Led Zeppelin - Coda

Review

Die Remasters von LED ZEPPELIN gehen in eine weitere, die nunmehr finale Runde der letzten drei Studioalben der britischen Hard Rock-Legende. Heute beschäftigen wir uns mit „Coda“, das posthum nach der Bandauflösung im Dezember 1980, ursprünglich im Jahr 1982 veröffentlichte Werk. „Coda“ war kein typisches Studioalbum mit neuen Kompositionen, sondern vielmehr eine von Jimmy Page zusammengestellte Compilation mit bisher unveröffentlichten Studioaufnahmen sowie Live-Mitschnitten, von den Anfängen der Band bis zu deren Ende. Nach dem viel zu frühen Tod von Schlagzeuger John Bonham 1980 wollten sich LED ZEPPELIN auflösen, verträgliche Verpflichtungen mit der Plattenfirma forderten allerdings noch ein Album. So ist „Coda“ gleichzeitig eine Hommage an Bonham, die Erfüllung des Plattenvertrags und nicht zuletzt eine Gabe an die Fans, welche nach weiterem Material forderten.

Die ältesten Songs auf „Coda“ sind das knackig feurige Ben E. King Cover „We’re Gonna Groove“ sowie das bluesige Willie Dixon Cover „I Can’t Quit You Baby“. Im Jahr 1970 beim Auftritt in der Royal Albert Hall in London Live aufgenommen, waren beide Stücke, die typischen für die frühe Phase von LED ZEPPELIN waren, Teil der Setlist auf der Tour. Um beide Songs wie Studioaufnahmen klingen zu lassen, wurden Overdubs hinzugefügt sowie das Publikum rausgefiltert. Das etwas folkige, treibende „Poor Tom“ mit seinem Skiffle-Sound ist ein Überbleibsel der Sessions zu „Led Zeppelin III“, während der knackige Rocker „Walter’s Walk“ hörbar aus den „Houses Of The Holy“-Aufnahmen stammt. Dann gibt es noch ein Tribut an Bonham in Form des Schlagzeugsolos „Bonzo’s Montreux“, im September 1976 im Mountain Studio in Montreux aufgenommen, welches von Jimmy Page noch ein paar elektronische Effekte verpasst bekam. Und dann sind noch drei Songs, die es aufgrund der begrenzten Spielzeit damals nicht auf „In Through The Out Door“ geschafft hatten: „Ozone Baby“ wirkt etwas konfus, während „Darlene“ mit Piano den Geist des Southern Rock atmet, man denkt gleich an LYNYRD SKYNYRD. Das treibende, ungezügelte „Wearing And Tearing“ ist dagegen ein sehr ungeschliffener Rocker, der fast schon an Punk grenzt. War ursprünglich mal für eine Single im Jahr 1979 geplant, kam aber nie zustande. Natürlich fehlt „Coda“ ein wenig der rote Faden, wie ihn die anderen Alben von LED ZEPPELIN haben, lieblos zusammengestückelt wirkt es dennoch nie, wenn es auch richtige Highlights selbstredend nicht gibt. Wäre doch tatsächlich viel zu schade gewesen, diese Songs in einer Schublade verstauben zu lassen.

Wie alle Deluxe Editionen der Re-Releases von LED ZEPPELIN ist auch „Coda“ randvoll gepackt mit Bonustracks, in diesem Fall sogar verteilt auf gleich zwei CDs. Bei den zusätzlichen 15 Songs handelt es sich um alternative Versionen von Albumtracks wie dem bislang unveröffentlichtem Rough Mix, quasi die Urfassung von „When The Levee Breaks“ unter dem Titel „If It Keeps On Raining“, oder das bisher ebenfalls unveröffentlichte „Desire“ alias „The Wanton Song“. In diese Kategorie fallen noch der Instrumental Mix von „Poor Tom“ oder der Alternative Mix von John Bonham zu seinem Schlagzeugsolo „Bonzo’s Montreux“. B-Seiten oder Compilation-Beiträge wie „Hey, Hey, What Can I Do“ oder „Travelling Riverside Blues“. Sehr interessant sind die Aufnahmen aus Bombay, die 1972 während der Indienreise von Page und Plant zusammen mit dem Bombay Symphony Orchestra entstanden, namentlich „Friends“ und „Four Sticks“ (hier: „Four Hands“), die nun erstmals offiziell veröffentlicht wurden. Das älteste Stück ist die zappelige Blues Jam „Sugar Mama“ aus dem Jahr 1968, aufgenommen in den Olympic Studios im Rahmen der Sessions zum Debütalbum. Aus dieser Session stammt ebenfalls „Baby Come On Home“. „Travelling Riverside Blues“ stammt aus einer BBC-Session 1969, während das bisher unveröffentlichte Instrumental „St. Tristan’s Sword“ aus den Aufnahmen von „Led Zeppelin IV“ rührt.

Insbesondere mit diesen beiden Companion Discs bietet „Coda“ wirklich alles, was man als LED ZEPPELIN Fan braucht. Der Sound wurde von Jimmy Page mit Feingefühl verbessert. Erhältlich ist „Coda“ neben der Deluxe Edition auch als Download, reguläre CD, Einfach- und Dreifach-Vinyl sowie eine Super Deluxe Edition Box für Reiche (3-fach CD und LP, HD Audio Download Zugang, 72seitiges Buch).

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14.09.2015

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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