The Body - Master, We Perish

Review

Galerie mit 10 Bildern: The Body - Europatour 2019

An und für sich genügte es, THE BODY und ihre Interpretation eines guten Songs anhand des Promo-Videos zum „Master, We Perish“-Opener „The Ebb And Flow Of Tides In A Sea Of Ash“ vorzustellen – einer Soundcollage aus heulenden Sirenen, der Stampede monotoner Tribal-Rhythmen, sich überschlagendem Gekreische, einer übelst verzerrten Industrial-Dampframme, purem Nihilismus und Weltverneinung ; das vor dem geistigen Auge krachgewordene Gewaltphantasien–meets–Naturästhetik Kopfkino in Super 8.

Da das scheinbar eigenbrötlerische und sich auf schwarz-weiß Promo-Fotos mittels Kartoffelsäcken auf den Köpfen selbst mystifizierende Duo aber ähnlich stilvoll-delikate und geschmackssichere Kurzfilmchen für die beiden übrigen Tracks der EP noch schuldig bleibt, seien an dieser Stelle auch diese zwei Stücke gewürdigt. „The Blessed Lay Down And Writhe In Agony“ ist trotz seiner Länge von fünfeinhalb Minuten nicht mehr als ein Fragment, beginnend mit einem rituell-beschwörenden Frauen-Singsang über einem Clean-Riff, welche urplötzlich von einer kurzen aber nicht minder heftigen Drone-Ausbruch und einem dem Wahnsinn anheimfallenden Sänger überrollt werden. Auch „Worship“ ergeht sich in ausdrucksstarkem Audio-Terrorismus: unter Feedback-Schleifen, Tribal-Drums und verzerrt-verstümmelten Wortschnipseln steigert es sich zu einem psychedelischen und spirituell reinigenden Mantra des Bösen, bevor es sich wie sein Vorgänger in eruptivem Low-Fi Drone-Doom selbst auslöscht. Und erhebt sich da aus dieser nihilistisch-verstörenden Kakophonie tatsächlich eine fröhlich vor sich hinschwingende Maultrommel?

Hier wird klar: THE BODY scheißen auf und denken außerhalb jeglicher Konventionen, um ihren noisigen Sludge mit jeder Menge Negativität und Morbidität anzureichern. Definitiv nix für zartbesaitete Gemüter aber wer sich schon immer mal in den Bewusstseinszustand von Buffalo Bill in „Das Schweigen Der Lämmer“ versetzen wollte und zufällig einen zum Kerker umfunktionierten Brunnen in seinem Wohnzimmer hat, der ist hier genau richtig.

 

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31.07.2013

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