Kissin' Dynamite
Nicht bitchy, sondern sexy!

Interview

Trotz eines mittlerweile recht beständigen Stils, habt ihr mit KISSIN‘ DYNAMITE auch das ein oder ander Synthesizer-Experiment gewagt, vor allem auf der „Megalomania“. Schon auf „Generation Goodbye“ hatte ich das Gefühl, dass ihr die ein wenig zurückgefahren habt und auf „Ecstasy“ kann ich die Synthies nur noch ganz dezent im Hintergrund ausmachen, um die Songs ein bisschen voller zu machen. Habt ihr irgendwann doch das Gefühl gehabt, dass dieser massive Synthie-Einsatz nicht zu KISSIN‘ DYNAMITE passt?

Hannes: Ja jetzt mal ein Kompliment, ey, du hast dich ja richtig vorbereitet. Das hat alles Hand und Fuß und hört man nicht oft. Du hast komplett Recht. „Megalomania“ kann man als Experiment verbuchen und auch als wichtiges Experiment. Ich vergleich Musik immer mit dem ganzen Leben. Im Leben muss man eben seine Grenzen ausloten und das haben wir mit „Megalomania“ gemacht. Das klingt jetzt geschwollen, aber diese Synthies haben uns letztendlich auch emanzipiert. Wir sind mal aus unserer Komfortzone rausgekommen und konnten einfach eine neue Spielwiese begehen. Wir haben aber hinterher gemerkt, dass wir da ein wenig zu sehr mit der Brechstange rangegangen sind. Bei „Generation Goodbye“ haben wir das dann wieder reduziert und bei „Ecstasy“ hat das aber einen anderen Grund. Vor „Ecstasy“ hatten wir keinen Abgabezeitpunkt, da wir labelfrei war. Wir haben Songs einfach aus dem Bauch heraus geschrieben. Dabei sind sehr leichtfüßige Songs mit positiven Vibes entstanden. Irgendwie hatten wir einfach das Gefühl, dass ein großer Synthie-Einsatz nicht zu diesen Songs passen würde. Aber du hast Recht, „Megalomania“ war dahingehend die krasseste Platte und wir haben danach beschlossen, das ein bisschen weniger zu machen.

Jetzt hast du gerade schon die Leichtigkeit eurer Songs angesprochen. Tatsächlich kommt mir „Ecstasy“ im Gegenteil etwas ernster vor als eure bisherigen Platten. „Breaking The Silence“ und „Waging War“ sind zwei Songs, an denen ich das besonders festmache. Kannst du das nachvollziehen?

Hannes: Also bei den beiden Stücken ja. „Breaking The Silence“ ist das härteste Stück der Platte und „Waging War“ eine richtige Old-School-Nummer. Aber ich spiel auf was anderes an. Nimm Songs wie „I’ve Got The Fire“, „Ecstasy“ oder auch die Ballade „Still Around“. Das ist keine Power-Ballade im klassischen Sinne, die auf Herzschmerz abzielt, sondern das ist ’ne lässige Cabrio-Ballade, was wir noch gar nicht gemacht haben. Das war beim Songwriting sehr erfrischend. Wenn wir es jetzt in Farben sehen wollen, dann ist „Megalomania“ wahrscheinlich irgendwas kühleres, grün oder blau vielleicht. „Ecstasy“ hingegen ist eher orange oder gelb. Kannst du damit was anfangen?

Das ist jetzt schon sehr abstrakt gedacht, aber ich denke ich weiß, was du meinst.

Hannes: Es geht einfach um eine positive Grundattitüde. „Breaking The Silence“, wenn du den jetzt schon rausnimmst, das ist der härteste Titel und auch der Exot der Platte. Auf früheren Alben wäre eher eine positive Nummer der Exot gelesen. Wir haben bei der Grundstimmung einfach einen anderen Schwerpunkt gelegt.

Im Titelsong ist mal wieder eine Gastsängerin zu hören. Auf „Generation Goodbye“ war es Jennifer Haben von BEYOND THE BLACK. Diesmal ist es Anna Brunner von EXIT EDEN. Wird das jetzt eine Tradition bei KISSIN‘ DYNAMITE?

Hannes: Mh, ne, würde ich nicht sagen. Wir hatten auch auf „Addicted To Metal“ einen Gastsänger in Form von Udo Dirkschneider und danach erst mal keinen mehr. Wenn es sich anbietet und man da Bock drauf hat, dann kann man das machen. Aber es war nicht so, dass das Label jetzt ankam und eine Gastsängerin für Namedropping wollte. Ich hab die letzte Platte von EXIT EDEN produziert. Ich war sehr begeistert von Annas Stimme und hab das im Hinterkopf behalten. Der Song „Ecstasy“ war ursprünglich nicht als Duett geschrieben. Mit der Zeit hab ich dann gemerkt, dass ich den Titel, selbst wenn ich wollte, nicht alleine live singen könnte. Da kam dann eins zum anderen. Außerdem fand ich es ganz spannend, dass ein 200-bpm-Track mit Energie pur für ein Duett total untypisch ist. Sonst denkt man da immer an Herzschmerz-Nummern. Da kam mir direkt Anna mit ihrer rockigen Stimme in den Sinn. Sie wollte den Song natürlich erst mal hören, war aber sofort begeistern und kam direkt ins Studio.

Ist der Titelsong denn trotzdem für kommende Konzerte im Gespräch? Wird Anna vielleicht sogar mitkommen oder wie wollt ihr das handhaben?

Hannes: Das fände ich natürlich gut, aber hängt natürlich immer von den Zeitplänen der jeweiligen Leute ab. Wir sind schon fünf Leute innerhalb der Band und müssen unsere persönlichen Termine unter einen Hut bekommen, um auf Tour gehen zu gehen. Aber ich sag jetzt mal „Never say never“, das wird sich bestimmt das ein oder andere Mal einrichten lassen und wenn es nur auf ’nem Festival ist. Ich finde übrigens auch, dass ein Duett live nur genauso vorgetragen werden sollte, wie es erdacht wurde.

Mit Jennifer habt ihr es für das Live-Album ja auch einmal hingekriegt.

Hannes: In Stuttgart, genau.

Galerie mit 22 Bildern: Kissin' Dynamite - Summer Breeze Open Air 2019

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05.07.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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