie KATAKLYSM die Anbiederung an moderne, brachiale Spielweisen um ein Vielfaches besser gelingt. So sorgt Hermida zwar gerade noch so für einen gewissen stimmlichen Mehrwert, ansonsten liefern SUICIDE SILENCE lediglich plumpe Harmonie-Hooks und Breakdowns aus der Dose.

Doch immer wenn man denkt, belangloser geht’s nicht mehr, kommen von irgendwo Live-Bonus-Tracks daher. „Cease To Exist“ und „Inherit The Crown“ erinnern mit Vergnügen daran, dass es auf besagter Platte ja auch durchaus noch substanzloser zuging. Gerade letztgenannter Track besticht mit einer Mixtur aus erschreckend schwachen Blastbeats und einfallslosem Rumgedjente, das etwa soviel musikalisches Herzblut vermittelt wie zwanzig Pfund frisch Gehacktes. Und wenn wir schon beim Thema sind, ist es natürlich freudig zu erwähnen, dass Hermida weitestgehend auf die Lucker’schen Schreie eines abgestochenen Schweins verzichtet – eine von seinem Vorgänger perfektionierte Taktik, um garantiert jedes Konzert der Kalifornier in die Ungenießbarkeit zu treiben.

Quo vadis, SUICIDE SILENCE? Zwar hat die Band mit Mitch Lucker lediglich einen mittelmäßigen Vokalisten, aber zugleich auch die wohl wichtigste Identifikationsfigur eines ganzen Genres verloren. Wird die damalige Deathcore-Instanz von nun an objektiv aufs Musikalische reduziert, muss früher oder später auch der letzte Fanboy erkennen, dass die Band jegliches Potential, in der oberen Deathcore-Liga mitzumischen, verspielt hat. Hierfür können Stücke wie „Sacred Words“ jederzeit als Beweisstück herangezogen werden.

22.11.2015

Ja, weißt du … das ist vielleicht … deine Meinung, Mann.

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Suicide Silence auf Tour

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