Ernte - Weltenzerstörer

Review

Soundcheck Juni 2024# 14

Das Black-Metal-Duo ERNTE aus der Schweiz machte sich in den vergangenen drei Jahren schnell einen Namen im Underground. Das Debüt „Geist Und Hexerei“, das unserem kritischen Johannes keine Freudenschreie entlockte, erschien im Dezember 2021 und im April vergangenen Jahres folgte der „Albsegen“. Die aus V Noir (HÄXAR) und Askahex (ASHTAR) bestehende Band verschwendete keine Zeit und deswegen liegt der dritte Streich „Weltenzerstörer“ bereits auf unserem Rezensionstisch. Machen sich Abnutzungserscheinungen breit oder ernten die beiden die Früchte ihrer harten Arbeit?

ERNTE spielen Black-Metal-Monokultur

Kollege Werner merkte beim Debüt an, dass ERNTE im Vergleich zu ihren Kollegen aus der helvetischen Schwarzmetall-Szene weniger melodiefreundlich unterwegs sind. Auf „Weltenzerstörer“ machen die beiden einen Schritt in Richtung melodischen und atmosphärischen Black Metal. Dauerhaftes Geholze finden wir in den wenigsten Nummern, meist wechseln sich schleppende, bedrohliche Parts mit einer amtlichen Portion Geprügel ab. Zudem lockert V Noir Lieder wie „Trip To A Solitary Moon“ mit schönen, melancholischen Leads und Soli auf.

Die Vocals von Askahex, die auch für den Bass und Violine verantwortlich ist, passen zur Musik und variieren nicht viel in der Tonlage. Es ist ein recht hoher, rauher Scream, der zur Düsternis der Tracks passt. Die Band gibt zu verstehen, dass die Texte eine misanthropische Grundeinstellung transportieren, sodass der Eindruck passt. Mit der Aussage, dass die heutigen kranken Welten zerstört werden sollen, um der Natur mehr Platz einzuräumen, verdienen sich ERNTE das Prädikat Öko-Black-Metal.

Die Produktion von „Weltenzerstörer“ ist schön räudig, nicht zu sauber, aber auch nicht zu rumpelig. Somit können sowohl Underground-Fetischisten als auch Hochglanz-Gourmands die Scheibe genießen. Sägende Gitarren prägen zusammen mit dem Gesang das Klangbild, das Drumming nimmt eine unterstützende Rolle ein, doch es ist nicht zu weit in den Hintergrund gemischt.

„Weltenzerstörer“ –  Heilung durch Zerstörung?

Ob ERNTEs Motive zur Heilung der Welt trotz konträrem Albumtitel authentisch sind, vermögen wir nicht zu beurteilen, aber „Weltenzerstörer“ ist ein gutes Black-Metal-Album für alle geworden, die den Spirit der 90er-Jahre nicht verblassen lassen wollen. Hört man auf unsere Kritik zum Erstling, dann ist das dritte Album ein Schritt nach oben auf der Karriereleiter.

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08.06.2024

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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1 Kommentar zu Ernte - Weltenzerstörer

  1. nili68 sagt:

    Nichts Besonderes, aber dennoch ganz ordentlich. Kann man haben, wenn einem nach dem Stil ist. Es gibt wahrlich Schlechteres in diesem Genre und die nötige Atmosphäre ist, bei aller Trueness, auch vorhanden.
    Persönliche 7 Punkte, aber als absoluter Fan dieser Spielart auch gerne mehr.

    7/10