Dornenreich
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Konzertbericht

Billing: Dornenreich, Of the wand and the moon und Tenhi
Konzert vom 2001-10-03 | Scheune, Bietigheim

Nachdem das Konzert aufgrund von Umbauarbeiten im Stuttgarter Limelight in die Scheune nach Bietigheim verlegt wurde, fanden wir uns eine halbe Stunde vor dem offiziellen Einlass auf dem benachbarten Parkplatz ein. Der permanente Nieselregen ließ uns nach einer kurzen Erkundung der Örtlichkeiten noch die halbe Stunde im Auto warten, ehe wir uns Punkt 21.00 Uhr Richtung Eingang aufmachten. Da dann schon das erste Ärgernis: Der Veranstalter ließ das wartende Publikum noch zusätzlich rund 20 Minuten länger im Regen bzw. unter einem kleinen Vordach (das etwa sagenhaften 5 Leute Schutz bot) stehen, für was bitte gibt’s denn offizielle Einlaßzeiten? Nun denn, irgendwann hatten wir dann schließlich doch noch das Trockene erreicht, um gleich darauf mit stolzen Bierpreisen konfrontiert zu werden: 5.50 DM für ein 0.33er sind schon erhaben, leider war der Bierdurst argumentativ stärker. Die Scheune selbst schien zunächst wie geschaffen für diesen Konzertabend, vier in weißen Stoff gehüllte Säulen umgaben eine kleine Tanzfläche, an die sich in einer Richtung die Bühne, lediglich ein kleiner, abgestufter Bereich, und in zwei Richtungen die Theken anschlossen. Die Bühne war zwar spartanisch, aber geschmackvoll mit zwei Kerzenständern dekoriert und die Decke mit einem netzartigen Stoff abgehangen, ein ansprechendes Ambiente für die zu erwartende Musik also gegeben. Punkt 22.00 Uhr betraten Tenhi die Bühne, die Band, auf die ich mich eigentlich am meisten gefreut hatte, da mich „Kauan“ seit nun mehr zwei Jahren immer noch zu verzaubern weiß. Die 5 Mannen mit Flötistin wußten gleich vom ersten Ton an zu überzeugen: Ich hatte nicht geglaubt, daß es ihnen live gelingen würde, diese einzigartige verträumte Atmosphäre zu vermitteln, die so charakteristisch für diese Band ist. Die Stimmung war sehr ruhig und entspannt, bis sich zeigt, daß zwei metallische Dumpfbacken offensichtlich mit dieser Art von Musik überfordert waren und auch alkoholbedingt einen ständig wachsenden Mitteilungsdrang entwickelten. Lauteren Unterhaltungen, die ohnehin schon ablenkende Wirkung zeigten, folgten in den stillen Momenten penetrante „Slayer“-Rufe, die wohl erheiternd gemeint waren, von der Band aber irritierend und vom restlichen Publikum als störend und respektlos gegenüber den Künstlern empfunden wurden. Wie sich später herausstellen sollte, waren die beiden eigentlich nur wegen :Of the wand and the moon: gekommen, was die Rücksichtslosigkeit ihres Verhaltens frei nach „was interessieren mich die anderen“ nur unterstreicht. Dennoch ein großes Lob an Tenhi, die mit ihrer Interpretation finnischer Folklore die größte Resonanz vom Publikumsseite erhielten, wie sich später zeigen sollte. Sehr überzeugend waren sowohl die mehrstimmigen Gesangsparts als auch die instrumentalen Darbietungen, die kaum Fehler erkennen und, abgesehen von einer Bongotrommel anstelle des Schlagzeugs, die Musik sehr nahe am konservierten Original ließen. Man konnte den reichlich jung wirkenden Musikern in jedem Moment des Konzerts ansehen, wie sehr sie hinter ihrer Kunst stehen, keine Spur von Routine oder Selbstgefälligkeit störte den positiven Eindruck, den Tenhi hinterließen. Das Programm setzte sich aus drei Stücken von „Kauan“, zweien von „airut:ciwi“ und vier neuen bzw. nicht zuordenbaren Stücken zusammen, wobei der offizielle Set mit einem wunderbaren, vierstimmigen Gesangsstück endete. Auch wenn es den zwei oben erwähnten Deppen nicht in den Kram passte, wurden die schüchtern wirkenden Musiker selbstverständlich zu einer Zugabe aufgefordert, die in Form von „Kielo“ gewährt wurde.

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14.10.2001

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