The Lion's Daughter - Existence Is Horror

Review

Dreieinhalb Jahre nach ihrem Debütalbum „Shame On Us All“ veröffentlichen die US-Amerikaner THE LION’S DAUGHTER ihr Zweitwerk „Existence Is Horror“, das gleichzeitig ihr Labeldebüt für Season Of Mist darstellt. Darauf entfesselt das Trio aus St. Louis, Missouri, eine krachige Mischung aus Progressive, Sludge und Black Metal, die hier eher an die Briten DRAGGED INTO SUNLIGHT, dort mehr an ELITIST bzw. BASTARD FEAST erinnert und alles in allem zwar eine mächtige Dampfwalze an sludgig-doomigem Anti-Harmonie-Black-Metal darstellt, aber durch die Abwesenheit von Höhepunkten und die stilistische Austauschbarkeit wenig Relevanz hat.

Das ist sicherlich hart gesagt, aber angesichts der ganzen Black-/Sludge-/Post-/Prog-Metal-Mischungen, die in den letzten Jahren besonders aus den USA auf den Markt geschwemmt sind, ist es eben absolut nichts Neues mehr, diese Genres wild durcheinander zu mixen und nichts zu bieten außer Disharmonie, Chaos und Krach. Nicht falsch verstehen: Der Verfasser dieser Zeilen hat überhaupt kein Problem mit gepflegtem Gerödel, aber wenn das Ganze so pointenarm geschieht wie bei THE LION’S DAUGHTER, dann ist eben was faul. Die Amis bieten nämlich über die kompletten 40 Minuten Spielzeit von „Existence Is Horror“ genau zwei Hinhörer: den elegischen Schluss von „Four Flies“ und den ungewohnt gerade gespielten und eingängigen, fast aus reinem Sludge Metal bestehenden Rausschmeißer „The Horror Of Existence“. Diese beiden Stücke zeigen, dass THE LION’S DAUGHTER auch anders können, dass sie sehr wohl ein Händchen für Songs haben und dass sie wissen, wie man auch bei äußerst chaotischer Herangehensweise den Hörer mitreißen kann.

Aber das ist für ein solches Album einfach zu wenig, und so besteht „Existence Is Horror“ eben zum größten Teil aus Härte und Brutalität, die den Hörer jedoch kaum mitnehmen wird. Damit ist THE LION’S DAUGHTERs Zweitwerk alles andere als ein schlechtes Album, aber trotzdem müssen sich die Herren auf dem „Existence Is Horror“-Nachfolger bemühen, ihre sehr wohl vorhandenen Stärken besser zur Geltung kommen zu lassen. Die Darbietung auf ihrem 2016er-Werk ist zumindest trotz der zwei genannten Höhepunkte kaum mehr als Mittelmaß.

01.01.2016

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