Thron - Pilgrim

Review

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An gutklassigen Releases im Bereich des Schweden-Black-Death der Marke DISSECTION und Co. mangelt es in letzter Zeit wahrlich nicht. Bands wie THE SPIRIT, MALAKHIM oder TRIDENT, um nur einige zu nennen, konnten in jüngerer Vergangenheit allesamt ordentlich vorlegen und die Szene-Veteranen NECROPHOBIC haben letztes Jahr mit „Dawn of the Damned“ mal eben eines der stärksten Alben ihrer Karriere rausgehauen. Nun schicken sich die Schwarzwälder THRON mit ihrem dritten Album „Pilgrim“ an, beim Kampf um die Pole-Position mitzumischen und machen dabei eine ziemlich gute Figur.

THRON tragen das Ziel im Namen

Natürlich wird auch auf „Pilgrim“ hauptsächlich mit den im Genre üblichen Zutaten gekocht. Finstere Melodien und schneidende Leads regieren, todesmetallische Wucht trifft auf schwarze Raserei und vertonte Finsternis, wobei THRON dem Black-Metal-Anteil auf ihrem neuen Album etwas mehr Spielraum gewähren als zuvor. Dazu keift sich Frontmann Samca gleichsam garstig wie gut verständlich durchs Songmaterial.

Anders als viele ähnlich geartete Bands spielen THRON allerdings nicht nur einfach gekonnt einen bekannten Stiefel runter; die Baden-Württemberger werfen immer mal wieder einen Blick über den Tellerrand und bauen kleine Details und Spielereien ein, die ihrem Sound einen ganz eigenen Touch verleihen.

Der Opener „The Prophet“ etwa wartet mit leicht entrückten, fast schon wavigen instrumentalen Zwischenparts auf und „Hosanna In The Highest“ erhält durch den Einsatz schauriger Keyboard-Klänge gar einen dezenten TRIBULATION-Touch, jedoch ohne dabei in Gothic-Rock-Gefilde abzudriften. Ähnliche Passagen finden sich über das ganze Album verteilt wieder und sorgen für eine unwirkliche, beklemmende Atomsphäre.

„To Dust“ wiederum schielt zum Ende hin mit einem fies eingängigen Lead in Richtung Göteborg und alte IN FLAMES, während „Den Of Iniquity“ zunächst vorgaukelt, uns in einen besonders blutigen Spaghetti-Western entführen zu wollen. Recht schnell bricht dann aber doch ein Black-Death-Orkan los, bei dem durchaus auch mal die Blicke nach Polen schweifen. So verhält es sich auch mit dem majestätischen „Gaia“, Nergal lässt grüßen. „Into Disarray“, dessen fantastisches Solo eine ähnlich schaurige Atmosphäre entwickelt wie zuvor der Keyboardeinsatz, setzt einen starken Schlussstrich unter ein gelungenes Album.

THRON kochen auch nur mit Wasser, würzen aber gut

Freilich dienen die genannten Farbtupfer und Schlenker hauptsächlich der Auflockerung. Im Großen und Ganzen stehen THRON nämlich nach wie vor deutlich in der Tradition der schwedischen Vorbilder und erfinden das Rad hier sicherlich nicht neu. Eine erfreuliche Offenheit und der gezielte Einsatz atmosphärischer Elemente heben die Band aber vom Gros der Konkurrenz ab und sorgen dafür, dass die Schwarzwälder in einem viel bespielten Genre ein gewisses Maß an Eigenständigkeit transportieren können.

Ein „Storm of the Light’s Bane“ stoßen auch THRON natürlich nicht von selbigem, das wird vermutlich auch nie passieren. Schaut man sich aber die Scharen von Bands an, die genau diesem Sound nacheifern, so haben sich THRON mit „Pilgrim“ gegenüber vielen davon einen guten Vorsprung erarbeitet.

13.03.2021

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5 Kommentare zu Thron - Pilgrim

  1. blackthrash sagt:

    Dissection fand ich immer langweilig, The Spirit? och ne! Thron gefallen mir dagegen echt gut und läuft seit einigen Tagen bei mir rauf und runter.

    8/10
  2. casualtie78 sagt:

    Die Band ist auch live zu empfehlen. Pilgrim ist ein sehr gutes Album geworden,besser als Abysmal.
    Dissection haben mir auch nie viel gesagt,wobei The Spirit schon ok sind-Thron sind für meinen Geschmack aber besser.

    8/10
  3. blackthrash sagt:

    the spirit fand ich nur die erste gut, danach…jo war okay.
    jo hab die band auch schon gesehen und finde da passt alles. im Schwarzwald, man glaubt es kaum. gibt es noch teilweise echt gute Musik. obwohl es hier überhaupt keine Szene mehr gibt.

  4. BlackForest sagt:

    Erste mal durchgehört und muß sagen gefällt mir extrem gut!
    Nach meinem ersten Höreindruck würde ich 8 Punkte geben!
    Wird bei mir wahrscheinlich mal öfter auf dem Platten Teller liegen!

    8/10
  5. nghizhidda sagt:

    Sehr gut geworden. Ich glaube, das wird sich nicht so schnell abhören. Ich frage mich nur, warum Gaia bei Spotify nicht auf dem Album ist. Das fehlt dort.

    8/10