In Extremo - 20 Wahre Jahre

Review

Galerie mit 26 Bildern: In Extremo - Carpe Noctem Burgentour 2019 in Hanau

Kinder, wie die Zeit vergeht. Ist es wirklich schon siebzehn Jahre her, dass mein Erstkontakt mit IN EXTREMO in Form von “Villemann Og Magnhild” auf einem Rock-Hard-Sampler stattfand? Gegründet wurde die Band bereits 1995 und es ist allerhand passiert in den vergangenen zwanzig Jahren. Die Berliner blicken auf eine imposante Diskographie, inklusive Nr.1-Album, genauso zurück, wie auf Anfeindungen innerhalb der Szene, die ihnen immer wieder Ausverkauf vorwirft. Im Rahmen dieses Jubiläums erscheint nun unter dem Titel “20 Wahre Jahre” ein limitiertes, 13 CDs umfassendes Boxset, das es definitiv in sich hat.

Neben allen regulären Alben befinden sich eine Raritäten-CD und ein Akustik-Livealbum in der Box. Die CDs sind natürlich remastert, was man in diesem Fall deutlich hört. Vergleicht man “Ai vis lo lop” und “Villemann og Magnhild” mit den Originalversionen, kommen die remasterten Nummern hier viel transparenter aus den Boxen und geben dem Ganzen eine neue Dimension ohne dabei den Charme der alten Aufnahmen zu verlieren. Die Box, bzw. die vorliegende Promo-Best-Of, verdeutlicht dabei vor allem eines: IN EXTREMO haben jede Menge Hits geschrieben, die sich nur ganz schwer aus den Gehörgängen verdrängen lassen. “Vollmond”, das geniale “Spielmannsfluch”, “Sängerkrieg”, “Frei zu sein” oder die beiden oben genannten Stücke sind nur einige unter vielen, die den Hörer immer wieder aufs Neue für sich begeistern können. Das brauche ich Fans der Band aber nicht zu erzählen. Viel interessanter wird es bei dem Raritäten-Album, das B-Seiten, alternative Versionen sowie die brandneue Hymne “Loreley”, mit der IN EXTREMO sich selbst und ihre Fans feiern, zu bieten hat. Letztgenannte Nummer zeigt mit ihrer Mischung aus bekannten Trademarks der Band und modernem Riffing auch die Ambivalenz, mit der das Septett innerhalb der Szene wahrgenommen wird. Wie dem auch sei, es können zwar nicht alle Songs der Raritäten-CD punkten, aber das Gros der Stücke bietet IN EXTREMO in Reinkultur. “Meie Din” ist beispielsweise eine Nummer mit extrem coolem Groove. Auch die Kollaboration mit Götz Alsmann bei “Spielmann” kommt cool, wobei Alsmanns Klavierspiel einen schönen Kontrast zum räudigen Gesang von Michael Rhein bildet. Die Hommage an ihre Heimatstadt ist mir persönlich ein wenig zu modern gehalten. Insgesamt ist diese Bonus-CD von “20 Wahre Jahre” für Fans aber durchaus interessant, da hier alle Phasen der Mittelalterrocker gleichermaßen beleuchtet werden.

Das Livealbum punktet natürlich durch seine intime Atmosphäre und der Neuinterpretation vieler Hits von IN EXTREMO. Als Beispiel sei hier das stimmungsvolle, getragene “Merseburger Zaubersprüche” angeführt. Auch eine Nummer wie “Vollmond” funktioniert im akustischen Gewand, sorgt für Gänsehautmomente und gefällt mir sogar besser als mit Stromgitarren. Ich hätte gerne ein paar mehr Klassiker in diesen ‘rohen’ Versionen gehört, aber eigentlich braucht es auch nicht immer die gleichen Setlisten. Von daher ist auch dieser, während der 2010er “Tranquilo”-Tour entstandene Mitschnitt als Bonus von “20 Wahre Jahre” absolut wertig. Zumal nicht wenige Fans mit dieser CD einen kleinen Eindruck von dem bekommen dürften, wie IN EXTREMO klangen, bevor “Weckt die Toten” 1998 die Metalwelt auf den Kopf stellte und die Band noch Mittelaltermärkte bespielte.

Was bleibt noch zu sagen? “20 Wahre Jahre” zeigt eindrucksvoll den Werdegang einer Band, die sich ihren Status (ähnlich wie u.a. SABATON, AMON AMARTH oder POWERWOLF) durch ständiges Touren und starke Platten hart erarbeitet hat. Man muss die Band und ihre musikalische Entwicklung nicht mögen, aber man sollte IN EXTREMO für ihre Leistungen respektieren – verehrt und angespien eben.


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27.08.2015

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