Marrasmieli - Martaiden Mailta

Review

Eine besonders helle Fackel tragen die Finnen MARRASMIELI aus dem Norden her. Kollege Thorbrügge erwähnte es im “Durch die Lappen gegangen 2020”-Special bereits lobend: Das Quintett ist ein heißer Tipp für Fans von MOONSORROW und HAVUKRUUNU. Genau diese sollten erneut aufmerksam lesen und sich “Martaiden Mailta” eiligst auf den Zettel notieren.

MARRASMIELI liefern Qualität

Man hört den Fünfen auf alle Fälle kaum an, dass sie gerade erst ihr zweites Album veröffentlichen und mehrheitlich allesamt die runde Dreißig noch nicht passiert haben. MARRASMIELI besitzen großes Talent im Erschaffen von archaischer Atmosphäre, die ganz ohne Disney- oder Herrenmenschenfantasien auskommt. Auch mal schön. Zudem beweisen sie ständig ein Händchen für starke, epische Melodieführungen, die niemals aufdringlich und stets zielsicher platziert sind. Allein der erste Song “The Forest Of My Soul” besticht durch eine Spannungskurve, die keine der zehn Minuten Spielzeit je in die Länge zieht. Geschickt werden Dynamiken mit akustisch-folkloristischen Parts oder traditionellen Heavy-Metal-Anleihen eingearbeitet, doch sind die Wurzeln des MARRASMIELI-Sounds Black Metal und Folklore.

Zwar sparen auch MARRASMIELI nicht an traditionellen Folk-Instrumenten wie Akkordeon oder Flöten, doch sind diese in ihrem Sound eigentlich immer Akzente beziehungsweise kurzzeitige Effekte. Wer von solchen Spielereien (wie der Verfasser dieser Zeilen) also üblicherweise schnell genervt ist, kann beruhigt sein: Die Folk-Anteile runden das Bild ab, sie dominieren es aber nicht unangenehm. Überdies muss gesagt werden, dass “Martaiden Mailta” wirklich cool produziert ist. Schlagzeug und Saiteninstrumente klingen warm und organisch, der Gesang kratzt ähnlich schön wie auf den Highlights von MOONSORROW.

“Martaiden Mailta” sollte man sich merken

Gewiss könnte das alles noch ein Stück origineller sein. Da ein erschreckend großer Teil der aktuellen Pagan-Metal-Bands es allerdings präferiert, neue Dimensionen der Fremdscham zu erkunden, statt gute Musik zu erschaffen, sind MARRASMIELI jedoch ein Segen. “Martaiden Mailta” macht Spaß, ist von vorn bis hinten mitreißend und absolut überzeugend. Bitte weiter so!

01.04.2022

Redakteur | Koordination Themenplanung & Interviews

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6 Kommentare zu Marrasmieli - Martaiden Mailta

  1. Watutinki sagt:

    Das Cover ist so künstlich und langweilig, dass ich erst mal nix erwartet habe. Die Mucke ist aber weitaus origineller, als man es erwarten könnte und weiß in Ansätzen auch durchaus zu gefallen. Allerdings passt das Cover nicht wirklich zur Stimmungslage, die Musik ist deutlich flotter und lebendiger. Tlws. wäre weniger in jedem Fall mehr gewesen, von daher weiß ich nicht so recht, in welche Stimmungslage mich die Musik versetzen möchte. Konzentriert man sich aber rein auf die musikalische Darbietung, weiß das durchaus zu gefallen. Auch die Produktion ist schön griffig und nicht zu glatt.
    In jedem Fall hat die Band enormes Potential und muss und wird sicher auch noch etwas reifen. Bislang kenne ich auch nur den Videosong, von daher bin ich durchaus gespannt auf das Gesamtwerk und die weitere Entwicklung.

  2. Stormy sagt:

    @Watutinki
    Gute und interessante Ausführungen, auch hinsichtlich des Covers. Einen wichtigen Punkt lässt Du aber außen vor. Wie passen Deiner Meinung nach Musik und Text zusammen und wie ist es im Verhältnis Cover zu Text?

  3. nili68 sagt:

    Am wichtigsten ist das Logo, das weiß doch jeder, der Bandname, das Label, wie viele Fans die haben.. eigentlich alles, bis auf die Musik. 😉
    Erinnert mich vom Flair an Winterfylleth, allerdings ohne das Niveau zu erreichen. Das ist einfach wissenschaftlicher FAKT und steht nicht zur Diskussion. Schlecht ist es aber nicht. So 7,5 Punkte..

  4. Watutinki sagt:

    Für mich gehört zum Cover immer auch das Logo, beides ist hier nicht wirklich gelungen. ;))
    Besser als Winterfylleth finde ich die Mucke auch nicht, aber trotz ähnlicher Ausrichtung, auch nicht ganz vergleichbar.

  5. nili68 sagt:

    Manchmal kommt mir einfach eine Band als Vergleich in den Sinn. Ich denk‘ mir dann, das wird ja schon seinen Grund haben, ohne das genauer zu analysieren.

  6. Andreas sagt:

    Ach nili68, du kannst doch keinen ISO-13320 Black Metal mit ISO 13320-2 Black Metal vergleichen. Wurde hier auch unlängst von der Beamtenmafia aufgeklärt, dass dererlei Anmaßungen tunlichst zu unterlassen seinen. 🙂