In Extremo - Sterneneisen

Review

Galerie mit 15 Bildern: In Extremo - M'era Luna 2018

Da ist sie nun, die neue IN EXTREMO. Viele Fans haben die Scheibe so sehnsüchtig erwartet wie kaum etwas anderes in diesem Jahr. Für mich als aufgeschlossenen Musikhörer ist es etwas ganz besonderes, diese Band zu rezensieren, denn ich befasse mich zum ersten Mal intensiv mit ihrer Musik, auch wenn mir ein paar ihrer vorigen Alben bekannt sind, jedoch nicht detailliert. Beste Voraussetzungen also, „Sterneneisen“, so der Name des neuen Albums, frisch und unbefangen zu kritisieren. Schauen wir also, was IN EXTREMO anno 2011 zu bieten haben…

Zunächst fällt der sehr gute Sound auf, der druckvoll, vollmundig und trotz der knackigen Gitarren relativ klar rüberkommt und die Musik der Band, inklusive metallischen wie folkloristischen Anteilen, einfach perfekt in Szene setzt. Alles bekommt genügend Raum zum wirken und zur Entfaltung und besonders auffällig ist, wie astrein der Dudelsack ein- und umgesetzt wurde. Einwandfrei aufeinander abgestimmt erreicht die Musik auf „Sterneneisen“ jedes Herz des Pop-Metals, womit wir auch gleich beim ärgsten Kritikpunkt am Album sind.

Für mich waren IN EXTREMO immer eine Band, die besonderen Wert auf Authentizität legt. „Sterneneisen“ aber klingt meiner Meinung nach wie der Sprung ins derzeit unheimlich, oder sollte ich sagen unheilig erfolgreiche Fahrwasser von Hausmütterchen-Gruppen wie eben UNHEILIG. Vom oft zitierten Mittelalter höre ich hier kaum etwas. IN EXTREMO klingen angepasst, glatt und wie eine Adaption der Grafen-Band. Wo wir grad beim Graf sind, der leiht seine Stimme einem Stück des Albums („Hol die Sterne“), so dass die Verbindung auch gleich problemlos hergestellt werden kann. Aber ja doch, IN EXTREMO sollen auch ein Stück vom Kuchen abbekommen!!! Es sei ihnen gegönnt… nicht wahr?

Im Gegenzug streichen IN EXTREMO aber auch einige Sympathiepunkte ein, denn sie haben gleich noch einen Gastsänger auf dem Album, der die Musik der Band bekanntlich sehr mag. Mille Petrozza von KREATOR singt auf „Unsichtbar“ und macht dabei eine sehr gute Figur. Auffallend ist, dass das Stück offenbar tatsächlich auf ihn zugeschnitten wurde, denn mit ein wenig Phantasie kann man sogar etwas Thrash im Ansatz der Gitarren erspinnen.

Insgesamt also ist „Sterneneisen“ der Griff nach den Hausmütterchen-Charts, die dann stolz von sich behaupten können, sie würden Metal hören. Ich persönlich finde, dass IN EXTREMO mittlerweile erschreckend glatt und (abgesehen vom Dudelsack) uneigen klingen und neben ein paar pseudoschwülstigen Texten und fürchterlich billigen Tralala-Melodien nicht viel zu bieten haben. Das hier ist musikalisch bestenfalls mittelmäßiger Chart-Metal, wenn auch mit zugegeben netten Mitsing-Refrains, die allerdings nur einen oberflächlichen Reiz besitzen und sich schnell abnutzen.

12.03.2011

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5 Kommentare zu In Extremo - Sterneneisen

  1. herr kröte sagt:

    Die neue In Extremo, wie auch schon ihr Vorgänger, hat sich weit von dem entfernt, was mir an der Band vor Jahren mal zugesagt hat. Die Texte zeigen teilweise beängstigende "reim Dich oder ich fress Dich"- Qualitäten. Handwerklich gut, die Songs überzeugen mich hingegen zumeist nicht. An die Adresse von metal.de: Gebt dem stendahl doch für Veröffentlichungen aus dem Genre: Mittelalter einen Button, womit er automatisch einen Verriß absondern kann. Einfach instant das jetzige Review nebst vier Punkten als Autokommentar. Und alles wird gut.

  2. bloodlust sagt:

    geht´s euch arschlöchern von metal.de jetzt gut nach diesem verriss? lang genug hat`s ja gedauert (VÖ 25.02.)

  3. rexxar sagt:

    Ich komm ganz gut mit dem Review überein und weiss gar nicht, was die zwei Menschen über mir haben …
    Vier der fünf Punkte resultieren aus der astreinen Abmischung. Da kann man wirklich nicht meckern. Was aber nichts über Kreativität aussagt … für mich ist dieses Album eine schwache Kopie von Sängerkrieg, welches ich schon nicht mehr ganz so stark fand wie Mein Rasend Herz. Das Mittelalter inklusive seinen authentischen Texten tritt viel zu sehr in den Hintergrund. Die Anleihen an Stella Splendens (in Siehst du das Licht) wirken eingefügt und unpassend, wenngleich ich dieses Lied als bestes des Albums empfinde.
    Als Fan und Sammler wird diese CD ihren Platz in meinem Regal wohl behalten, aber oft wird sie nicht ihre Kreise drehen. Leider.

    5/10
  4. herr kröte sagt:

    Gegen das Review sage ich für meinen Teil gar nix, das ist fundiert und gelungen.

  5. frankenbub sagt:

    Gehts noch? Das ist doch eine der besten Scheiben seit der Verehrt und Angespien! Sängerkrieg war schon gut, doch Sterneneisen toppt den Vorgänger nochmal. Ich freu mich schon riesig drauf die neuen Lieder Live zu sehen, weil die richtig Druck haben. Das wird mit Sicherheit besser als die langsamen Schandmäuler.

    8/10