Tusmørke - Osloborgerlig Tusmørke: Vardøger og utburder, vol. 1

Review

Galerie mit 6 Bildern: Tusmørke - Tons Of Rock Festival 2018

TUSMØRKE zum Dritten in nur einem Jahr: Nach dem Kinderalbum „Bydyra“ und dem bunten „Fjernsyn i farver“ kommt jetzt ein Konzeptalbum mit dem langen Titel „Osloborgerlig Tusmørke: Vardøger og utburder, vol. 1“. Dabei erweckt die Band um die beiden Momrak-Zwillinge Benediktator und Krzla die Unter- oder Anderwelt Oslos zum Leben: Ein „Vardøger“ ist im norwegischen Volksglauben schließlich wahlweise ein begleitender, helfender Geist oder eine Vorahnung der unmittelbaren Zukunft. Utburder sind Kinder, die nach der Geburt in den Wald getragen werden. Ihre Schreie erklingen nachts als eindringliche Gegenwart.

TUSMØRKE erwecken die Unter- oder Anderwelt Oslos zum Leben

Dabei gehen die Norweger musikalisch recht traditionell zu Werke: Da gibt es allein durch die Flöten viele Folk-Verweise, durch die Orgelsounds einen sehr progressiven Touch – im Stile der Siebziger selbstverständlich – aber rockig ist das alles nicht notwendigerweise. Die ersten Tracks setzen beispielsweise überhaupt nicht auf durchgehendes Schlagzeug, sondern eher auf sanfte Percussion. Es mag Zufall sein, dass „Kjentmannen“ der erste Song auf der Platte ist, der aus diesem Schema ausbricht, gleichzeitig aber auch das beste Stück auf „Osloborgerlig Tusmørke: Vardøger og utburder, vol. 1“ ist. Übrigens ist dieser Songs einer der wenigen Momente, wo überhaupt eine Gitarre zum Einsatz kommt – ansonsten füllen die fetten analogen Orgeln und der Rickenbacker-Bass den Sound ausreichend aus.

Die Songs vor „Kjentmannen“ sind immerhin gefälig, „Hovedøya“ zudem erfrischend fröhlich und „Djevelen fra Oslo“ sehr positiv. „Gamle Oslo“ mit seinen Synthiesounds und den gewöhnungsbedürftigen Gesangseinlagen klingt hingegen eher spacig und merkwürdig. Ein weiteres Highlight ist das eingängige „Akers Akropolis“, das schnell auf den Punkt kommt. „Gamle Aker Kirke“, das in einer anderen, kürzeren Version bereits auf „Riset Bak Speilet“ erschienen war, lässt sich hingegen mehr Zeit, um seine Geschichte zu erzählen, klingt dabei aber mehr als anderswo wie bei einer drogenbewegten Frühsiebziger-Prog-Band. SWEET SMOKE ohne Om Shanti, dafür aber mit den Abgründen Oslos.

„Osloborgerlig Tusmørke: Vardøger og utburder, vol. 1“ besteht zwar nicht durchgehend aus Höhepunkten, fällt aber auch nie ab

TUSMØRKE haben mit „Osloborgerlig Tusmørke: Vardøger og utburder, vol. 1“ also trotz der hohen Veröffentlichungsfrequenz wieder ein spannendes Album veröffentlicht, eins zudem, das sich nicht unerheblich von seinen beiden Vorgängern unterscheidet. Zwar besteht das Album nicht durchgehend aus Höhepunkten, andererseits fällt aber auch kein Stück wirklich ab. Und da der Titel durch das „Vol. 1“ nach einer Fortsetzung verlangt, dürfen wir alle gespannt sein, Oslo mit anderen Augen kennenzulernen – Angst  davor muss man trotz aller Abgründe jedenfalls nicht haben.

21.01.2019

- Dreaming in Red -

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