Monster Magnet - Mindfucker

Review

„Mindfucker“ – Yeah Baby! Einen besseren Titel für ein Album von MONSTER MAGNET hätte dem guten alten Dave Wyndorf wohl tatsächlich nicht einfallen können – schließlich war „Powertrip“ schon vergeben. Der Name hätte eigentlich zu jedem Album gepasst, wenngleich man attestieren muss, dass gerade das neueste Werk da nicht ganz so ideal dazu stimmig ist. Denn die spacigeren, psychedelischeren um nicht zu sagen verdrogten Geschichten, wie bspw. auf dem letzten Album „Last Patrol“ oder den Ausflügen „Milking The Stars: A Re-Imagining Of ‚Last Patrol'“ und „Cobras And Fire (The ‚Mastermind‘ Redux)“, findet man auf „Mindfucker“ eher weniger.

„Mindfucker“ von MONSTER MAGNET – was für ein Hirnfick!

Der nimmermüde Dave und seine Mitstreiter scheinen nach wie vor in bester Verfassung zu sein. In bestem Party-Feeling zelebrieren MONSTER MAGNET auf „Mindfucker“ in erster Linie recht direkten, schnörkellosen Garage / Stoner Rock, Proto Punk und Hard Rock, mit mächtig viel Feuer und Eiern, dessen Charme man sich kaum zu entziehen vermag. Überraschend ungestüm nach vorne rockend im dicken Rocksound, mit im Grunde simplen, aber umso effektiveren Riffs, schmissigen Hooks, der markanten Stimme Daves und diesem Händchen für eingängige Harmonien und Songs. Dabei sind MONSTER MAGNET, anders als so manches Mal in der Vergangenheit, doch recht abwechslungsreiche Stücke auf „Mindfucker“ gelungen, die zwischen treibend aggressiv bis gefühlvoll und melancholisch reichen. Dabei klingen sie so selbstbewusst wie rotzig frech mit dieser herrlichen „Leck mich am Arsch“-Attitüde. Und aus ihren Einflüssen haben MONSTER MAGNET sowieso nie einen Hehl gemacht. Immer wieder findet man Anleihen von THE STOOGES und MC5 (wenn sie roher und rüppiger musizieren), THE DOORS (in den psychedelischeren, aufufernden Momenten), BLACK SABBATH (in den intensiveren Parts) und KISS (die Hooks). Und immer wieder scheinen sich MONSTER MAGNET musikalisch auf die einstige Musikmetropole Detroit zu beziehen wie im programmatischen „Soul“ oder im bluesigen „Drowning“. Der Titelsong stampft in bester BLACK SABBATH Manier, um im supereingängigen Refrain und den Melodien immer wieder an KISS zu erinnern, insbesondere an das selbstbetitelte Debütalbum von 1974. „When The Hammer Comes Down“ ist eine wunderbare tonnenschwere Walze, während „Ejection“ ein Cover von HAWKIND, eher spaciger daherkommt. Und ein künftiger MONSTER MAGNET Live-Hit wird mit Sicherheit „I Am God“ – gut, wer nicht wenn nicht Dave? – mit psychedelischen Anklängen, Feel-Good-Stoner und wunderbaren Lyrics.

Die Welt geht unter – und MONSTER MAGNET feiern mal wieder ne Party!

Sicherlich, auf „Mindfucker“ wird auch lyrisch so einiges kritisiert, worauf wir im Interview noch eingehen werden. Aber in erster Linie feiern MONSTER MAGNET mit „Mindfucker“ musikalisch ne dicke Party und sorgen beim Hörer für ordentlich Spaß. Dass das Album dabei so direkt rockig ausgefallen ist, diese Entwicklung war nach den letzten Veröffentlichungen nicht abzusehen. Und so klingen MONSTER MAGNET doch wieder wunderbar frisch, bissig und ungezwungen. Toll!

04.04.2018

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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2 Kommentare zu Monster Magnet - Mindfucker

  1. Satanic Drug Thing sagt:

    Die Platte ist (leider) wieder eher ein Arschrocker als ein Hirnficker. Schade eigentlich, nach den 2 Remakes und den letzten Shows hatte ich durchaus Hoffnung, dass es wieder etwas psychedelischer weitergeht. Ein amtlicher Rocker ist das allemal, für den gepflegten Hirnfick müssen aber immer noch „TAB“ oder „Spine Of God“ herhalten.

    „Ejection“ ist übrigens (wie auch „The Right Stuff“ auf „Monolithic Baby!“) kein Hawkwind- sondern ein Robert-Calvert-Cover, beide von seinem 1974er Soloalbum „Captain Lockheed and the Starfighters“.

    6/10
  2. Bull sagt:

    Insgesamt ein wirklich gutes Album. Mir haben die letzten Re-Imagination-Platten gefallen, aber die Geradlinigkeit gefällt mir hier deutlich besser.

    Nach dem ersten Hören hat es noch nicht direkt gezündet, ein paar Durchläufe hat es gebraucht. Die zweite Hälfte sagt mir mehr zu als die erste. Eine Ausnahme bildet hier allerdings ‚Ejection‘, der Track zündet bei mir einfach nicht. Er erinnert mich leider sogar etwas an das nervige ‚I am alive‘ von 4-Way-Diablo. Dafür entschädigt allerdings der Titeltrack, dessen Refrain, wie der Rezi ebenfalls anmerkt, direkt ins Ohr geht.

    Meine Anspieltipps: When the hammer comes down, Drowning, All day midnight

    8/10