Edguy
Live in Filderstadt 2011

Konzertbericht

Billing: Edguy und Kottak
Konzert vom 2011-10-04 | Filharmonie, Filderstadt

Edguy

Mit „Nobody’s Hero“ legen EDGUY gleich ordentlich los und machen klar, dass das neue Album „Age Of The Joker“ im Mittelpunkt des heutigen Abends stehen soll. Bereits mit den ersten gesungenen Zeilen wischt Goldkehlchen Tobi Sammet jeglichen gesundheitsbedingten Zweifel an seiner Sangeskraft beiseite. Wo jedoch der Mensch brilliert, versagt die Technik. Es dauert einige Lieder, bis aus dem undurchsichtigen Soundmatsch endlich ein klar differenzierbarer, wohltönender Krach geworden ist.

So können weder „The Arcane Guild“ noch der früh die Stimmung anheizende Klassiker „Tears Of A Mandrake“ ihr volles Potential entfalten. Richtig schade ist es aber voll allem um „Pandora’s Box“, für dessen Country-Flair der heute praktisch nicht zu identifizierende Western-Gitarren-Sound schlechterdings unerlässlich ist. Die Musiker geben ihr bestes, um trotz dieses akustischen Handycaps für beste Stimmung zu sorgen. Und das gelingt ihnen auch. Im Grunde sind EDGUY-Fans hinreichend pflegeleicht und lassen sich gerne bespaßen. Da wird jeder blöde Spruch in Tobi Sammets Ansagen frenetisch bejubelt – und davon gibt es wieder einmal reichlich viele. Dabei vermissen die anwesenden Schwaben den traditionellen Spott gegen ihren VfB Stuttgart schon richtig. Dass der Sänger statt von „Filderstadt“ meist vereinfachend von „Stuttgart“ spricht, sei ihm hingegen gerne verziehen.

Als geborener Entertainer zieht Tobi Sammet wieder einmal alle Blicke auf sich. Dabei darf man aber die gleichermaßen routiniert wie spielfreudige agierende Instrumentalfraktion nicht vergessen, die mindestens ebenso wichtig für das Gelingen einer EDGUY-Show sind. Nach der unfreiwilligen Tour-Unterbrechung hat man heute stellenweise den Eindruck, dass die Jungs sich erst wieder aufeinander eingrooven müssen. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, denn echte Patzer leistet sich hier keiner.

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20.10.2011

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