Ross The Boss
in Ludwigsburg

Konzertbericht

Billing: Bullet, Ross The Boss und Portrait
Konzert vom 28.10.2018 | Rockfabrik, Ludwigsburg

Endlich mal ein Veranstalter, der verstanden hat, dass an einem Sonntagnachmittag viele Leute nach einer Ausrede suchen, um nicht zum Kaffee zu den Schwiegereltern zu müssen, aber gerne vor Mitternacht im Bett sind, damit sie am Montag auf der Arbeit nicht komplett durchhängen. Und so öffnet die Rockfabrik Ludwigsburg schon um 17 Uhr die Türen um eine Stunde später PORTRAIT auftreten zu lassen. Die Schweden begleiten BULLET und ROSS THE BOSS auf dem zweiten Teil von deren Europatour. In Großbritannien, Spanien und Frankreich durften CRYSTAL VIPER eröffnen.

Galerie mit 18 Bildern: Crystal Viper - By Blood and Vengeance European Tour 2018

30 Minuten werden PORTRAIT zugestanden und die Band hat die komplette Spielzeit arge Soundprobleme. Besonders Per Lengstedts Stimme klappt immer wieder weg. Das mag an der Technik liegen, kann aber auch mit ihm persönlich zu tun haben. Die hohen Töne und spitzen Schreie sind fast gar nicht zu vernehmen. Nach 30 Minuten bleibt festzuhalten, dass er versuchen soll sich auszukurieren. Trotzdem kriegen PORTRAIT ordentlich Applaus und werden von einem sehr dankbaren Publikum gefeiert.

BULLET reißen im Anschluss daran die Rockfabrik ab. Dieser Band sieht man einfach an, dass sie Spaß daran hat, auf der Bühne zu stehen, zu touren und andere Bands für sich zu entdecken. Bassist Gustav Hector guckt sich fast den gesamten Auftritt von PORTRAIT an und auch nach der Show wuseln die Schweden durch das Publikum. Jetzt stehen sie aber erst einmal auf der Bühne und liefern wie gewohnt eine 60 Minuten lange Rockshow ab. Das Publikum frisst Sänger Hell Hofer aus der Hand, macht bei den Mitsingspielchen mit und ist auch sonst sehr textsicher. Ein Querschnitt durch alle Alben sorgt für gute Laune in der Rockfabrik, wo das Konzert nicht im großen Saal, sondern in der 1. Etage im kleinen Saal stattfindet. Auch alle Soundprobleme sind vergessen und mit „Bite The Bullet“ gibt es das große Finale.

Galerie mit 23 Bildern: Bullet - By Blood and Vengeance European Tour 2018

Nach einer quälend langen Umbaupause von 30 Minuten stehen dann ROSS THE BOSS und seine Band um 20.30 Uhr auf der Bühne. Sie starten gleich mit „Blood Of The kings“, „Deathtone“ und „Wheels Of Fire“ in ihr Set. Damit ist klar, worauf heute mal wieder der Focus liegt. ROSS THE BOSS geben der Meute, was sie verlangt. 16 Songs sollen es am Ende werden,  zwölf davon sind von MANOWAR.

Zeit also, die Musiker einzeln durchzugehen. Während MANOWAR momentan nur noch aus Eric Adams und Joey DeMaio bestehen, wechselt auch Ross gerne mal die Musiker aus. Am Schlagzeug sitzt Steve Bolognese, der sich mittlerweile auch einen Bart wachsen lassen hat und dadurch seinem Vorgänger immer ähnlicher sieht. Er liefert eine hervorragende Arbeit ab. Am Bass steht Mike LePond, der unter anderem auch bei SYMPHONY X spielt, mit einer sehr ungesunden Gesichtsfarbe auf der Bühne. Der große Vorteil gegenüber MANOWAR? Dieser Bassist redet nicht so viel.

Ross selbst konzentriert sich das Konzert über auf seine Gitarre und schaut sehr angestrengt. Ich hätte allerdings nicht darauf getippt, dass der Herr im Januar 64 Jahre alt geworden ist. Gitarre spielen und Songs schreiben kann er nämlich noch sehr gut, wie auch die vier eigenen Stücke während der Show beweisen. Sänger Marc Lopes macht gar nicht erst den Versuch MANOWAR-Sänger Eric Adams zu imitieren, sondern drückt den Liedern seinen eigenen Stempel auf. Er trägt ein Shirt seiner eigenen Band LET US PREY, die musikalisch eher zum Metalcore tendiert. Im Gegensatz zu den anderen Musikern ist er der Flummi auf der Bühne, steht keine Sekunde still und arbeitet mit viel Armeinsatz. Stimmlich kommt er natürlich nicht gegen Eric Adams an, aber wer tut das schon?

Was macht nun aber den Hype um ROSS THE BOSS aus? Denn wie meine Begleitung anmerkt, auf der Bühne geben die vier Personen kein einheitliches Bild ab und passen nicht zusammen. Da spielen BULLET, die sich übrigens das ganze ROSS THE BOSS-Konzert von hinten im Publikum anschauen, in einer anderen Liga. Man merkt aber sofort beim Betreten der Rockfabrik, dass am heutigen Tag ein höherer Altersdurchschnitt als sonst vorliegt und einige Leute auch ihre Kinder mitgebracht haben. Mit den MANOWAR-Songs sind viele im Publikum aufgewachsen und wollen sie auch mal ohne einen ständig quatschenden Bassisten und in einem vernünftigen und nicht komplett überteuertem Umfeld hören. MANOWAR kosten nächstes Jahr über 90€, ROSS THE BOSS um die 30€. Außerdem stehen nach dem Konzert sofort alle vier Musiker am Merchandise-Stand für Gespräche, Autogramme und Fotos zur Verfügung. Das ist doch angenehmer als in einer unpersönlichen Mehrzweckhalle. „Fighting The World“, „Battle Hymn“ und „Hail And Kill“ beschließen einen sehr feinen Abend dann um 22 Uhr.

Galerie mit 16 Bildern: Ross The Boss - By Blood and Vengeance European Tour 2018
31.10.2018

Schuld ist man immer nur selbst, alles andere ist Feigheit.

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