Mörker - Skuggornas Rike

Review

Nachdem uns MÖRKER zuletzt mit ihrem gelungenen Demo „Den Sista Utferden“ beglückten, legen sie nun ihr mit Spannung erwartetes Debut „Skuggornas Rike“ nach. Die drei Dunkelwichtel spielen eine schwarzmetallische Mischung mit Anklängen an ältere DIMMU BORGIR, WINDIR und ähnliche Nordmänner. Sie bedienen sich krächzender Vocals, akustischer atmosphärischer Gitarrenlicks und dezent eingesetzter Keyboards. Klare saubere Soli unterstreichen die zumeist epische Stimmung der Songs.

Überhaupt ist es keine nordisch-rasende Panzerattacke, die hier gefahren wird, sondern eher ein Ausflug in verschneite Landschaften voller Anmut und karstiger Schönheit, bisweilen blickt das müde Auge mit wehmütiger Trauer auf den zurückliegenden Weg, dabei wird jedoch stets das andere hellwache Auge euphorisiert nach vorne gerichtet, weil hinter der Ödnis auch goldene Verheißung wartet…

So zaubern MÖRKER auf ihrem neuen Opus eine vielversprechende einschmeichelnde Melodie nach der anderen aus dem verschneiten Ärmel, ein wenig Hall und die variablen Drums umrahmen die stimmungsvollen Songs. Der kratzige, verzweifelte Gesang kontrastiert stark mit der ergreifenden Musik. „Kristendomens Intåg“ erinnert wie auch „Evig Vinter“ in Bezug auf Stimmung und triumphale heroische Emotionen ein wenig an WINDIR zu 1184-Zeiten, diese weiche Atmosphäre, der Wanderer umgeben von erhabenen, majestätisch aufragenden Bergschluchten… Auch SUMMONING können als Referenz genannt werden, obwohl MÖRKER keineswegs marschartige Songs komponieren, eher in Bezug auf Weite und Klarheit des Liedgutes. Dagegen kann eine Nähe zu „romantischen“ Blackmetalbands“ wie z.B. FEAR OF ETERNITY (glücklicherweise) nicht konstatiert werden.

MÖRKER haben auch eine Vorliebe für traditionelle Klänge: Wie DIMMU BORGIR in alten längst vergangenen Zeiten baut die Band gelungene klassische Soli nordischer Prägung in ihre Tracks ein. Zudem finden sich, ähnlich wie bei MISTUR, SIGTYR oder MYRKGRAV, bei MÖRKER auch im instrumentalen Bereich immer wieder durchaus gelungene Reminiszenzen an Valfar bzw. WINDIR, deren Erbe somit bereits von einigen Bands auf unterschiedliche Weise auf den Schild gehoben und hochgehalten wird.

Die sanften Keys werden im Hintergrund einprägsam eingesetzt und dienen nicht nur der Untermalung der Songs, wobei vollständig auf Bombastkleister verzichtet wurde. GRIEF OF EMERALD haben das auf ihrem Opus „Nightspawn“ bei dem ein oder anderen Track auch mal in ähnlicher, allerdings zackigerer Weise gemacht: effektvoll akzentuierte Tastenklänge heben einen traurig-aggressiven Refrain aus dem Song heraus und verschaffen diesem Wiedererkennungswert.

Bei allen Hinweisen auf musikalische Vorbilder wahren MÖRKER jedoch immer eine eigene Identität, weswegen die fast 60 minütige Dunkelsinfonie auch stets spannend bleibt. Zwar sind sie nicht gerade innovativ, aber in diesem Genre macht ihnen so schnell kaum einer was vor. Und das ein oder andere Déjà-vu macht das Werk noch interessanter.
Wer die obengenannten Bands zu seinen Favoriten zählt und melodisch-atmosphärischen Blackmetal mit ein wenig Viking-Schlagseite schätzt, kann hier blind zugreifen. Wirklich ein richtig gutes Debut!

12.11.2006

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2 Kommentare zu Mörker - Skuggornas Rike

  1. blotgroppe 0 sagt:

    Es ist schon eine bemerkenswerte Feststellung, wenn einem auf der Suche nach den großen, beeindruckenden, nachhaltigen oder sonstwie packenden Momenten einer Platte nur die Melodie der extroductio einfällt.
    Die hat zwar nicht viel mit dem vorangegangenen Material zu tun, schafft es aber, das zu vemritteln, was vorher nicht gelang, nämlich Melancholie, Erhabenheit und eine gewisse Schwere.
    Der Rest lässt sich im wesentlichen durch die Abwesenheit all dieser Dinge bezeichnen, während Schema F-Schwarzstahl auf unspektakulär e und belanglos dudelnde Tasten trifft, begleitet von uninspiriertem Standard-Gekrächze.
    Zuletzt lässt sich nur sagen, dass man sich bitte, falls man doch diesen Fehlkauf getätigt haben sollte, nicht von weiteren Northern-Silence-Veröffentlichungen fernhalten lasen darf.
    Jede Kunstgallerie hat nuneinmal ihre Missgriffe, die die anderen Exponate aber nur noch umso mehr erstrahlen lassen.

    6/10
    1. da steffe sagt:

      für mich eine hammer scheibe. düster und melodisch mit abwechslungsreichen drum- und guitarparts.

      10/10