Galar - Til Alle Heimsens Endar

Review

Wie habe ich auf diesen Augenblick gewartet! Nachdem mich das Debüt der Norwegener GALAR “Skogskvad” sehr begeistert hat, habe ich ihr Zweitlingswerk vier Jahre herbei sehnen müssen. Nun liegt mir “Til Alle Heimsens Endar”, übersetzt “Bis Zum Ende Aller Welten”, endlich vor und ich bin sehr gespannt, was die Black Folk Metaler aus Bergen in den vergangenen Jahren aus sich gemacht haben.

Natürlich ist die Idee, Black Metal mit traditionellem nordischen Folk zu kombinieren, nicht neu. GALAR sind jedoch keinesfalls Teil dieser unübersehbaren Masse gesichtsloser Durchschnittsgruppen, denn allein schon durch den geschickten Einsatz Metal-ungewöhnlicher klassischer Instrumente, wie dem Fagott, Piano, Kontrabass, Cello oder Violinen setzten GALAR ihre spezielle persönliche Note.
Das Intro “Forspill” gibt bereits einen Vorgeschmack darauf, was den Hörer auf “Til Alle Heimsens Endar” erwartet. Piano und ein kleines Streichensemble eröffnen das Werk mit einer düsteren Komposition, die den Hörer in die finsteren Wälder Norwegens entführt und den ersten Schauer auf dem Rücken garantiert. Das folgende “Ván” ist dann das erste Highlight des Albums, das alle Elemente GALARs geschickt ineinander greifen lässt. Cleaner Gesang der Marke FALKENBACH, grimmige Screams, rasante Black Metal-Riffs, akustische Folk-Parts und eingängige Gitarrenmelodien, in denen das Thema des Intros hier und da wieder aufgegriffen wird, fließen zu einem epischen Ganzen zusammen. “Paa Frossen Mark” und “Grámr” folgen diesem Muster, wenngleich weniger episch, als wollten GALAR zunächst die malerische Landschaft Norwegens beschreiben und erzählten nun von dem ersten wütenden (“Paa Frossen Mark”) und sich wieder beruhigendem (“Grámr”) Unwetter, ohne dabei die grundlegende Schönheit in Frage zu stellen. Eingeleitet durch ein kurzes düsteres Zwischenstück ähnlich dem Intro, beginnt mit “Det Graa Riket” ein weiteres absolutes Highlight, eine akustische Komposition, die durch ihre unglaublich dichte, greifbare und dennoch ruhige Atmosphäre den kommenden Sturm “Ingen Siger Vart Vunnin” ankündigt. Der nun folgende Titeltrack und das Outro verleihen “Til Alle Heimsens Endar” einen würdigen Abschluss, der noch einmal alle Elemente der Musik der Norweger zusammenfasst.

GALAR laden den Hörer mit diesem Werk auf eine traumhafte, aber nicht immer vorhersehbare, musikalisch Reise durch ihr Heimatland ein, erzählen fesselnd und spannend von Natur, Mythen, Legenden und Geschichten.
Mit “Til Alle Heimsens Endar” erheben sie sich ganz klar aus der breiten Masse ihres Genres und dringen weit vor in die Gefilde ihrer Vorbilder FALKENBACH, BORKNAGAR oder VINTERSORG. Qualitativ legen GALAR die Messlatte also sehr hoch an, die sie leider aber noch nicht ganz durchgehend halten können. Einige wenige Parts lassen also nach Luft nach oben. Die Steigerung zu “Skogskvad” ist dennoch offensichtlich.

05.03.2010

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