Liturgy
"The Ark Work" auf dem Seziertisch

Special

Liturgy

Manches braucht Zeit. In der Regel ist es so, dass man als Rezensent ziemlich schnell die Spreu vom Weizen trennt und eben weiß, ob die vorliegende Platte nun gut oder schlecht ist. Einige Alben brauchen eine gewisse Anlaufzeit, manche stürmen als Orkan in die Anlage und enden als laues Lüftchen. „The Ark Work“ von LITURGY versetzt den Hörer aber in Schockstarre, hinterlässt ihn gleichermaßen ratlos wie interessiert. Begeisterung wechselt sich ab mit Verblüffung. Genau aus diesem Grund, verlieren wir erst jetzt einige zaghafte Worte über das neue Album von LITURGY.

Wir mussten lernen, damit klar zu kommen. Also mit dem, was die da aufgenommen haben… wir einigen uns am besten auf: „Eine Ansammlung von Tönen“. Das folgende sehr subjektive Special versucht Licht ins Dunkel und euch die Band nahe zu bringen – LITURGY, wollt ihr was von uns, und falls ja, was und wie viele?

Es gibt sie wirklich, die Menschen die dir auf die Frage nach musikalischen Präferenzen stolz antworten, dass sie Black Metal hören, aber „nur so Hipster Black Metal“. Was soll das bitte sein? Durch Klischees genährt, formt sich im Kopf sofort ein Bild von hornbebrillten, schulisch gut ausgebildeten Typen, die denken, dass Musik anstrengend sein muss, um einen gewissen Anspruch zu erfüllen, den eigentlich nie jemand gestellt hat. Sie quälen sich durch irgendwelche Kunstprojekte, die niemand mag und die, nur weil einer während der Aufnahmen in einen Nagel getreten ist und laut aufschreit, als Black Metal betitelt werden (können). Den richtigen Black Metal verachten sie natürlich. Für seine Rohheit, das lächerliche Corpsepaint, die stümperhaften Riffs, den Blast und die nihilistischen Texte. Genau hier kommen LITURGY ins Spiel…

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29.02.2016

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9 Kommentare zu Liturgy - "The Ark Work" auf dem Seziertisch

  1. membran sagt:

    Ausführliches Review für ein großes Stück Musik.
    Danke – gut gemacht!

  2. metal-fan sagt:

    Da kann man so viel rum schwadronieren wie man will, Black Metal ist das sicher nicht. Das sagt natürlich noch nichts über die Qualität der Musik aus aber es ist sehr albern wie immer versucht wird dieses Gerne hinein zu interpretieren. Mir ist es ein Rätsel warum die Band das überhaupt so propagiert, eigentlich sollten ihnen Genre-Schubladen egal sein. Um den Coolness-Faktor der Musik zu erhöhen oder um bewusst anzuecken? So wirkt die Band auf mich eher albern und braucht sich nicht darüber wundern mit Hipster-Vorwürfen auseinandersetzen zu müssen.
    Und nein, ich bin kein elitärer Black Metal-Fan, ich mag auch Sachen wie z.B. WITTR, Panopticon usw. die sicher auch keinen Preis in Sachen Trveness gewinnen.

    1. Yuggoth sagt:

      Das Problem Ist, der falsche Anspruch immer alles weiterentwickeln zu wollen. Sicher, Entwicklung ist an den richtigen Stellen gut. Aber an manchen Stellen kommt nur Mist raus und man sollte es beim alten lassen. Ich habe bei lithurgy und auch Bands wie Ghost Bath zuerst mehr gehört als eigentlich drin ist. Man bekommt auch das Gefühl, das sich solche Bands nur gründen, weil Leute aus dem Linken (?) Milieu sich von dem elitären Image angegriffen fühlen. Ich gebe zu, das ich nur Bands dieser Kategorie höre, aber nicht um mich als Mensch mit dem trven Image zu versehen (Da scheiß ich drauf!), sondern weil Black Metal ästhetisch nur Sinn ergibt wenn er roh, finster, eingängig, aggressiv und schroff klingt mit dem gewissen Händchen für das Songwriting. Man denke da an Mortifera aus Frankreich. Das sogenannte hypno Ding ergibt als Abgrenzung auch keine Sinn, da ja BM generell schon hypnotisch klingt: Burzum, besagte Mortifera, Strid, Sortsind usw.. Diese ganze gaze und post Sache und slowcore Dinge mögen einzeln cool sein. Ich mag auch Bands, wie Low, Codeine oder Cowboy Junkies. Aber im bm sind besagte Elemente fehl am Platz. Manche Richtungen sollte man einfach nicht miteinander vermischen, da Abgrenzungen logisch und ästhetisch Sinn ergeben.

    2. Yuggoth sagt:

      Fazit: beim Black Metal bin ich nicht der Meinung, das es sinnvoll Ist, mit der Herangehensweise Das Rad neu erfinden zu wollen, ran gehen zu gehen.

  3. Buddy sagt:

    Also rein zufällig hab ich die Band im Februar schon für mich entdeckt gehabt. Ihre alten Sachen sind definitiv mehr Black Metal orientiert, das stimmt schon, bedeutet aber auch, dass die Band sicher noch einen Rest Black Metal beinhaltet, vielleicht mehr als der Teaser es erahnen lässt. Da ich selber auch ein Fan von experimentiellen / extremen Metal bin, kam ich nicht umhin mal reinzuhören. Ich selbst würde es jetzt nicht auf den „Rockolymp“ erheben, da selbst mir die Songs teilweise echt gut zum Kauen und Verdauen gelassen haben, denke mal aber so auf Anhieb hätte die Scheibe 7 von 10 Punkten von mir gekriegt.

  4. Arndt sagt:

    Ich finde Buddy sollte hier in Zukunft Reviews schreiben.

  5. Buddy sagt:

    @ Arndt, danke das ist zu viel der Güte 🙂
    Ich glaube als Autor auf einer solchen Seite reicht es nicht einen fünf- im Bestfall Sechszeiler zu schreiben, ich habe also auch Heidenrespekt davor wenn hier jemand ein 3 seitiges Special schreibt. Als ich das gestern schrieb, hab ich außerdem auch noch nicht mal angefangen gehabt zu lesen. Man hätte hier sicher noch auf zwei Seiten runterkürzen können, aber die dritte Seite war schon gut zu lesen, gerade weil jeder einzelne Song genauer unter die Lupe genommen wurde, allerdings hab ich jetzt nicht auf die Lyrics großartig geachtet, dass hier und da Sprechgesang aufkommt und dieses Experiment – wie bereits erwähnt – auch erstmal im Großhirn ankommen muss.
    Wenn es irgendwann noch mal einen Slot zum Bewerben gibt, könnte ich es mal versuchen, weiß aber nicht wie groß hier der Bedarf ist, da ja jeder des Teams schon einen festen Bereich bearbeitet.

  6. Anton Kostudis sagt:

    @Buddy: Gute Leute werden immer gebraucht. Melde dich doch mal beim Kollegen Möller (stephan.moeller@metal.de). Dann könnt ihr alle Eventualitäten erörtern. 🙂

  7. Yuggoth sagt:

    Ich halte nicht viel von ‚Kunst‘