Knorkator - Zu Alt

Review

Galerie mit 18 Bildern: Knorkator - Zweck ist widerstandlos Tour 2020 in Andernach

Vertümmelt die Rahmen und verrammelt die Türen! Der Wahnsinn erhält endgültig Einzug in Deutschlands Wohnzimmer, sorgt für Berge aus zerkleinertem Gemüse auf wertvollen Teppichböden und kreiert einen ganz neuen Bademodentrend für Männer. Deutschlands meiste Band der Welt, KNORKATOR, veröffentlicht dieser Tage ihre erste DVD (+Audio CD).
„Zu alt“ heißt das Teil. Tja, und führt man sich das Livekapitel zu Gemüte, könnte man fast meinen, dass die durchgeknallten Berliner wirklich ihren Zenit überschritten haben. Gerade mal knappe 40 Minuten und elf Songs dürfen wir Teil haben an ihrer Bühnenshow. 100% zufrieden stellend kommt einzig der Sound rüber. Die Bilder hingegen wirken aus mehreren Gründen etwas zahm für die Verhältnisse, die diese Chaoten normalerweise heraufbeschwören. Zum einen handelt es sich hier nicht um ein einziges, mitgschnittenes Konzert, sondern um ein bei diversen Gigs zusammengeschnipseltes Feature, wobei besonders die plötzlichen Wechsel der Bühnenoutfits, der Lichtverhältnisse und der Locations negativ ins Gewicht fallen. Noch dazu hat man auf diese Weise ständig das Gefühl, dass Stumpen und Co. trotz seiner bekannten Komplettausraster und ihrer gewohnten Bühnenutensilien (Klo, in die Menge geworfene Plastikorgel, überdimensionaler Ghettoblaster, aber leider ohne Gemüseshredder, der erst in der Bandhistory auftaucht) mit angezogener Handbremse agieren. Zu allem Übel beschränkt sich die Songauswahl zum größten Teil auf neues Material, das den Tracks der ersten beiden Scheiben „The Schlechst Of“ und „Hasenchartbreaker“ nie das Wasser reichen kann. So fällt das Niveau dieses „Gigs“ im Vergleich zu den klapsmühlenreifen Vorstellungen Ende der Neunziger deutlich ab.
Btw: Meine No Fear-Kappe, die ich bei einem Gig Ende 1999 in der Frankfurter Batschkapp trug, konnte ich dank diverser Stärkeflecken von Kartoffeln und festklebenden Gurkenstücken wegschmeißen! Von einer Schadensersatzklage habe ich großzügigerweise damals abgesehen!
Doch zum Glück enthält die DVD noch massig Bonusmaterial wie z.B. die knapp 50-minütige Bandhistory, die sehr unterhaltsame Einblicke in die Zeit vor KNORKATOR, inszenierte Interviewstreitigkeiten und -prügeleien bei MTV (kann sich noch jemand an die grandiose TIC TAC TOE-Pressekonferenz erinnern?), die Grand Prix-Vorentscheidung (+ die anschließenden Wellen in der Presse samt Stefan Raab), beknackte TV-Features über die Band und völlig sinnfreie Interviews beinhaltet. Diese drei nehmen sich selbst zu keiner Zeit ernst. Köstlich!
Hinzu kommen alle Clips der Bandgeschichte (inkl. des super animierten Kurzfilms zum neuen Stück „Wir werden“), diverse Cartoons der Internetpage www.couchkartoffelsalat.de (sehr geil!), Illustrationen von Alf Ator („Viktor fickt Ohr“ – yessa!), KNORKATOR auf dem polnischen Woodstock 2005 (größtes Festival ever auf europäischem Boden) und Bildergalerien.
Addiert man nun noch die Live-Audio-CD, die (neben „Wir werden“ als Hidden Track) vier Songs mehr enthält als der DVD-Part, hinzu, ist dieses durchgeknallte Trio einmal mehr seinem Ruf als Deutschlands meiste Band der Welt gerecht worden. Kurzweilig und unterhaltsam! Ein garantierter Angriff auf die Lachmsukeln! Und die Farbe rosa sucht man hier vergebens!

08.01.2006

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