Korn - Coming Undone

Review

Galerie mit 22 Bildern: Korn auf dem M'era Luna 2017

Für uns, die wir alle zumindest vorgeben, nicht dem Mainstream zu folgen, sind Singleauskopplungen immer ein Greuel, da sie eine gewiefte Masche der Majors darstellen, dem geneigten Fan noch zusätzlich zum obligatorischen Kauf des Longplayers ein paar Euro aus der Tasche zu ziehen. Witzigerweise gestaltet es sich beim Megaseller KORN und der Single „Coming Undone“ anders.

Grund dafür ist aber einzig und allein ihr grottenschlechtes, letztes Album „See You On The Other Side“, das saft- und kraftlos zwischen Trip Hop-Experimenten und gähnender Langeweile pendelte (andere mögen es als gelungene Weiterentwicklung und Horizonterweiterung charakterisieren!). Ketzerisch formuliert enthält diese Single nämlich alle Highlights besagten Reinfalls, als da wären:

„Coming Undone“, der einzige Track der neben der ersten Single „Twisted Transistor“ noch so etwas wie Groove und Hitpotential versprüht, was vielleicht darin begründet liegt, dass KORN ganz versteckt das Riff von U2s „Hold Me Thrill Me Kiss Me Kill Me“ als Basis für die öfters wiederkehrende Bridge ausgewählt haben.
Zusätzlich an Bord ist das bereits erwähnte „Twisted Transistor“ in einer relativ gelungenen Liveversion.
Als drittes kommt der bisher unveröffentlichte Track „Eaten Up Inside“ hinzu. Komischerweise ist ausgerechnet dieses Lied bei den Aufnahmesessions zu „See You On The Other Side“ liegen geblieben und als nicht tauglich für die Platte befunden worden. Doch gerade bei diesem Song sprühen die einstigen Großmeister wieder vor Ideenreichtum. „Eaten Up Inside“ entpuppt sich vielfältiger, facettenreicher und packender als die komplette Scheibe und glänzt mit starken Vocals von Herrn Davis. Warum nicht immer so?

Fazit: Diese Maxi bündelt auf gerade mal zehn Minuten alles, was KORN anno 2006 noch hörenswert macht. Irgendwie traurig, wenn man an Großtaten wie das Debüt, „Life Is Peachy“ oder „Follow The Leader“ denkt, oder?

18.10.2006

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