
At The Gates
Ein Death Metal-Requiem
Special
Review Patrick:
Es waren schon ein paar Songs zum Nachfolger von „The Nightmare Of Being“ im Kasten, als die Nachricht um Tompa Lindbergs schwere Krankheit alles veränderte. Der Gedanken eines gerichteten Songwritings unter der Drohkulisse, der Schwede könne diesen Kampf seines Lebens vielleicht nicht überstehen, wirkt schier unerträglich. Im September 2025 holt die harte Realität AT THE GATES schließlich ein: Lindberg ist verstorben und „The Ghost Of A Future Dead“ mit schaurig bezeichnendem Titel wird zumindest im Sinne des Sängers posthum veröffentlicht.
Dieser real gewordene Alptraum schwingt wie ein Damoklesschwert über dem Album, aber das, ohne despektierlich wirken zu wollen, auch aus einem positiven, oder man nenne es wirkungsvollen Blickwinkel. Schließlich ist Anders Björler (Gitarren und Songwriting) wieder mit von der Partie und es soll wieder deutlich stärker in Richtung des ikonischen „Slaughter Of The Soul“-Albums gehen. Schon 1995 brachte diese unwahrscheinliche Intensität die Luft zum Brennen und über dem Göteborg-Flitzeborgen prangte diese tiefgreifende Melancholie.
In „The Ghost Of A Future Dead“ darf man drastischer formulieren, denn manchmal ist es nicht mehr nur aufwühlender Weltschmerz. Es ist eine tiefe Traurigkeit, die AT THE GATES insbesondere bei Songs wie „Of Interstellar Death“, „Tomb Of Heaven“ oder „Black Hole Emission“ auslösen. Das natürlich einerseits, weil Lindberg diese Stücke nur Stunden vor einem operativen Eingriff einsang, der seine einzigartige Stimme für immer verstummen lassen sollte. Auf der anderen Seite ist das achte Album der Göteborger auch musikalisch ein wahnsinniges Statement.
Das klassische Gitarrenduo aus Björler und Martin Larsson lässt schon bei „The Fever Mask“ keinen Zweifel daran, dass die latent nachdenklichen Harmonien, mit denen AT THE GATES stets arbeiten und die schon mit „Cold“ viele Hörer:innen im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt erwischten, wieder vorhanden sind. Einfach nichts verlernt. Legt sich dann zum letzten Mal das heisere Organ Lindbergs über die kaltherzige Soundlandschaft, dann ists ganz vorbei.
Häufig ist Promomaterial der obligatorische Staubsaugerverkauf an der Haustür, doch dass die einzelnen Bandmitglieder hier von ganzem Herzen etwas Großartiges für ihren inzwischen verstorbenen Sänger abliefern wollten, ist mit jeder Note spürbar.
9/10


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| Band | |
|---|---|
| Stile | Göteborg Death Metal, Melodic Death Metal |
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metal.de Redaktion 



















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