Dornenreich - Flammentriebe

Review

Galerie mit 19 Bildern: Dornenreich - Summer Breeze Open Air 2019

Wie die Zeit doch vergeht. Seit 15 Jahren bestehen DORNENREICH inzwischen. Und vor 10 Jahren erschien „Her von welken Nächten“, für viele Anhänger DAS gewaltige (Black-Metal-)Referenzwerk, und mittlerweile ist auch „In Luft geritzt“, das Akustikalbum, schon 2,5 Jahren alt. Auch wenn jede Veröffentlichung von DORNENREICH von einer in sich eigenen Identität und eigenem Charakter geprägt war und ist, so muss ich diese beiden Werke anführen, wenn es um eine Rezension vom neuesten Album „Flammentriebe“ geht.

Bereits im Vorfeld wurde bekannt, dass die neuen Stücke wieder auf einem Black-Metal-Fundament fußen werden. Wie Eviga im Interview erklärt, stammt die Wortkombination „Flammentrieb“ aus dem Stück „Unruhe“ von „In Luft geritzt“. Und der Grundgedanke dieses Stücks stellt auch die zentrale Bedeutung des Konzepts hinter „Flammentriebe“ dar, mehr zu den Texten und den Hintergründen im Interview.

Personell wieder vereint mit Schlagzeuger Gilvan schlagen Eviga und Geiger Inve nicht nur hierdurch eine Brücke zu „Her von welken Nächten“. Auch die Musik ist nunmehr wieder eindeutig dem archaischen, leidenschaftlich-impulsiven und doch auch fordernden Black Metal verwurzelt. DORNENREICH entfesseln auf „Flammentriebe“ einen emotionalen Großbrand, und knüpfen dabei zwar einerseits an die eigene Vergangenheit an, ohne allerdings andererseits die Spuren der Entwicklungen der letzten Jahre zu verwischen. Vom stürmenden, dichten und dabei dennoch dynamischen „Flammenmensch“ mit infernalisch sägenden Gitarren, Akustikgitarre, wuchtigem Schlagzeugspiel mit Blastbeats und charismatischem Schreigesang bis zum abschließenden, ruhigen „Erst deine Träne löscht den Brand“ vollzieht sich ein ambitionierter, spannender Flächenbrand voller Details, vielschichtig, mit großer Dynamik und Tragik. Seien es die wunderschönen, hypnotischen, aber auch mal verstörenden Melodien der Geige, das dichteste und abwechslungsreichste Schlagzeugspiel in der Geschichte von DORNENREICH, die rhythmischen Riffs, das Flüstern oder die akustischen Intermezzi. Dissonanz und Harmonie, Laut und Leise gehen Hand in Hand. Denn trotz aller Wechsel geht alles fließend ineinander über.

„Flammentriebe“ ist purer schwarzer Edelstahl, intensiv glühend, brennend erhaben und mächtig. Ein Werk von zeitloser Eleganz und faszinierend mystischer Aura. Das siebte Album DORNENREICHs entfacht einen unbändigen Feuersturm, ein loderndes Manifest des Black Metals. Doch bleibt nicht verbrannte Erde zurück – nur ein Menschlein, fast erdrückt von der emotionalen Wucht des Gehörten, und gleichzeitig auf wundervolle Weise befreit. Doch Vorsicht, verbrenne dir weder Finger noch Seele!

28.01.2011

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

Der metal.de Serviervorschlag

Oder auch: "Wer 'Flammentriebe' von Dornenreich mag, wird auch das hier mögen." Lass andere Leser wissen, welche Platten sie noch anchecken sollten, wenn ihnen "Flammentriebe" gefällt.

Wie funktioniert der metal.de Serviervorschlag?

Es gibt noch keine Empfehlungen zu diesem Album. Willst du die erste abgeben? Dann registriere dich oder logge dich ein.

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 32398 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Dornenreich auf Tour

05.06.21metal.de präsentiertSkaldenfest 2020Dornenreich, Svart Crown, Waldgeflüster, Außerwelt, Sun Of The Sleepless, Dark Oath und EmpyrealKilianeum - Haus der Jugend/Klosterinnenhof, Würzburg

Kommentare