Ashbringer - Absolution

Review

Das letzte ASHBRINGER-Album „Yūgen“ (2016) war so gut (und bzw. oder untrve?), dass der charmante Kollege Stephan Möller dieses spontan in der metal.de-Redaktion verschenkte. Danke, lieber Stephan. „Absolution“ nennt sich nun, drei Jahre nach Erscheinen von „Yūgen“, das dritte Album der Band aus Minneapolis, Minnesota.

ASHBRINGER spielen psychedelischen Post-Black Metal mit Shoegaze-Elementen … noch Fragen?

Das gesamte Album wandelt tagträumerisch durch psychedelische Klangwelten, Shoegaze-Elemente unterstützen diese Sichtweise. ASHBRINGER verlieren sich dabei häufiger im post-metallischen Gedudel. Und damit sind explizit nicht die hübschen Gitarrensoli gemeint. Daneben stehen nicht triviale Momente von erhabener Schönheit, welche den Faden vergangener Alben weiterspinnen. Betrachten wir beispielsweise das dritte Stück „Dreamscape“, welches beide Seiten dieser Medaille repräsentiert. Fakt ist jedenfalls, dass ASHBRINGER auf diesem Weg einiges an metallischer Härte verlieren mussten, um den Trance-Zustand des gefühlvollen Schwebens zu erreichen. Inhaltlich steht „Dreamscape“ John Lennons „Imagine“ näher als üblichen Themen des schwarzmetallischen Kosmos.

Auch das Artwork symbolisiert diese Transformation. Während auf „The Bitter Taste of Life’s Only Certainty“ (2014) oder „Yūgen“ (2016) herbstliche Töne und AGALLOCH-Ästhetik dominierten, erstrahlt „Absolution“ in grellen Farben und post-moderner Ausdruckskraft. Es ist offensichtlich, dass ASHBRINGER sich von gängigen Themen, Klischees und Bildsprachen entfernt haben.

Erkennbar ist außerdem, dass die beiden Großen A’s des Post-Black Metals, AGALLOCH und ALCEST, omnipräsent sind. Bandkopf Nick Stanger (auch bekannt von AMIENSUS) lebt mit ASHBRINGER diese leichtere Seite des Post-Black Metals aus. „Absolution“ funktioniert als Gesamtwerk.

„Absolution“ ist kein Genuss für Zwischendurch

ASHBRINGER sind eine blutjunge Band, die mit „Absolution“ ihr drittes Album vorlegen und ein gelungenes Debüt bei ihrem neuen Label Prosthetic Records feiern. Die enorme Länge des Albums fördert die somnambulistische Wirkung dieser Musik, verliert sich aber auf der anderen Seite hierdurch gelegentlich im Einerlei.

02.07.2019

Stellv. Chefredakteur

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1 Kommentar zu Ashbringer - Absolution

  1. mr.cb sagt:

    Für mich persönlich und subjektiv eher ohne Längen. Wobei ich zwischen zwei Durchgängen tatsächlich auch erstmal wieder Alcest hervor geholt habe…

    8/10