Suicide Silence - No Time To Bleed

Review

Galerie mit 9 Bildern: Suicide Silence - Live in Dresden

Ich für meinen Teil fand das Debüt dieser jungen kalifornischen Band ja durchaus vielversprechend. „The Cleansing“ mangelte es zwar etwas an der Abwechslung, Potenzial hörte ich auf dem Großteil der Nummern aber durchaus und attestierte der Band, sollte sie zu einer kleinen Steigerung im Stande sein, durchaus Chancen auf einen der vorderen Plätze im mitunter so unsäglichen, konstruierten Deathcore-Genre.

Umso größer ist nun die Ernüchterung, denn trotz zahlreicher Versuche, mit dem neuen Material warm zu werden, bleibt für mich am Ende nur die Feststellung, dass SUICIDE SILENCE es scheinbar nicht geschafft haben, den entscheidenden Schritt nach vorne zu machen. Die neue Scheibe trägt den Titel „No Time To Bleed“ und obwohl man an einigen Stellen das Bemühen um einen gewissen Fortschritt und die eigene Note zu spüren glaubt, sind die allermeisten Nummern doch nur exakt das geworden, was in diesem Genre um jeden Preis zu vermeiden gilt: angesagt, aber zahnlos. Der Opener „Wake Up“ ist stumpfes, uninspiriertes Gebolze, das zwar immer noch ein klein wenig groovt, aber keinerlei Spannung und inhaltliche Glanzpunkte besitzt. SUICIDE SILENCE klingen plötzlich wie das Gros ihrer Kollegen steril und undurchlässig, die Songs scheinen bis auf wenige Ausnahmen von der Maschine im Akkord konstruiert worden zu sein, und dass man versucht, durch den einen oder anderen Effekt an den Gitarren noch ein paar Leute zu erschrecken, wirkt dabei leider eher verzweifelt.

Dazu kommt erneut der Übermüdungsfaktor. Spätestens nach der Hälfte ist alles gesagt, und obwohl die Vocals im Grundsatz fies und hasserfüllt sind, ergießt sich über dem Hörer kein Gift, sondern allenfalls heißes Wasser. Zu wenig Akzente setzen die Instrumentalisten, zu wenig mitreißendes Potenzial bieten die Songs. Stumpf ist Trumpf – in diesem Falle wäre das „T“ eher durch ein „S“ zu ersetzen. Vorsicht, nicht versinken!

Schade um die vertane Chance, aber außer aufmüpfigen Szene-Kindern, die ihren Musikgeschmack und ihre Lieblingsbands für besonders innovativ halten, werden auch SUICIDE SILENCE in dieser Form nicht viele Leute hinter dem Ofen vorlocken.

08.06.2009

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2 Kommentare zu Suicide Silence - No Time To Bleed

  1. dysmoo sagt:

    Das Album gehört defintiv 10.000 Kilometer unter die Erdoberfläche das es keine Sau hören kann….. 0% Reim, irgendwie aneinandergeordenete Riffs, grauenvoll, na ehrlich?! Wollen die aufhören? Das haltet ja kein Mensch aus, dass erste Album war aufjedenfall Anfängerglück, dass steht jetzt für mich fest.

  2. Anonymous sagt:

    also mir persönlich gefällt "no time to bleed" besser als "the cleansing". mein problem mit the cleansing war dass es spätestens ab dem 10.lied langweilig wird und sich wiederholt. das problem hab ich bei dem neuen album nicht so sehr. sehr positiv finde ich unter anderem das lied ..and Then She Bled das dem hörer eine pause gönnt und damit auch irgendwie den fluss des albums am laufen erhält. außerdem sind viele gute lieder dabei die sich auch gerne im kopf festsetzen.

    8/10