Thyrathen - ThanatOpsis

Review

Schaut man sich in den vergangen Jahren um, wurde hierzulande wellenartig über verschiedenste Black-Metal-Szenen und ihre Eigenarten berichtet und diskutiert. Während zeitweise wahlweise Frankreich, Polen oder doch wieder die alterwürdigen Skandinavier im Trend lagen, wurde Griechenland zumindest in der hiesigen Szene nur am Rande betrachtet. Dabei haben die Südeuropäer eine florierende Szene, typische Trademarks und immer wieder faszinierende Emporkömmlinge – so auch THYRATHEN, deren Debütalbum „ThanatOpsis“ eine spannende Symbiose aus Black Metal und einer hellenischen Tragödie eingeht.

THYRATHEN bieten ein faszinierendes Konzeptalbum

Doch von vorne: THYRATHEN wurde von Corax S. (JACKAL’S TRUTH) geschaffen. Um sich herum hat er eifrige wie szenebekannte Köpfe geschart. Neben AZ (KAWIR) und Stefan Necroabyssious (VARATHRON) ist auch Alexandros Antoniou (MACABRE OMEN, THE ONE) mit von der Partie. Dessen Stimme weckt hin und wieder Erinnerungen an MACABRE OMEN. Aber auf „ThanatOpsis“ passiert so viel mehr. Neben den Black-Metal-Musikern haben auch Schauspieler und Schauspielerinnen an dem Werk mitgewirkt, sodass ein faszinierender Hörspielcharakter entsteht. Dazu zählt das überlange Intro von „Praelūdium“ (Parodos)“, das lediglich aus einem eindringlich vorgetragenen Monolog besteht. Doch der Theatercharakter beschränkt sich längst nicht auf Intros oder Zwischensequenzen.

Selbst in Kombination mit den überwiegend vorhandenen Black-Metal-Anteilen folgt „ThanatOpsis“ durchgehend einem Konzept, das eben nicht nur auf dem Papier entsteht. Mit viel Konzentration lässt sich dem ganzen musikalischen Treiben ein roter Faden entnehmen, der die Faszination deutlich steigert. Doch auch unabhängig davon glänzen THYRATHEN mit Highlights. Chöre, Percussions und antike Blasinstrumente sorgen für glanzvolle Momente. Ganz gleich ob in eher getragenen Tracks wie „Kyrial Doxai“ oder dem sich von nahezu sanften Klängen hin zum peitschenden Finale steigerndem „Exodus – Catharsis“, funktionieren die Songs auch für sich stehend hervorragend. Hinzukommt, dass instrumental wie gesanglich unfassbar viele Details darauf lauern, entdeckt zu werden.

„ThanatOpsis“ zeigt die Stärken der griechischen Szene

„ThanatOpsis“ in wenigen Hördurchgängen zu erfassen, ist schier unmöglich. Die Faszination THYRATHENs liegt in der abwechslungsreichen Darbietung und dem schlüssigen Konzept. Die große Stärke ist aber auch eine kleine Schwäche. Gerade „Praelūdium“ (Parodos)“ und der zweite Monolog „Flēbilis Moriendum (Μονωδία)“ lassen die Skiptaste in schwachen Momenten attraktiv erscheinen. Ebenso wie zwischenzeitliche Längen, die der Geschichte dienlich sind, aber das musikalische Kurzweil mitunter stören. Ein minimaler Kritikpunkt, der aber nicht unerwähnt bleiben darf. „ThanatOpsis“ ist dennoch eine Demonstration der Stärken der griechischen Szene, die um eine Facette reicher ist – und das obwohl THYRATHEN ihre Herkunft absolut anzuhören ist.

04.01.2022

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