Tusmørke - Fjernsyn I Farver

Review

TUSMØRKE gehören definitiv nicht zu den Bands, denen man mangelnde Produktivität vorwerfen kann. Zwar schon in den Neunzigern gegründet legen die Norweger seit der Veröffentlichung ihres Full-Length-Debüts „Underjordisk Tusmørke“ im Jahr 2012 einen ordentlichen Veröffentlichungsrhythmus hin. Immherhin hat die Band seit besagter Platte fünf Alben veröffentlicht, dazu ein Split mit SPECTRAL HAZE, und dabei im Großen und Ganzen die Qualität ihrer düster-folkigen Psychedelik-Kost wahren können. Mit kleineren Ausbrüchen nach oben und unten blieben die Zwielichtigen konstant, auch wenn die jüngeren Veröffentlichungen der Band, speziell dem Kinderalbum „Bydyra„, dann doch die ein oder andere Augenbraue empor hievten. Mit „Fjernsyn I Farver“ kehren TUSMØRKE nun zurück, im Gegensatz zu seinem direkten Vorgänger sind die Stücke wieder länger, rockiger und düsterer.

TUSMØRKE wildern ein bisschen im modernen Psych-Rock

Die Herren aus Oslo bewegen sich hier jedoch ein kleines Stück weg vom Folk. Der ist zwar immer noch präsent, rückt aber etwas in den Hintergrund für experimentelle Psych-Rock-Klänge, die zeitgenössischeren Vertretern wie KING GIZZARD AND THE LIZARD WIZARD nicht ganz unähnlich sind. Der eröffnende Titeltrack und das dem folgende „Kniven I Kurven“ drücken dabei kompetent und rotzig nach vorne und verfügen trotz Überlänge über eine schmissige Eingängigkeit, während sich mit freundlicher Unterstützung der Folk-Elemente eine düstere Stimmung breit macht. Auch anno 2018 sind TUSMØRKE gekonnt im Umgang mit musikalischer Dunkelheit, die dem Hörer mit den gewohnten Grooves verabreicht wird. Schön ist hier gerade die leichte rhythmische Verschiebung zu Beginn des Tracks, die „Kniven I Kurven“ interessante, groovende Qualitäten verleihen.

„Fjernsyn I Farver“ lässt zum Ende hin nach

Auch „Borgerlig Tussmørke“ macht einen guten Eindruck. Hier ist es vor allem die geradezu lächerlich eingängige, cheesy Hook am Ende des Tracks, welche die Aufmerksamkeit auf sich zieht, wie frisch aus den Spätsechzigern importiert. Ebenso eindrucksvoll ist die Aggressivität, die TUSMØRKE bei „3001“ an den Tag legen. Doch gerade zum Ende der Platte hin verlieren die Norweger ein bisschen den Drive und den Biss, sodass vor allem „Death Czar“ eher am Hörer vorbeizieht, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Bei dem starken Anfang der Platte ist das schon ärgerlich. Man kann also festhalten, dass TUMSØRKE an ihrem Trend des leichten Qualitätsabfalls festhalten, auch wenn „Fjernsyn I Farver“ ein gutes Album ist. Es hätte eben vor allem zum Ende hin konsistenter sein müssen. Spaß kann man mit der Platte dennoch mehr als genug haben.

06.05.2018

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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