Mystic Circle
Listening-Session zu "The Bloody Path Of God"

Special

Am Freitag, den 09.12.05, hatten das infernalische Duo MYSTIC CIRCLE aus Worms sowie deren neue Labelheimat Dockyard1 nach Ludwigshafen zur Listening Session des „Open The Gates Of Hell“ Nachfolgers „The Bloody Path Of God“ Schreiberlinge diverser Fachmagazine eingeladen. So fand man sich im Underground, einer kleinen und sehr gemütlichen Kneipe, in überschaubarer Runde ein, um dem neuen Werk zu lauschen und sich ein Bild über das aktuelle Geschehen der kontinuierlich tourenden Band zu verschaffen. Im gleichen Gebäude befindet sich übrigens auch das „State Of The Arts“ Studio von Ex-Drummer Necrodemon, welcher als Produzent und Studio-Schlagzeuger fungierte. Doch zunächst wollten erstmal ein paar Bierchen verhaftet und ein wenig über dies und das geredet werden. Ich erlaubte mir, den ehemaligen Gitarristen Isternos mitzunehmen, und so wurde doch über einige Erinnerungen und Tour-Anekdoten berichtet. Die Hintergrundbeschallung übernahm währenddessen der AMORPHIS Klassiker „Tales From The Thousand Lakes“, dessen überragende Klasse und Bedeutung alle einigte. Natürlich waren alle gespannt auf das neue und inzwischen siebte Studioalbum von MYSTIC CIRCLE, wie sich die Gruppe denn nun in den letzten beiden Jahren weiterentwickelt hat. Mich interessierte auch ein wenig die neue Plattenfirma. So teilte mir die überaus freundliche Sonja von Dockyard1 mit, dass das recht neue Hamburger Label von ehemaligen Sanctuary/Noise Records Mitarbeitern sowie Piet Sielck (IRON SAVIOR, SAVAGE CIRCUS) gegründet wurde und solch bekannte Bands wie IRON SAVIOR, LAKE OF TEARS, WALTARI und SAVAGE CIRCUS oder die erst mit BEHEMOTH und NILE getourten Belgier IN-QUEST unter Vertrag hat sowie mit Soulfood einen kompetenten Vertriebspartner vorweisen kann. Doch dann wurde es endlich Zeit für „The Bloody Path Of God“, welches im 24 Spur „State Of The Arts“ Studio aufgenommen wurde. Die Lautstärke wurde ansprechend angepasst, und die Hölle brach druckvoll los.

Mystic Circle

01. The Blody Path Of God

Der Opener und Titelsong prescht gleich druckvoll und energisch mit fetten Riffs nach vorne, Double-Bass Gewitter im midtempo regiert, es folgt ein kurzes Slowdown, ehe es wieder treibend weitergeht. Vor allem die Double-Bass Wirbel stechen hervor, dezente Keyboards untermalen dieses Stück. Der Refrain ist MYSTIC CIRCLE typisch ziemlich fett und macht damit gleich den ersten Song zu einer dunklen Hymne.

02. Doomsday Prophecy

Das zweite Stück beginnt mit einem halbakustischen Intro, vom Keyboard wird eine Violine simuliert, was eine etwas melancholische Atmosphäre aufbaut. Das Intro steigert sich enorm, es kommen melodische Gitarrenleads hinzu, um unmittelbar in einem Donner von abgehackten Riffs zu gipfeln. Der Song ist im midtempo gehalten, im Refrain finden sich die melodischen Leads wieder. Nach zweimaliger Wiederholung des Schemas ertönt wieder das Thema des halbakustischen Intros, welches nun von Riffwänden durchzogen wird. Der Track weist einige progressive Einschübe auf und endet etwas abrupt.

03. 9 Plagues Of Egypt

Dieser Titel baut sich sehr thrashig auf, von Anfang an geistern Vergleiche mit SLAYER oder KREATOR auf. „9 Plagues Of Egypt“ geht straigt vorwärts im uptempo mit Thrash Metal charakteristischen Ufta-Drums, im Verlauf wird das Tempo ein wenig herausgenommen, Keyboards setzen kurz ein, um dann von einer Double-Bass Wand erdrückt zu werden. Der Refrain ist wieder typisch MYSTIC CIRCLE, es folgt ein sauberes Solo. Das Stück klingt mit einem Schlagzeugwirbel aus.

04. The Grim Reaper

Ein gespenstisches Intro mit entrückten Keyboards und schrägen Gitarrentönen leitet „The Grim Reaper“ ein. Es baut sich eine immer stärker werdende Spannung auf, eine riffende Gitarre zersetzt die entrückten Töne und geht straight vorwärts weiter. Screams und Growls wechseln sich ab, der Song im uptempo weißt wieder Double-Bass Wirbel auf. Dieses rotzig und rau gespielte Stück hat eine richtige Rock Attitüde und könnte auch als der Rock’n’Roll Song bezeichnet werden. Nach zweimaliger Wiederholung folgt ein Break, und „The Grim Reaper“ baut sich langsam wieder auf pumpenden Double-Bass auf, schwere doomige Riffs nehmen wieder die Geschwindigkeit raus, einige Obertöne wurden eingebaut.

