The Black Dahlia Murder
"Ich mag Klischees"

Interview

Kinder, wo ist die Zeit geblieben? 2020 feiert die nach dem Mord an Elizabeth Short benannte (Melodic-)Death-Metal-Band THE BLACK DAHLIA MURDER bereits ihr 20-jähriges Jubiläum! Je nach angelegter Zeitrechnung des Grundungsjahres zumindest. Etwas besonderes ist angesichts dieses geschichtsträchtigen Datums bislang trotzdem nicht geplant, berichtet ein sichtlich gut aufgelegter Trevor Strnad via Skype. Warum er immer noch dankbar dafür ist, Musik machen zu können, wie die Idee zu der limitierten Edition mit „Dungeons and Dragons“-Game kam und warum Klischees für ihn nichts schlimmes sind, erfahrt ihr im Folgenden. Zu Teil II des Interviews geht es hier.

The Black Dahlia Murder - Verminous - Artwork

metal.de: Hi Trevor und erst einmal Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen von THE BLACK DAHLIA MURDER! Habt ihr angesichts des Jubiläums etwas besonderes geplant?

Trevor: Hallo und danke!  Nein, geplant haben wir eigentlich nichts besonderes, also keine extra Touren oder so. Aber mir wird gerade irgendwie erst wirklich bewusst, dass auch unser Debüt „Unhallowed“ demnächst Geburtstag feiert. Vielleicht überlegen wir uns da noch etwas Besonderes, mal sehen. Das dauert ja aber noch ein paar Jahre.

metal.de: Manche Bands machen ja extra Touren, auf denen sie exklusiv ihre Frühwerke aufführen. Wäre für dich auch so etwas denkbar?

Trevor: Nein, nicht wirklich. Wir haben das teilweise schon getan, etwa für „Unhallowed“ und „Nocturnal“ vor ein paar  Jahren für einzelne Shows. Ich verstehe das, da die Fans solche Sachen immer sehr gut annehmen. Aber wir waren eigentlich immer eine Band, die vorwärts gegangen ist und nicht wirklich in der Vergangenheit schwelgen wollte. Also auf neue Musik und Alben fokussieren.

metal.de: Seht ihr euch in 20 Jahren immer noch dabei, in der Szene zu sein und Musik zu machen?

Trevor: Ich hoffe doch! Ich habe keine Intentionen aufzuhören. Ich mag dieses Leben, den Lifestyle, die Szene. Also hoffe ich sehr, dass wir noch in 20 Jahren da sind. Wir haben kreativ in meinen Augen auch noch nicht das Ende erreicht, wir sind immer noch hungrig und wollen neue Dinge probieren. Ich sehe noch eine lange Zukunft vor uns.

metal.de: Völlig unabhängig davon, ob es nun ein 20-jähriges Jubiläum gibt oder nicht, ihr seid schon lange unterwegs als Band, habt sehr ausgedehnte Tourzyklen und findet noch Zeit, neue Musik aufzunehmen. Das kann nicht jede Band von sich behaupten. Was ist euer Erfolgsgeheimnis?

Trevor: Ich denke, es ist ein Cocktail aus den Persönlichkeiten aus unserer Band, der Musik und anderen Dingen. Wir nehmen unsere Musik sehr ernst und versuchen, das beste Material zu liefern, das wir können. Wir waren auch immer ein wenig eine herausstechende Band, finde ich. Die Leute haben uns in alle möglichen Schubladen gesteckt, für manche waren wir Deathcore, für die Deathcore-Kids waren wir zu sehr Death Metal. Wir haben irgendwie nirgendwo so richtig hinein gepasst. Es gab online immer Diskussionen um uns (lacht). Ich denke unser Erfolg liegt darin, uns selbst treu zu bleiben, sehr fokussiert zu arbeiten und weiterhin das zu lieben, was wir tun. Einfach ehrliche und die beste Musik zu machen, die wir können. Auch muss absolut klar sein, dass die Band absolute Priorität hat. Es wird von dir erwartet, dass du deinen Kalender komplett für THE BLACK DAHLIA MURDER frei machst. Du kannst dann nicht mehr „Nein“ sagen, wenn du in unserem Zirkel bist. Es geht darum, immer weiter zu machen.

metal.de: Hört sich nach einem harten „Do or die“-Vorgehen bei der Band an. Ihr hattet ja über eure Karriere öfters Personalwechsel. Alan (Cassidy, Drummer, Anm. d. Redaktion) ist ja schon ein wenig länger dabei, aber mit Max (Lavelle, Bass, Anm. d. Redaktion) und Brandon (Ellis, Gitarre, Anm.  d. Redaktion) gibt es zwei relativ neue Mitglieder, die wie ich finde ein wenig frischen Wind mit hinein gebracht haben. Erlebt ihr gerade so einen kleinen zweiten Frühling?

Trevor: Neues Blut in einer Band ist nicht unbedingt schlecht. Es ist immer sehr aufregend, wir haben eine neue positive Art, zu der auch die neuen Mitglieder beitragen. Brandon hat besonders seine kreative Ader einfliessen lassen, schon auf „Nightbringers“, aber besonders auf dem neuesten Album „Verminous“ wird sein Einfluss noch einmal deutlich. In gewisser Weise lebe ich durch das neue junge Blut in der Band auf (lacht). Für manche in der Band sind das ja alles neue Erfahrungen. Ich freue mich, sie so glücklich zu sehen und unterstütze sie dabei, rauszugehen, sich zu zeigen, all diese neuen Tourerfahrungen mitzunehmen. Man fühlt sich ein wenig wie der stolze ältere Bruder.

metal.de: Ich kann definitiv den Einfluss von Brandon auf der neuen Platte raushören, speziell in den Soli. Gleichzeitig gibt es immer noch den Markenkern im Sound, der es unmissverständlich zu THE BLACK DAHLIA MURDER von der ersten Note an macht.

Trevor: Ja, das war definitiv etwas, was wir so wollten. Wir wollten als Band ein wenig wachsen, neue Einflüsse zulassen, musikalisch wachsen. Hoffentlich sehen die Hörer das auch so und nehmen das an. Gleichzeitig bleiben wir natürlich THE BLACK DAHLIA MURDER. Ein wenig orientieren wir uns da an CANNIBAL CORPSE. Bei einem neuen Album wird es vielleicht ein paar neue Ideen oder Einflüsse im Sound geben, aber man weiß immer, dass man CANNIBAL CORPSE bekommt. Wir haben probiert, uns immer unseren eigenen Sound zu bewahren, aber auch neues zu probieren. Wir versuchen uns als kreative Menschen und unsere Fans bei Laune zu halten. Wir wollen definitiv komplexere und detailliertere Songs machen und als Band wachsen.

Galerie mit 20 Bildern: The Black Dahlia Murder - Tour Like A Grave 2019 in Ludwigsburg

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Quelle: Metal Blade, Trevor Strnad
06.04.2020

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