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Soundcheck Mai 2026# 9
Galerie mit 22 Bildern: Armored Saint - Headbangers Open Air 2024


ARMORED SAINT liefern in ihrer mehr als 40-jährigen Karriere das neunte Studioalbum aus. John Bush sagte in einem Interview, dass ARMORED SAINT keine Band ist, die alle zwei Jahre ein Album produziert. Sechs Jahre nach „Punching The Sky“ und 35 Jahre nach „Symbol Of Salvation“ heißt es „Emotion Factory Reset“. Insgesamt haben die Protagonisten elf Stücke konzipiert und kredenzen ihren Fans circa 48 Minuten Musik.
Laut Bassist Joey Vera ist jede ARMORED-SAINT-Platte wie eine neue Haut. Vera weiter: „Jedes Album ist anders als das vorherige, ein Schnappschuss der Zeit. Im Jahr 2026 ist Emotion Factory Reset der Punkt, an den wir denken.“
„Emotion Factory Reset“ ist ein Schnappschuss der Zeit
Seit mehr als 35 Jahren agieren ARMORED SAINT in unveränderter Bandbesetzung. Der Songwriting-Prozess unterliegt einer langjährigen Erfahrung, die Sänger John Bush mit dem Hinweis ergänzt, dass ARMORED SAINT machen können, was sie wollen. Der Auftakt „Close To The Bone“ liefert genau die Trademarks, die die Fans von den US-Metallern erwarten. Die Saiten kommen heraus, John Bush singt, als wäre er in einen Jungbrunnen gefallen und Melodie und Aggressivität reichen sich die Hand.
Deutlich experimentierfreudiger kommt „Every Man-Any Man“ rüber, wo Vera und Co. mehr in hard-rockenden Gewässern unterwegs sind. Trotzdem klingt die Nummer frisch und die Vocals von Bush verleihen den bekannten und beliebten ARMORED-SAINT-Charme. Über „Not On Your Life“ geht es zu einem weiteren Hit der Platte, der sich passend „Hit A Moonshot“ nennt, wo vor allem der Refrain sich sofort im Gehörgang festsetzt.
Wer es komplexer und metallischer mag, wird mit dem circa sechsminütigen Stampfer „Buckeye“ abgeholt, wo die Truppe an Großtaten von zum Beispiel der „Symbol Of Salvation“ erinnert. Auch die weiteren Tracks wie „Compromise“, „It’s A Buzzkill“ oder „Throwing Caution To The Wind“ liefern gelungene metallische Kost mit in Teilen starken Gitarrenläufen und rockigen Akzenten, ohne das hervorstechende Merkmale oder Hitpotential zu konstatieren wären.
In Richtung Finale fällt das fünfminütige „Bottom Feeder“ auf, wo ARMORED SAINT seiner Hörerschaft eine Nummer kredenzt, die von der Melodieführung an „Reign Of Fire“ erinnert, das aber eher als Hard-Rock-Variante. Das gesamte Ding kommt weniger zwingend rüber, trotz der starken Melodieführung. Der „Epilogue“ trägt die Fans bis zur finalen Rille der Platte, wo sich die ersten Riffs nach AC/DC anhören. Mit einem Hard-Rocker dreht sich der Longplayer versöhnlich dem Ende entgegen.
ARMORED SAINT zwischen Licht und Schatten
„Emotion Factory Reset“, dass neunte Studioalbum von ARMORED SAINT, ist kein zweites „Symbol Of Salvation“. Die Protagonisten zeigen sich experimentierfreudig und springen mehrfach zwischen hard-rockenden Material und US-Metal. Dabei können nicht alle Tracks überzeugen. Hier wäre vor allem „Bottom Feeder“ zu nennen, wo eine exzellente Melodie sein Potential nicht nutzt. Auf der anderen Seite stehen Stücke wie „Hit A Moonshot“ oder „Close To The Bone“, die alle ARMORED-SAINT-Fans zufriedenstellen werden. Unterm Strich liefern Joey Vera und Co. eine abwechslungsreiche Platte, wo das hervorstechende Material und die Hits in der Minderheit sind. In der Diskografie der Band sortiert sich „Emotion Factory Reset“ in die hintere Hälfte, ohne das die LP schwach oder schlecht wäre.

Armored Saint - Emotion Factory Reset (Digipack)
Jürgen Fenske



























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