Satan
Earth Infernal European Tour

Konzertbericht

Billing: Satan, Portrait und After All
Konzert vom 24.10.2022 | Bastard Club, Osnabrück

Wo könnte man die Qualitäts der Stahlschmiede Metal Blade besser beobachten als auf dieser Tour, wo zwei Generationen Heavy Metal aufeinandertreffen. Das obere Ende des Tourplakats ziert den Namen SATAN. Neben dem Achtzigerklassiker „Court In The Act“ haben sie ebenso in der vergangenen Dekade starke Scheiben veröffentlicht. Und auch wenn das jüngste Album unglücklich produziert war, enthält es dennoch starke Songs. Ebenfalls in den 2010er Jahren zu Ruhm gekommen sind ihre Tourkollegen von PORTRAIT, die durch ihren Stil an der Revitalisierung des Genres beteiligt waren.

Den Auftakt machen AFTER ALL. Sie sind kurzfristig in diese Tour reingerutscht und mit ihrem Thrash Metal wirken sie nur auf den ersten Blick inkompatibel, denn die seit 1987 aktive Gruppe aus Belgien orientiert sich stark am Technical Thrash Metal á la TOXIK. Da die Band wie ein Uhrwerk spielt und darüber hinaus mit Leidenschaft auftritt, bringen sie so nicht wenige Köpfe zum mitnicken. So steht nach 35 Minuten ein Auftritt, der sich genau wie das neue Album „Aeos“ nichts unerwartetes bietet, aber wahrscheinlich deswegen die Rolle eines guten Einheizers einnimmt.

Professionell mit PORTRAIT

Mit PORTRAIT wird es im Anschluss zwangsläufig professioneller. Nicht nur, weil die Gruppe erstmal alle rund 70 Anwesenden unmittelbar vor die Bühne zitiert. An ihrer Bühnenpräsenz und ihrer Kommunikation wird auch im unterdimensioniert wirkenden Club ihre Auftrittserfahrung sichtbar. So sind sie auch an dem Montagabend eine zuverlässig geölte Metalmaschine, die tight spielt und nicht aufs Posing verzichtet. Diese Stimmung überträgt sich auf das Publikum. Nicht nur wegen der geringen Distanz, sondern wegen dieser Professionalität.

Musikalisch bieten die Schweden einen Trip durch die Bandgeschichte, bei dem trotz 55 Minuten Spielzeit weder das neue Album „At One With None“ noch die Frühwerke zu kurz kommen. Letztere funktionieren jedoch besser, was sich an der aufsteigenden Dynamik im Verlauf des Sets zeigt. Leider ist der Sänger angeschlagen, weswegen sein Gesang so leise gedreht wurde, dass er zwischen den Instrumenten verblasste. Doch trotz des kleinen Tricks hat er aufgrund seiner S.D.I.-Weste einen Authenzitätsbonus sicher.

SATAN sorgen für ein „Earth Infernal“

Deutlich besser bei Stimme war der SATAN-Sänger Brian Ross. Er hat bis ins Mark erschütternde hohe Schreie drauf und fühlt sich sichtlich wohl. So gab er untypische Ansagen, die von Witzen bis hin zur Beurteilung durch Gott nach dem Tod gingen. Auch der Rest der Band war wunderbar aufgelegt: Das Gitarrenduo harmonierte ausgezeichnet miteinander und der Drummer konnte trotz seiner irritierenden Art, die Sticks zu halten den Songs ordentlich wumms verleihen.

Die Anwesenden greifen die Energie auf, indem sie kontinuierlich headbangen. Dabei machen sie keinen Unterschied zwischen alten und neuen Songs, von denen letztere den größeren Anteil eingenommen haben. Der Auftritt ist sogar so überwältigend, dass die Band zum Schluss den vorher ungeprobten „Earth Infernal“-Opener ‚Ascendancy‘ spielte, der auch entsprechend etwas holprig ausfiel. Doch auch das trübt den Eindruck von diesem irdischen Inferno nur geringfügig.

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28.10.2022

Redakteur mit Vorliebe für Hard Rock, Heavy Metal und Thrash Metal

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