
In Extremo
Rauhnächte 2025
Konzertbericht


DOMINUM aus Nürnberg sind das ureigene Musikprojekt des Produzenten Felix Heldt, der bei dem Quartett kurzerhand die Vocals selbst übernommen hat. Was eine Band wie ALESTORM für den Piraten-Metal sind, transformieren die Mittelfranken in das Zombiekonzept und schlittern dabei ebenso haarscharf um die Grenze zwischen humorvoll und lächerlich. In jedem Fall gehört die opulente Nummer auf die Bühne. Denn selten hat man bei einem Support zuletzt ein üppigeres Bühnenbild gesehen, die vier Protagonisten sind absolute Profis, was die Performance betrifft, und auch die Interaktion mit dem Publikum klingt nicht nach einer Band, die gerade einmal drei Jahre auf dem Buckel hat.
RAMMSTEIN-Stomps und SABATON-Pathos
Und doch kommen DOMINUM nicht über den Status eines ordentlichen Anheizers hinaus, was vornehmlich daran liegt, dass das Songmaterial, hauptsächlich aus dem aktuellen Album „The Dead Don’t Die“ bestehend, aufgrund seiner simplifizierten Gleichförmigkeit nicht gänzlich in den Bann ziehen kann. Hier treffen RAMMSTEIN-Stampfriffs auf SABATON-Pathos, dazu ein paar Choreinlagen, welche die Fans obligatorisch mit einbeziehen und als Dichtmasse recht plakativer Synthiekleister. Auch wenn die Nürnberger sichtlich Spaß an der Sache und die Zuschauer:innen ebenso mitgehen, nutzt sich die Nummer nach hinten heraus merklich ab.
Setlist:
01. Danger Danger
02. Killed By Life
03. The Dead Don’t Die
04. Frankenstein
05. We Are Forlorn
06. Don’t Get Bitten By The Wrong Ones
07. The Guardians Of The Night
08. We All Taste The Same
09. The Chosen Ones


Die wohl bekanntesten Mittelalter-Rocker Deutschlands lassen sich an diesem vorweihnachtlichen Donnerstagabend etwas mehr Zeit, sodass der plötzliche Pyroknall, auf den das Intro und anschließend „Weckt die Toten“ folgt, den einen oder anderen aus einem angeregten Gespräch geschreckt haben dürfte. Der eigentlich geborene Frontmann Michael Rhein wirkt anfangs fast genauso überrascht und gibt sich im Rahmen der ersten Songs beinahe introvertiert mit Ansagen, die bloß das Nötigste umfassen. Beim Feuerwerk haben sich die Berliner naturgemäß für eine andere Vorgehensweise entschieden und geizen von Beginn an nicht. Als die beliebte Rauhstimme im wahrsten Sinne des Wortes aufgetaut ist, lässt er auch die eine oder andere Bemerkung zur Bühnentemperatur fallen.
Old-School-Feuershow
Inhaltlich treiben IN EXTREMO besonders den Fans der ersten Stunde die Freudentränen in die Augen und beginnen mit Klassikern wie „Spielmannsfluch“, „Vollmond“ oder dem ältesten niedergeschriebenen deutschen Liedgut bei den „Merseburger Zaubersprüchen II“. In jedem Fall sind gut geölte Kehlen an diesem Abend Grundbedingung, denn gerade bei vielen Old-School-Tracks braucht Rhein nur unterstützend tätig zu werden. Hier ist auch erkennbar, dass Ebendiese auf eine stärkere Zuschauerresonanz stoßen, als die Songs des aktuellsten Albums „Wolkenschieber„. Nach einem umfassenden Konzertjahr, soll der anfängliche Eindruck, dass sich eine gewisse Müdigkeit eingestellt haben könnte, nach hinten heraus doch täuschen und die Hauptstädter liefern eine gleichsam motivierte wie solide Gesamtshow ab. Obligatorische Gassenhauer wie „Sternhagelvoll“ entlassen in die milde Dezembernacht und die kommenden Feiertage.
Setlist:
01. Intro
02. Weckt Die Toten
03. Spielmannsfluch
04. Vollmond
05. Feuertaufe
06. Herr Mannelig
07. Katzengold
08. Merseburger Zaubersprüche II
09. Troja
10. Wolkenschieber
11. Werd Ich Am Galgen Hochgezogen
12. Ave Maria
13. Liam
14. Mein Rasend Herz
15. Lieb Vaterland, Magst Ruhig Sein
16. Blutmond
17. Feine Seele
18. Nymphenzeit
19. Küss Mich
20. Störtebeker
21. Frei Zu Sein
22. Erdbeermund
23. Sternhagelvoll
24. Pikse Palve
Text: Patrick Olbrich
Fotos: Thomas Von Schaewen
Interessante Alben finden
Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38159 Reviews und lass Dich inspirieren!
In Extremo und Dominum auf Tour
| 24.04. - 25.04.26 | metal.de präsentiertMalta Metal Meeting (Festival)Septicflesh, In Extremo, Orden Ogan, Angelcrypt, Sahhar, ClubMurder, Dysangelium und Luciferi RegnumGianpula Village, Rabat, Malta, Żebbuġ |
| 01.07. - 04.07.26 | metal.de präsentiertRockharz 2026 (Festival)Alice Cooper, Helloween, Emperor, Subway To Sally, Kataklysm, AGNOSTIC FRONT, Knorkator, Finntroll, Biohazard, Soulbound, Ex Deo, Annisokay, Gothminister, Haggefugg, Final Cry, Die Habenichtse, Stahlmann, Motorjesus, Dominum und BetontodFlugplatz Ballenstedt, Ballenstedt |
| 24.07.26 | metal.de präsentiertIn Extremo – Carpe Noctem BurgenTour 2026In ExtremoBurg Esslingen, Esslingen am Neckar |
| Alle Konzerte von In Extremo und Dominum anzeigen » | |
Patrick Olbrich
































Kommentare
Sag Deine Meinung!