In This Moment - Black Widow

Review

Immer diese Platten, die man als Musikredakteur übernimmt, weil sie kein anderer wollte. IN THIS MOMENT und ihr neues Album „Black Widow“ sind so ein Fall. Großer Name, innerhalb der Metalszene ein schlechtes Image – kennt man ja. Mein erster Kontakt mit der Band war irgendeine der bei Century Media erschienen Singles. Welche das war, habe ich vergessen, ich weiß nur noch, dass ich das gebotene eher weniger gut fand. Aber gut – das ist Vergangenheit, jetzt steht „Black Widow“ an.

Und das fängt mit dem gar nicht so verkehrten Intro „The Infection“ an – ein bisschen generisch, mit elektronischen Klängen anzufangen und die Stimmung festzulegen, aber IN THIS MOMENT etablieren damit tatsächlich einen düsteren Grundton. Auch der Opener „Sex Metal Barbie“ fängt zunächst vielversprechend an: Midtempo-Groove-Gitarren, düsterer Grundton – muss man nicht machen, kann man aber. Dann jedoch zerschmettern die Amis jede Hoffnung auf ein nicht so schlimmes Album, indem sie mit bösen Elektro-Klängen und um jede Tiefe beschnittenen Pop-Gesang aufwarten. (Mir kommt als Vergleich KE$HA in den Kopf – muss aber nichts heißen, da das eine der wenigen Sängerinnen aus diesem Bereich ist, deren Musik ich kenne.)

Besser wird es dann auch nicht mehr. Ich dachte, IN THIS MOMENT würden poppigen Metalcore machen und habe das schlimmste und weichgespülteste erwartet, was man im poppigen Metalcore erwarten kann. „Black Widow“ übertrifft diese schlimmen Erwartungen jedoch: Das ist groovelastiger Modern Metal mit Elektro-Pop gemischt, in den besseren Momenten kann man die elektronischen Elemente betreffend vielleicht noch von „Industrial“ reden, aber eher selten. Die wenigen harten Momente – zum Beispiel der SLIPKNOT-Debüt-Gedenkpart gegen Ende von „Big Bad Wolf“ – sind viel zu weit gestreut, um hier überhaupt großartig von „Metal“ reden zu können – aber sind wir mal nicht so.

Für den Fall, dass sich das Review bisher wie „Truester schreibt modernen Metal“ gelesen hat: Trotz meiner Black- und Death-Metal-Affinität habe ich zwischendurch kein Problem mit Metalcore, Modern Metal und Konsorten; auch nicht mit poppigeren Vertretern. BURY TOMORROW haben im Mai erst gezeigt, wie gut moderner Metal mit Pop-Refrains sein kann. IN THIS MOMENT bieten auf „Black Widow“ jedoch so wenig Härte (das, was an Härte da ist, wird durch den unglaublich weichen Sound nichtig gemacht), so wenig Ecke und Kante, und sogar derart wenig Eingängigkeit, dass das Album durchrauscht, ohne dass etwas hängen bleibt. Einzige Ausnahme ist „Sexual Hallucination“, dessen Refrain nahe dran ist, sowas wie ein Ohrwurm zu sein.

Ich bin tatsächlich fassungslos, dass eine Band mit dieser Musik zu einem solchen Namen werden kann. „Black Widow“ ist inspirationslos, ist dermaßen konstruiert und höhepunktfrei, dass auch Fans der weichesten, modernsten und poppigsten aller weichen, modernen und poppigen Metalbands es schwer finden werden, daran Gefallen zu finden. Bin ich tatsächlich SO falsch für IN THIS MOMENT? Mag sein, dass das einer der Faktoren ist, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass ein anderer Kollege bei uns viel mehr Punkte unter die Review geschrieben hätte.

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17.11.2014

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