Unreqvited / Sylvaine - Time Without End

Review

Exakt zeitgleich mit dem neuen UNREQVITED-Album „Mosaic II: la déteste et la détresse“ erscheint die hier gegenständliche Split mit SYLVAINE. Werden im Vergleich zum Album neue Akzente gesetzt?

Einmal ALCEST und zurück: SYLVAINE geht es ruhig an

SYLVAINE ist einem größeren Publikum durch die Zusammenarbeit mit ALCEST bekannt geworden. Kathrine Shepard singt auf den beiden ALCEST-Alben „Kodama“ (2016) und „Spiritual Instinct“ (2019) als Gastmusikerin und außerdem war Neige im Gegenzug als Live-Drummer für das Projekt unterwegs. Auch musikalisch lehnte sich SYLVAINE bisher stark am Sound der großen Franzosen an.

Für die Split geht Shepard allerdings einen anderen Weg und bringt zwei balladeske Stücke mit, welche vollkommen unmetallisch an der Grenze zum Pop stehen. „No More Solitude“ fährt mit einem feinen Refrain und viel Gefühl unter die Haut. Ein eindringliches Stück Musik! Die andere Seite des Projekts kann auf dem letzten Album „Atoms Aligned, Coming Undone“ (2018) oder der im letzten Jahr aufgenommenen Live Session in Paris betrachtet werden. Kathrine Shepard kann nämlich auch sehr gut schreien, auch wenn die Split mit UNREQVITED dies nicht darlegt.

UNREQVITED: post-rockig und etwas zu brav

Gegen SYLVAINE in der „Time Without End“-Stimmung erscheinen UNREQVITED beinahe schwermetallig, allerdings in diesem Fall tatsächlich nur in diesem Kontext. Wer nicht genug von SYLVAINE bekommen kann, wird erfreut feststellen, dass Kathrine Shepard auf dem ersten Stück der B-Seite namens „Interwoven“ als Gastsängerin vertreten ist, sodass dieses in Richtung der letzten beiden SYLVAINE-Alben tendiert und damit mehr SYLVAINE ist, als der Beitrag von SYLVAINE selbst auf der A-Seite.

Am Ende der Split steht das fast acht Minuten lange „Meadows of Elysium“, welches schwebend leichte Keyboardmelodien in den Vordergrund stellt, welche sich auch durch Blast-Beats aus der Konserve nicht vertreiben lassen. Die Ausführung deutet es vielleicht bereits an, in seiner Songstruktur greift das Stück post-rockige Kompositionen auf und arbeitet damit eine der vielen Facetten von UNREQVITED fokussiert heraus. In seiner Gesamtwirkung ist „Meadows of Elysium“ gut gemacht und gefällig, aber auch ein wenig zu brav. Ein Kritikpunkt, der auch für das bereits genannte parallel erschienene Studioalbum „Mosaic II: la déteste et la détresse“ zutrifft.

„Time Without End“ – eine schöne Split für ruhige Stunden

Denn der Durst nach hartem Metal wird „Time Without End“ nicht stillen können. Tiefschürfend sind insbesondere die Beiträge von SYLVAINE, welche bleibenden emotionalen Eindruck hinterlassen und die Split vor dem Mittelmaß bewahren.

26.02.2020

Stellv. Chefredakteur

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