
Hypocrisy
"Es geht darum, den Alltag auszublenden und einfach in die Musik einzutauchen."
Interview
Wir sprechen mit HYPOCRISY über die „Mass Hallucination“ Tour, moderne Realitätswahrnehmung und die Entwicklung der Band zwischen Aggression und Atmosphäre.
Hey und willkommen bei Metal.de! Heute ist Peter Tägtgren von HYPOCRISY bei uns. Schön, dich zu sehen – wie geht’s dir?
Mir geht’s gut, danke! Und selbst?
Auch gut, danke! Ihr startet bald die „Mass Hallucination“ Tour 2026. Wie groß ist die Vorfreude, endlich wieder auf Europa-Tour zu gehen?
Ehrlich gesagt, es ist einfach zu lange her. Festivals im Sommer sind cool, aber eine richtige Tour ist nochmal was anderes. Wir arbeiten gerade an einer ziemlich aufwendigen Show – ich hoffe nur, dass wir das ganze Equipment auch überall unterbringen können. Natürlich spielen wir die Klassiker, aber auch ein, zwei Songs, die wir noch nie live gespielt haben.
Der Tourauftakt findet im Astra Berlin statt. Hast du besondere Erinnerungen an die Stadt?
Ja, auf jeden Fall. Ich habe zwischen 2013 und 2020 viel Zeit in Berlin verbracht.
Gerade durch dein Projekt Lindemann, richtig?
Genau.
Was können Fans von dieser Tour erwarten?
Ich hoffe, alles wird besser als beim letzten Mal – visuell, soundtechnisch, insgesamt die ganze Show. Wir haben deutlich mehr Technik dabei, mehr Lichteffekte, mehr Atmosphäre.

Der Titel „Mass Hallucination“ ist ziemlich eindrucksvoll. Was steckt dahinter?
Der Titel stammt ursprünglich aus einem Song, an dem ich gerade arbeite. Wenn man sich die Welt anschaut – Nachrichten, Entwicklungen – fragt man sich manchmal echt, ob das alles real ist oder ein Film. Es passt einfach zu unserer Zeit.
Würdest du sagen, das spiegelt die Realität wider, in der wir heute leben?
Absolut. Man glaubt etwas sei die Wahrheit, und am Ende ist es ganz anders. Ich verliere mich da auch gerne mal in Verschwörungstheorien – das zieht dich schnell runter in den Kaninchenbau.
Seht ihr eure Shows als eine Art immersive Erfahrung?
Hoffentlich. Es geht darum, den Alltag auszublenden und einfach in die Musik einzutauchen. Man muss nicht unbedingt im Pit stehen – einfach genießen und alles aufsaugen.
Mit ABBATH, VOMITORY und VREID habt ihr ein ziemlich extremes Line-up. Wie kam das zustande?
Wir wollten ein starkes Paket zusammenstellen. Die Idee für ABBATH kam vom Booking – und ich dachte sofort: Warum nicht? Wir waren schon 2002 gemeinsam unterwegs, das ist lange her. Und mit VOMITORY bin ich sowieso befreundet.
Macht diese Mischung die Shows unberechenbarer?
Definitiv. Die Leute bekommen viele verschiedene Extreme geboten – musikalisch und emotional.
Eure Musik lebt von der Balance zwischen Aggression und Atmosphäre. Wie wichtig ist das live?
Sehr wichtig. Das war schon seit „Fourth Dimension“ so. Schnelle Songs zum Ausrasten, dann langsamere Parts zum Durchatmen – genau diese Dynamik brauchen wir auch live.
Wie stellst du eure Setlist zusammen?
Wir schauen natürlich, was die Leute hören wollen – Spotify, Kommentare, Feedback. Am Ende sind wir da, um die Fans glücklich zu machen. Es gibt Songs, die müssen einfach gespielt werden, sonst fliegen Bierbecher.
Gibt es Songs, die live besonders gut funktionieren?
Die langsameren Stücke haben oft eine besondere Wirkung, weil man sich richtig reinfühlen kann. Aber natürlich funktionieren auch die schnellen Tracks extrem gut.
Nach so vielen Jahren – was definiert den Sound von HYPOCRISY heute?
Wahrscheinlich die Melodien – düster, schwer, aber eingängig. Und natürlich unsere eigene Handschrift.
Hat sich die Band eher musikalisch oder atmosphärisch weiterentwickelt?
Beides. Wir versuchen immer, noch extremer zu werden – härter, dunkler, schneller – ohne unseren Kern zu verlieren.
Ist Songwriting für dich eine Art Therapie?
Ja. Wenn ich nicht schreibe, werde ich depressiv.
Was vermisst du am meisten am Touren?
Ehrlich gesagt? Dass ich abschalten kann. Alles ist geplant, jeder weiß, was zu tun ist – ich muss nur spielen. Das ist fast wie Urlaub.
Hat sich dein Blick aufs Tourleben verändert?
Total. Früher wurde jeden Tag gefeiert. Heute vielleicht einmal pro Tour. Ich will einfach gute Shows spielen.

Was sollen Fans von dieser Tour mitnehmen?
Dass es sich gelohnt hat, hinzugehen.
Zum Abschluss: Wofür steht HYPOCRISY im Jahr 2026 – in einem Satz?
Common sense.
Perfekt. Danke dir – und viel Erfolg auf Tour!
Danke, bis bald!
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| Band | |
|---|---|
| Stile | Death Metal |
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