Haken - Restoration

Review

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Klar, mit dem Wörtchen „Überflieger“ schmeißen sie heutzutage alle um sich und sobald das Genrepräfix „progressive“ auftaucht, sind wir sowieso alle aus dem Häuschen, aber hey, ich denke bei den britischen Prog-Metallern HAKEN ist diese kleine Ausschmückung doch schwerstens angebracht. In acht Jahren hat das Londoner Quartett um Gitarrist und Keyboarder Richard Henshall schließlich so manches Staubkörnchen inmitten eines unter Innovationsmangel leidenden Genres aufgewirbelt. Ausschlaggeben für die im Oktober auf den Markt geworfene Neuaufnahme dreier Songs der 2008er-Demo „Enter The 5th Dimension“ unter Produzent Jens Bogren (OPETH, PARADISE LOST, JAMES LABRIE und weitere) soll mitunter der dritte Besetzungswechsel der Bandgeschichte und somit die musikalische Einführung Neu-Bassers Conner Green gewesen sein, mit welchem die Band inzwischen schon am vierten Album werkelt. Mit „Restoration“ bahnt sich daher zwar nicht unbedingt die nächste bandinterne Revolution an, man macht aber noch mal deutlich, dass es an makellos durchkomponierten Songs auch in den Anfangstagen keinesfalls mangelte.

Dementsprechend kann ich mir Vergleiche mit PAIN OF SALVATION, härteren BIGELF oder eben DREAM THEATER mal wieder vollkommen sparen. Die Stücke bewegen sich klar in den Gewässern der ersten beiden Studioalben und heben sich somit (sicherlich zur Freude einiger Fans) doch wieder ein ganzes Stück vom 2013er „The Mountain“ ab. Technische Math-Gefiddel-Elemente à la BETWEEN THE BURIED AND ME (jaja, ich weiß, im Großen und Ganzen hinkt der Vergleich arg) rücken wieder etwas in den Vordergrund („Darkest Light“) und die immer dagewesenen Jazz-Anleihen machen sich wieder mehr in Tonleitern-rauf-Tonleiter-runter-Spielchen als in den sanfterer Akkorden des benannten Vorgängers bemerkbar.

Was beide Werke dann aber gemein haben, ist der Umstand, dass man mit Longtracks mal wieder alles rauszuhauen weiß: Drum ist es hier auch das abschließende „Crystallised“, das auf voller Linie punkten dürfte. Hier bricht das wirklich progressive Todesriffing nämlich erst dann aus, wenn die anderen beiden (für HAKEN-Verhältnisse eher durchschnittlichen) Songs spielzeit-technisch schon längst vorbei wären. Klar dafür gibt’s in anderen Passagen reichlich poppige Gesang/Gitarren-Melodien-Paarungen, die mir stellenweise (womit wir wieder bei DREAM THEATER wären) etwas zu penetrante Zahnschmerzen androhen, aber ich wage es mal, die Behauptung aufzustellen, dass HAKEN- (und DREAM-THEATER-)Hörer genau darauf abfahren. Also ’ne zwanzigminütige Best-Of-New-And-Old-School-Prog-Party. Und das für ’ne Demo? Geil!

„Restoration“ unterstreicht im Schaffenskontrast in vielerlei Hinsicht die musikalische Entwicklung HAKENs und liefert somit insbesondere (aber nicht ausschließlich) für Fans der ersten beiden Alben mehr als nur Retorten-Prog-Ware, wenngleich auf Albumlänge bisher etwas mehr ging. Es gilt: HAKEN sind und bleiben ein großes Ding im modernen Prog Rock/Metal – und das jetzt nicht nur, weil sich mittendrin ein Typ namens Mike Portnoy als Gast-Gongspieler die Ehre gibt.

06.01.2015

Ja, weißt du … das ist vielleicht … deine Meinung, Mann.

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