05.Hellborn

Mit einem langsamen Anfang und sphärischen Keyboards beginnt „Hellborn“. Es folgt ein Marsch Rhythmus, um das Stück dann treibend fortzuführen. Der Song ist von intelligenten Breaks durchsetzt, teilweise setzt die thrashig riffende Gitarre aus, um Raum für den pumpenden Bass zu geben. Irgendwie erinnert die Musik hier stark an KREATOR oder aber auch ein wenig an IN FLAMES. Passend dazu klingt Beelzebub etwas wie Mille. Nach zweimaliger Wiederholung wird das Tempo heruntergefahren, es kommt ein Part mit halbakustischen Gitarren und Keyboards, um dann wieder in den Marsch Rhythmus zurückzufinden, welcher dann zurück zum Thrash Metal kommt. Meiner Meinung nach ein Klasse Tanzflächen-Feger. Würde es eine Single-Auskopplung geben, wäre gerade dieser eingängige „Discosong“ dazu prädestiniert.

06.Riders Of The Apokalypse

Wie aus dem Nichts kommt plötzlich ohne Vorwarnung ein lauter Anfang, das Stück geht gleich in die Vollen. Zum ersten Mal sind hier nun Blast Beats vorhanden, zusammen mit dem etwas klirrenden Riffing und den Screams ein richtiger Black Metal Hassbrocken. Der Song ist sehr aggressiv und hart. Das Tempo wird dann wieder ein wenig langsamer, dezente Keyboard-Klänge untermalen das von Riffs und Screams dominierte Stück. Nach einem gelungenen Break baut das Keyboard wieder erneut Spannung auf, welche in Riffwänden gipfeln. Es folgen noch ein Solo, ehe dann nach einem Breakdown etwas Sprechgesang einsetzt und der Song endet.

07. Church Of Sacrifice

Dieser Song beginnt halbakustisch mit schleppendem Rhythmus. Gerade der Anfang erinnert ein wenig an SLAYER’s „Seasons In The Abyss“ und gleichzeitig irgendwie modern. Der Track ist treibend gehalten und sehr eingängig. Drumwirbel, straightes Riffing dominieren, ehe mehrstimmige Gitarrenmelodien hinzukommen. Kurzzeitig baut sich eine ähnlich erhabene Atmosphäre wie bei BATHORY auf. Es geht treibend weiter, ehe das Stück ausklingt.

08. The Forgotten

Den Anfang bildet ein langsamer, stampfender Aufbau. Es kommen doppelte Leads, irgendwie klingt das Ganze schon fast nach Doom Metal. Der Song entwickelt sich zu einem stampfenden Dampfhammer mit Double Bass Teppich. Nach dem zweimaligem Refrain geht es halbakustisch nur mit Gitarre langsam weiter, ein Cello sowie dezente Keyboards setzen ein und schaffen eine bedrohliche Stimmung. Melodische Leads durchbrechen die Stille und bauen das Stück wieder auf.

09.Unholy Terror

Dieser Track ist der Schnellste des Albums. Black Metal Riffing, Screams und Blast Beats schaffen eine grimmige Atmosphäre. Kurz wird das Tempo wieder gedrosselt, Double Bass donnert im uptempo, um dann wieder unvermittelt in Blasts überzugehen. Nach einem Break kommt ein schräges Solo, wie sie beispielsweise auch bei SLAYER gespielt werden. Dieser Song dürfte wohl den größten Black Metal Appeal des Albums haben.

MYSTIC CIRCLE haben wahrlich ihre Hausaufgaben gemacht und legen ein verdammt abwechslungsreiches Album vor. Auf diesem werden sich noch 2 Intros sowie eine Coverversion des CELTIC FROST Klassikers „Circle Of The Tyrants“ befinden. Der Sound ist wirklich sehr fett und druckvoll, obwohl das Mastern noch aussteht! „The Bloody Path Of God“ erscheint am 20.02.06 und kann rundum als gelungen bezeichnet werden. MYSTIC CIRCLE Fans können sich auf etwas gefasst machen! Nach dem Hören begaben wir uns noch ins Studio an der Rückseite des Gebäudes, in welchem auch das obige Foto entstanden ist. Necrodemon erzählte mir noch, dass hier unter anderem noch MISANTHROPIC und PUSSY SISTER aufgenommen haben. Er selbst ist noch mit eigenen Projekten beschäftigt oder hat z. B. die Drums für die Australier HERRATIK eingespielt. Der verbliebene Rest (Ich, Isternos, Sonja, Ezpharess und Freundin) machte es sich dann noch in der nahe gelegenen Disco gemütlich und feierte noch ein wenig.

11.12.2005

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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