Geist
"Galeere" Prelistening-Bericht

Special

In diesem Frühjahr erscheint voraussichtlich das dritte Album der Bielefelder Black-Metal-Band GEIST, welches auf den Namen „Galeere“ hören wird. Ob das neue Album den hohen Standard der beiden Vorgängeralben „Patina“ und „Kainsmal“ halten können und wie die Platte generell klingen wird, das konnte ich bei einer Vorab-Listening-Session in Erfahrung bringen. Hier der Bericht:

Geist

01 – „Galeere“
Der Titel- und gleichzeitig Eröffnungssong des Albums beginnt zunächst mit einem Intro, bestehend aus einzelnen Schlagzeugbeats, deren Abstände zueinander immer kleiner werden, bis Gitarren hinzu kommen und der eigentliche Song mit einem im Midtempo gehaltenen, melodischen Riff beginnt. Viel geht beim Opener im nicht all zu schnellen Bereich, wobei es dorthin auch Ausflüge gibt. Über all dem thront Cypher D. Rex‘ unverwechselbares Organ, welches nicht zu sehr über die Musik dominiert, aber trotzdem als wichtiger Bestandteil gesehen werden muss. Alles in allem ein sehr atmosphärischer Song, der gleich zu Beginn den Kurs der „Galeere“ vorgibt.

02 – „Einen Winter auf See“
Getrennt durch ein Ambient-Zwischenspiel, gibt es anschließend mit „Einen Winter auf See“ schnellere Kost geboten, allerdings wird wie von GEIST gewohnt im Laufe des Songs mehrmals das Tempo gewechselt, was Track 02 zu einer sehr dynamischen Angelegenheit macht (ebenfalls typisch für das Album). Dennoch wird hier nicht nur auf Dynamik gesetzt, sondern mit einem Akkordeon-Zwischenspiel und einem leicht melancholischen Gitarrensolo auch auf die Melodien geachtet, welche wiederum der maritimen Atmosphäre dienlich sind. „Einen Winter auf See“ passt gut als Nachfolger zum bisher gehörten Song, ist jedoch ein wenig komplexer.

03 – „Durch lichtlose Tiefen“
Track 03, „Durch lichtlose Tiefen“, beginnt daraufhin – wieder durch ein elektronisches Zwischenspiel vom vorangegangenen Song getrennt – eher schleppend, tritt im Songverlauf auch etwas auf das Gaspedal und ist ebenfalls mit jener maritimen Atmosphäre ausgestattet, die sich bis hier hin durch das komplette Album zieht. Dennoch fällt „Durch lichtlose Tiefen“ im Vergleich mit den anderen Tracks etwas ab und bildet nach einmaligem Hören den Tiefpunkt von „Galeere“ – nicht wirklich schlecht, aber nicht herausstechend. Vielleicht braucht dieser Song aber auch nur ein paar weitere Durchläufe in der Anlage (generell gilt: „Galeere“ ist definitiv ein Album, dem man etwas mehr Zeit widmen sollte).

04 – „Helike“
Abermals gibt es elektronische Klänge zu hören, dann steigen Bass und Schlagzeug ein, bevor die restlichen GEISTer mit einem eleganten Rhythmuspart einsteigen, der – man möge es mir verzeihen – wegen seiner intensiven Nackenbrecherei auch mancher Metalcore-Band gut stehen würde. Danach gibt es melodische Gitarren über schnelles Schlagzeugspiel zu hören, während Cypher D. Rex den meiner Meinung nach besten Text des Albums krächzt. Anschließend wird das Tempo etwas gedrosselt, bevor man zum Nackenbrecher-Part vom Anfang zurückkehrt und daraufhin wieder das Gaspedal durchtritt. Insgesamt der rhythmischste und dynamischste Song des Albums, wenn auch die Atmosphäre der vorangegangenen Songs hier trotz Meeresrauschen-Outros nur bedingt zum Einsatz kommt. Dennoch ein starker Song, der live sicherlich auch gut funktionieren wird.

05 – „Unter toten Kapitänen“
Mit dem abschließenden Song „Unter toten Kapitänen“ liegt gleichzeitig der mit einer guten Viertelstunde Spielzeit längste Track des Albums vor. Dieser beginnt mit akustischem Gitarrenspiel, begleitet von Elektronika und einem gesprochenen Intro. Die von der Gitarre gespielte Melodie wird dann im eigentlichen Song als Riff übernommen. Insgesamt ein eher schleppendes und langsames Lied, welches erst im Mittelteil für kurze Zeit schneller wird, um daraufhin wieder schleppend und melodisch weiter zu machen. Gegen Ende übernimmt der Song wieder das Riff vom Anfang, welches gegen Ende wiederum von einer akustischen Gitarre (begleitet von Meeresrauschen) weiter geführt wird. So bringt „Unter toten Kapitänen“ ein eh schon sehr melancholisches Album auf sehr gefühlvolle Art und Weise zu Ende.

Fazit:
Mit „Galeere“ ist der sechsköpfigen GEISTer-Besatzung ein weiteres Mal ein sehr emotionales und vielschichtiges Album gelungen. Zwar wird ein einziger Hördurchlauf dieser komplexen Angelegenheit kaum gerecht, dennoch kann man zusammenfassend sagen, dass der Band mit ihrem dritten Album nicht nur das dynamischste und beste ihrer Diskographie gelungen ist, sondern bedingt durch die allgegenwärtige Meeres-Atmosphäre und -Thematik, durch welche die einzelnen Songs sehr einsam und melancholisch erscheinen, auch das bisher emotionalste. Ich freue mich auf den bisher noch nicht genannten Releasetermin (aktueller Stand: Frühling 2009), um diesem Album all die Aufmerksamkeit widmen zu können, die es braucht.
Mit „Galeere“ kommt etwas Großartiges auf uns zu!

01.02.2009

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