



Nach ihrem Progressive-Death-Metal-Album „Absolute Elsewhere” legen BLOOD INCANTATION nach. Eigentlich aber nicht, denn das, was auf dem Picture-Motion-Soundtrack zu „All Gates Open” zu finden ist, sind keine Metalsongs, sondern Ambient-Tracks, die die Band noch vor den Aufnahmen zur letzten Platte geschrieben hat und die für den Soundtrack zur Dokumentation über die Entstehung des Albums verwendet wurden. Die gleichnamige Doku läuft derzeit in den Kinos.
Vom Death Metal zur kosmischen Klangmeditation
Dass die Band bereits in der Vergangenheit vom Metal abgewichen ist und tief im Ambient-Synthwave verwurzelt ist, zeigen nicht zuletzt die Ambient-EP „Timewave Zero” aus dem Jahr 2022 oder die eigenen Ambient-Projekte von Riedl und Kolontyrsky. Auch auf der „Absolute Elsewhere”-Platte ist ein starker Synthie-Drive zu spüren, den die Band nie verleugnete und bei dem sie bewusst auf Protagonisten wie KLAUS SCHULZE oder TANGERINE DREAM zurückgriff.
Bei „All Gates Open” wurde die Musik vollständig auf akustische und elektronische Klänge reduziert. Dadurch besitzt sie einen völlig anderen Charakter als Metalriffs und Metalstrukturen. Die insgesamt vier Tracks sind vielmehr ein meditatives Klangerlebnis, das bewusst auf Hektik und Spannungsabfälle verzichtet. Der dargebotene Mikrokosmos zeigt eine völlig andere Seite von BLOOD INCANTATION, die nicht mit gängigen Metalschemen konkurrieren will.
Für Hardliner kann sich das einstündige Klangerlebnis als enttäuschend erweisen, während Fans, die dieser Seite von BLOOD INCANTATION schon immer etwas abgewinnen konnten, darin eine klare Fortführung der „Timewave Zero”-EP sehen werden.
Eine Reise durch Raum und Zeit sowie die Entstehungsgeschichte von „Absolute Elsewhere”.
BLOOD INCANTATION demonstrieren erneut ihre Unkonventionalität und liefern mit „All Gates Open” ein meditatives, kosmisches Klangbild ab. In seinen vier Fragmenten wirkt es wie eine Reise durch Raum und Zeit – wenn man sich darauf einlässt. „All Gates Open” ist sozusagen das fehlende Glied, das die Entstehung einer Platte wie „Absolute Elsewhere” erst ermöglicht und im nächsten Schritt die Kumulation aus Death Metal und Synthwave geebnet hat. Wer bereit ist, scheuklappenfrei in eine Welt ohne dominierende Gitarrenwände und Vocals einzutauchen, sollte diese einstündige Meditation durchaus in Erwägung ziehen.
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Oliver Schreyer





























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