Trivium - Silence In The Snow

Review

Galerie mit 19 Bildern: Trivium auf dem Elbriot 2017

„What have I done, what have I become?“, singt ein schmachtender Matt Heafy im Song „The Ghost That’s Haunting You“. Fragen, mit denen sich die Herren von TRIVIUM angesichts ihres ziemlich belanglos daherdudelnden siebten Studioalbums „Silence In The Snow“ tatsächlich einmal ernsthaft befassen sollten. Immerhin: Vor jenen Geistern, welche die Band in der Vergangenheit nach mehreren starken Alben zu potenziellen Erben IRON MAIDENs und METALLICAs hochstilisierten, haben die US-Amerikaner erst einmal Ruhe. Denn das neue Werk dürfte dafür sorgen, dass die weltweiten Jubelstürme merklich abflauen.

Alles, wirklich alles auf „Silence In The Snow“ ist berechenbar – von den pompösen Streichern im Introtrack bis hin zu den obligatorischen Steelstring-Klampfen im Rausschmeißer „Breathe In The Flames“. Ausnahmslos jeder Song der Platte ist nach simplem Pop-Schema gestrickt, wobei ein stets überernster Matt Heafy in den Strophen ermüdend oft auf einem reduzierten Bass-Schlagzeug-Fundament agiert („Silence In The Snow“, „Dead And Gone“, „The Thing That’s Killing Me“, „Rise Above The Tides“) – als hätten seine ohnehin schon übertrieben bedeutungsschwangeren Zeilen noch zusätzliche Betonung nötig. Rhythmisch und melodisch geht es dabei über weite Strecken recht eindimensional zu Werke, zwischendurch jagt ein Allerweltsrefrain den nächsten. Irgendwie bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch, dass Heafy und Kollegen nicht einmal davor zurückschrecken, zweimal – nämlich in „Dead And Gone“ und „Beneath The Sun (Don’t Fade Away)“ – den nahezu exakt selben Chorus zu verwenden. Ein ziemliches Armutszeugnis für eine Band dieses Kalibers.

Aus der gesichtslosen Tracklist ragen lediglich das etwas langsamere und melodisch phasenweise interessante „Pull Me From The Void“ sowie das flotte „Blind Leading The Blind“ heraus, das in der Strophe zwar mit unerträglicher Pop-Melodie daherkommt, aber immerhin ein gewisses Maß an Energie transportiert. Das restliche Material – inklusive dem bereits vorab veröffentlichten Titeltrack – ist im Wesentlichen glatter Sing-along-Metal ohne Ecken und Kanten. Klar, TRIVIUM waren schon immer auf eingängige Songs und stadiontaugliche Hymnen aus – mit dem Unterschied, dass die vorangegangenen Werke immer auch ein gesundes Maß an Eigenständigkeit und Aggression sowie überragende Hooks boten. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass Matt Heafy sich anno 2015 infolge früherer Stimmprobleme ausschließlich auf Klargesang beschränkt. Und natürlich blitzen auch auf „Silence In The Snow“ immer mal wieder die herausragenden Fähigkeiten des Gitarrengespanns Heafy/Beaulieu auf – gleichzeitig wirkt vieles auf der Platte angesichts des riesigen Talents der Truppe verschenkt. Zudem offenbart das siebte Studiowerk in puncto Sound ebenfalls Schwächen, so wurde Heafys Stimme gelegentlich eine Spur zu sehr in den Vordergrund gemischt, die Drums wiederum klingen furchtbar komprimiert und statisch.

Am Ende lässt es sich beliebig oft drehen und wenden – ein besseres Album wird „Silence In The Snow“ dadurch trotzdem nicht. Handwerklich natürlich mehr als solide dargeboten, klingt die Scheibe dennoch blutleer und abgekaut. Die Konsequenz: TRIVIUM rutschen (vorerst) ins Mittelmaß ab.

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27.09.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

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8 Kommentare zu Trivium - Silence In The Snow

  1. hrhr sagt:

    erben von metallica oder iron maiden ? mal davon abgesehen, das hier äpfel mit birnen verglichen werden. trivium haben noch nicht ein album von der qualität eines master of puppets, ride the lightning, son of the seventh son oder powerslave album geliefert. special grüße an dok

  2. butterbeidefische sagt:

    sooooooo schwer ist das jetzt nicht zu blicken. anton vergleicht die beiden bands vom bekanntheitsgrad, nicht vom stil her. und er spielt darauf an, dass man trivium oft als nachfolger gehandelt hat… klingelt’s jetzt?

  3. Schrotti sagt:

    Trivium sind ne Bananenband. haben bislang noch kein herausragendes album abgeliefert. Von Metallica und Maiden sind die noch lichtjahre entfernt

    1. GOffensive sagt:

      Trivium haben Metallica vor 12 Jahren schon komplett hinter sich gelassen.

      10/10
      1. Wayne sagt:

        So denkt man vielleicht wenn man nur das schwarze Album kennt. Und selbst da sind trivium nie ran gekommen.

  4. Vander sagt:

    Hab das Album erst einmal gehört, deshalb sag ich jetzt mal noch nichts dazu, außer dass es ganz bestimmt nicht schlecht ist.

    Mit gehts darum, dass hier mancher schreibt sie hätten noch nicht ein tolles Album bzw. Meilenstein abgeliefert. Da muss ich wohl sagen, dass diejenigen, die dass so sehen, eigentlich andere Musik präferieren oder der Vergleich zu Maiden oder Metallica stilistisch ausgelegt wird.
    Man mag ja von Adcendency halten was man will, aber Shogun IST ein Meisterwerk.

    Und jetzt weniger lestern und mal konstruktive Kritik äußern…
    Ich schreib ja auch nicht unter Rihanna Rezensionen, dass sie schlecht ist.

  5. Ringo sagt:

    Rihanna ist doch auch geil 😀

  6. Pii-Free sagt:

    Nope, nichts für mich.

    Habe Trivium als relativ harte Metalcore Band kennengelernt, aber mit diesem – eher Heavy Metal – Album komm‘ ich überhaupt nicht klar. Keine Härte und Aggression darin, genau die Aspekte die ich bei jeder Band schätze. Die Dynamik von den harten Growls und den Clean Vocals, nichts ist mehr da. Ich mag 1..2 solche Lieder pro Album, aber ein ganzes Album?

    Das Album an sich ist nicht schlecht, aber auch nichts spezielles. Hätte es mir ein Kumpel „einfach so“ gezeigt hätte ich wahrscheinlich mit: 08/15 Metal geantwortet. Jede Band hat Qualitäten, sei es Instrumental, über die Vocals oder das Zusammenspiel von allem – auch Trivium hatte die aber bei diesem Album sind sie irgendwie erloschen…

    Wie gesagt – nicht schlecht – aber nicht auf dem Niveau das ICH von Trivium erwartet habe. Meine Meinung, die kann mir keiner nehmen 😉

    Lg pii