Blues Pills - Lady In Gold

Review

Galerie mit 17 Bildern: Blues Pills live in Oberhausen Oktober 2016

Sie sind so etwas wie die Shooting-Stars der Vintage-Rock-Szene. In jungen Jahren brachten die BLUES PILLS drei EPs sowie eine Live-EP vom WDR Rockpalast, sie spielten erste Tourneen durch Europa und Australien – noch ehe das selbstbetitelte Debütalbum über Nuclear Blast Records herausgebracht wurde, welche natürlich auch ganz schön Vollgas in Sachen Promotion gaben. Nun veröffentlicht die international zusammengestellte Truppe mit Heimatland Schweden um die hübsche Ausnahmesängerin Elin Larsson ihr zweites Album „Lady In Gold“. Dann schauen wir doch mal genau, was die BLUES PILLS uns denn dieses Mal für einen musikalischen Pillencocktail verschrieben haben.

An der grundlegenden Rezeptur der Senkrechtstarter hat sich nichts verändert. Im Mittelpunkt der bluesigen Rock-Klanglandschaften von BLUES PILLS steht nach wie vor die charakteristische, fesselnde Stimme von Elin, die offensichtlich von Aretha Franklin, Amy Winehouse und Janis Joplin beeinflusst wurde, um welche sich die warmen dynamischen, feingeistig leichtfließenden Klänge der Instrumentalfraktion anschmiegen. „Lady In Gold“ präsentiert sich so wunderbar unaufgeregt, dass man vermuten darf, dass die Schweden keinem etwaigen Erfolgsdruck nachgegeben haben, sondern einfach das machen, was sie am besten können: Eine Mischung aus eleganten, leicht schwermütigen, facettenreichen Blues Rock, Psychedelic und Soul der klassischen Sechziger/Siebziger-Jahre-Schule. Gut, der Titelsong „Lady In Gold“ scheint mir schon ziemlich auf Airplay getrimmt zu sein – aber ist das jetzt wirklich negativ oder beweist dies nur mehr die Qualität von BLUES PILLS, die sich da mal eben einen echten Hitsong mit tollem, eingängigem Refrain aus dem Ärmel schütteln? Es folgt das hypnotische „Little Boy Preacher“ mit Background-Gesang der an Gospel erinnert, während das ans Debüt erinnernde „Burned Out“ soulig-bluesig glänzt. Weitere Highlights des Albums sind „Gone So Long“ mit seinem verhaltenen Anfang, welches sich aber im Verlauf immer weiter energetisch-hypnotisch steigert, „Youi Gotty Try“ mit seinem epochalen Chor, „Won’t Go Back“ mit seinem klassischen Motown-Feeling sowie das sich gut in den Songfluss einschmiegende, psychedelische „Elements And Things“, eine Coverversion von TONY JOE WHITE.

Was fällt bei „Lady In Gold“ auf? Die Gitarre der BLUES PILLS setzt vermehrt auf Zurückhaltung, spielt nicht mehr so direkt und prägnant wie auf dem Debüt, dafür mit mehr Effekten beladen, insbesondere Fuzz-Gitarren, groovig und Raum gebend für die Stimme. Elins Stimme hat sich ebenfalls entwickelt, mehr Soul, weniger Rock, man höre nur das beschaulich-intensive „I Felt A Change“, ihre bisher stärkste Leistung. Prägnant auch der Chor, der immer wieder zum Einsatz kommt und von u. a. NIGHT VIPER Sängerin Sofie Lee Johansson verstärkt wird. Dazu die immer wieder auftauchende betörende Orgel. Die BLUES PILLS spielen mehr mit schillernd-bunten musikalischen Farben, weniger Rock, mehr Leichtigkeit, weitere Dimensionen – weniger Blues, mehr Pills. Dazu passt auch das Cover, welches stilistisch an Klimt erinnert. „Lady In Gold“ ist ein fesselndes Hörerlebnis mit voluminös-warmen Sound, Dynamik, organischem Feeling und magischer Emotionalität. Es bleibt: diese (Blues) Pillen machen süchtig!

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04.08.2016

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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