
At The Gates
Ein Death Metal-Requiem
Special
Review Marcel:
Als ich mich immer mehr für Extreme Metal interessierte und die härteren Spielarten Zugang zu meinen Ohren erlangten, waren die Melo-Death-Legenden AT THE GATES maßgeblich daran schuld, dass dies so gut funktionierte. „At War With Reality“ war etwa zu dem Zeitpunkt erschienen, als ich mich diesem Genre immer intensiver hingab und die Band ihr großartiges Comeback feierte.
Und als wäre dieses Album nicht schon stark genug gewesen, begab ich mich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit, um – leider viel zu spät – Meilensteine wie das fantastische „With Fear I Kiss The Burning Darkness“ oder das legendäre „Slaughter Of The Soul“ zu verschlingen. Es folgten etliche Konzertbesuche mit diesem einzigartigen Sound. Selbst das etwas sperrige „The Nightmare Of Being“ konnte nur ansatzweise daran rütteln, wie sehr ich diese Band respektiere und mag.
Doch dann wurde es still, und vereinzelt drangen unschöne Nachrichten über den Gesundheitszustand von Tompa nach außen. Leider erlag er schließlich seiner langen Krankheit. Ein ungutes Gefühl von Vergänglichkeit machte sich breit, da das Jahr 2025 ohnehin schon viel zu viele Legenden verabschiedet hatte. Als bekannt wurde, dass die Band kurz vor seinem Tod noch ein Album aufgenommen hatte, war klar: Dieses Werk würde aufgrund seines emotionalen Hintergrunds niemals neutral betrachtet werden können.
Am 20. Februar war es dann so weit: Mit „The Fever Mask“ erschien der erste Vorbote auf YouTube. Der dicke Kloß, der sich dabei in meinem Hals bildete, dürfte ungefähr die Größe eines Golfballs gehabt haben. Es mag abgedroschen klingen, da jegliche Promo oft damit wirbt, dass eine Band „all ihre Stärken vereint“ – aber bei „The Ghost Of A Future Death“ (was für ein Titel!) ist dies schlichtweg der Fall.
Die in dunkelgetränkter Flüssigkeit fließenden Melodien erkämpfen sich jede nur mögliche Erhabenheit und werden von Tompas einzigartigen Vocals getragen. Vom Artwork und den Visualizern über die musikalische Qualität bis hin zum zutiefst respektvollen Umgang der Band mit Tompas Erbe – hier wurde ein Gesamtkunstwerk erschaffen, das uns die Band als finale Hinterlassenschaft übergibt.
Vergangenheit, Gegenwart, Vergänglichkeit und ein beeindruckendes Lebenswerk sind die Begriffe, die dieses Album in den Raum stellt. Es lässt uns im Hier und Jetzt zurück – mit einer großen, offenen Frage für die Zukunft, aber getragen von einem zeitlosen Klang.
9/10
Galerie mit 24 Bildern: At The Gates - Wacken Open Air 2022

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| Band | |
|---|---|
| Stile | Göteborg Death Metal, Melodic Death Metal |
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metal.de Redaktion 



















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