Powertrip Tour
Die Spacelords können es noch!

Konzertbericht

Billing: Monster Magnet und Saint Agnes
Konzert vom 04.02.2020 | Muffathalle, München

Münchner, die es (musikalisch) gerne hart und laut mögen, verirren sich eher selten in die Muffathalle. Doch dort, wo sonst vornehmlich Indie- und Pop-Acts auftreten, gastiert heute ein echtes Genreschwergewicht: MONSTER MAGNET gelten nicht nur als Mitbegründer der US-amerikanischen Stonerszene, sondern haben mit „Powertrip“ 1998 zudem eine Platte herausgebracht, die – vor allem dank des Überhits „Space Lord“ – weit über die Genregrenzen hinaus Bekanntheit erlangen konnte. Nun, zweiundzwanzig Jahre nach dem Release, bringen die US-Rocker ihr Erfolgsalbum erneut auf die Bühnen Europas. Mit an Bord: die Londoner Rock ’n‘ Roller SAINT AGNES. Wie gewohnt, gibt es zudem auch optische Eindrücke der Show – diesmal aus Berlin von der geschätzten Kollegin Andrea Friedrich.

SAINT AGNES – Frauenpower aus London

Galerie mit 25 Bildern: Saint Agnes - Powertrip Tour 2020 in Berlin

SAINT AGNES sind hierzulande (und höchstwahrscheinlich auch im Rest Europas) zwar noch ein absoluter Geheimtipp, das britische Quartett um Sängerin Kitty Arabella Austen macht mit seinem rüden Rock ’n‘ Roll-Sound dafür jedoch ordentlich Stimmung. Dabei spielen, schreien, tanzen und hüpfen sich die vier Londoner souverän durch ihr letztjähriges Debütalbum „Welcome to Silvertown“, das besonders mit dem gleichnamigen Titeltrack unmittelbar Lust auf mehr macht. Das etwa vierzigminütige Set dient bestens dazu, sich schon einmal für MONSTER MAGNET aufzuwärmen. Man darf also gespannt bleiben, was die UK-Rocker in den nächsten Jahren abliefern.

MONSTER MAGNET – Monströses Vergnügen

Galerie mit 26 Bildern: Monster Magnet - Powertrip Tour 2020 in Berlin

Um kurz nach 21 Uhr beginnt schließlich der knapp achtzigminütige Powertrip, im Laufe dessen MONSTER MAGNET ihren gleichnamigen Klassiker beinahe in voller Länge durchspielen. In Sachen Bühnenshow geben sich Bandkopf Dave Wyndorf & Co. zwar recht spartanisch, doch als die ersten Takte des Openers „Atomic Clock“ erklingen, steht fraglos fest: New Jerseys Spacelords brauchen auch über dreißig Jahre nach ihrer Gründung keine Gimmicks, um souverän abzuliefern.

Das legendäre Quintett, aus dessen Dunstkreis auch andere Genregrößen wie THE ATOMIC BITCHWAX stammen, spielt sich gekonnt doch sein bis dato kommerziell erfolgreichstes Album. So besingt ein bestens gelaunter Wyndorf in „Tractor“ zugedröhnte Irrfahrten im Ackerschlepper, versammelt die euphorische Menge im „Crop Circle“ und beschert dem textsicheren Publikum damit einen regelrechten „Powertrip“. Die Platte (und MONSTER MAGNET selber) erweist sich auch mehr als zwanzig Jahre nach Erscheinen noch als ordentliche Live-Dampfwalze.

Schade nur, dass die Ostküstenrocker bei ihrer Setlist auf ganze drei Songs des Albums – darunter das legendäre „Goliath and the Vampires“ – vollkommen verzichten. Auch die Zugabe hätte ruhig länger ausfallen dürfen. Mit Hits wie „Look to Your Orb for the Warning“ oder „Negasonic Teenage Warhead“ kriegen die Fans zwar absolute Kultklassiker auf die Ohren, insgesamt ist das Set dann doch ein bisschen zu kurz. MONSTER MAGNET sind eben auch nicht mehr die Jüngsten – abrocken können sie aber noch äußerst überzeugend!

Setlist:

Atomic Clock
Tractor
Crop Circle
Temple of Your Dreams
3rd Eye Landslide
See You in Hell
Baby Götterdämerung
Bummer
Powertrip
Space Lord

Twin Earth
The Right Stuff
Look to Your Orb for the Warning
Negasonic Teenage Warhead

12.02.2020

"What is this that stands before me?"

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