Cynic - Kindly Bent To Free Us

Review

Dass eine Band, die einst mit ihrem verschnörkelten Heavy-Prog Geschichte geschrieben hat, umsattelt und die ruhigere, atmosphärische Gangart bevorzugt, ist an sich weder etwas Neues noch großartig zu kritsieren – künstlerische Freiheit ist ein hohes Gut, das die Szene allgemein etwas mehr schätzen sollte. Was progressive Musik braucht, die sich im Fahrwaser von TOOL, KING CRIMSON oder PINK FLOYD bewegt, und dazu sehr deutliche Einflüsse aus Jazz und Psychedlic zulässt, ist aber Tiefgang, Emotion und Songwriting, das dem Hörer Orientierung verschafft. Von alledem gibt es auf CYNICs neuem Album „Kindly Bent To Free Us“ viel zu wenig.

CYNIC schaffen es nur in ganz wenigen Momenten, musikalische Augenblicke zu kreieren, die wirklich zum Hinhören verleiten. Der Titelsong ist ein ganz gutes Beispiel, wie das Album hätte werden können, präsentiert melodisches Feingefühl und technischen Anspruch in trauter Zweisamkeit. Ansonsten spielen die Floridianer mal mehr, mal weniger spannend vor sich hin und treten vor allem den Beweis an, dass sie als Pioniere des technischen Death-Prog weitaus mehr zu sagen hatten. Vieles auf „Kindly Bent To Free Us“ ist gefällig, manches ist sehr gut („Endlessly Bountiful“), kaum etwas ist wirklich herausragend. Dazu fehlen den Songs die ergreifenden Melodien, die in diesem Genre so wichtig sind.

Immerhin: Wer Spaß an musikalischem Anspruch hat, der wird im instrumentalen Grundbaustein der Songs genügend Stoff finden, mit dem er sich beschäftigen kann. Das ist durchaus ein positiver Aspekt: Jene Art von Jazz-Einfluss, besonders auch im Schlagzeug-Bereich, ist nach wie vor einzigartig. Umso bedauerlicher die fehlende kompositorische Durchschlagskraft: Von Könnern wie CYNIC erwartet man gerne große progressive Kunst, die nachhaltig beeindruckt, bekommt aber nur einen Bruchteil dessen, was offensichtlich möglich gewesen wäre.

„Kindly Bent To Free Us“ versucht ständig, irgendwie atmosphärisch zu sein, verkrampft sich dabei aber mehrfach und muss mit Müh und Not vom kämpfenden Hörer wieder aus seiner misslichen Lage befreit werden. Der ist mehr damit beschäftigt, nach dem roten Faden und dem besonderen Tiefgang zu suchen, kann ihn aber auch nach dann nicht finden, wenn er den Weg schon nach zehn oder zwanzig Wanderungen in- und auswendig kennt. CYNIC winken vom Straßenrand den großen, bedeutenden Bands, die diese Art von Musik so viel überzeugender und mit höherem Gänsehautfaktor fabrizieren, und sind in dieser Form eher tragische Gestalten, die viel versuchen, dabei aber wenig erfolgreich sind.

 

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13.02.2014

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1 Kommentar zu Cynic - Kindly Bent To Free Us

  1. Hypnos sagt:

    was der Band am meisten fehlt ist ein guter Sänger