Moribund Oblivion - K.i.N. (Killer Is Nowhere)

Review

MORIBUND OBLIVION gehören wohl zu den exotischsten Bands, die sich der Black Metal-Stilistik verschrieben haben. In ihrer türkischen Heimat gehören sie zu einer der bekanntesten Metal-Bands und erfreuen sich ständig wachsender Beliebtheit und Unterstützung durch Präsenz in lokaler Presse und TV. Nun haben sie es endlich geschafft einen Vertreter zu finden, der die osmanische Legion auch in unseren Breitengraden bekannter machen will. Mit ihrem mittlerweile vierten Longplayer machen sie klar, dass sie es geschafft haben, sich von ihrem eh hochgesetzten Niveau noch weiterzuentwickeln und zu einer hochanspruchsvollen, professionellen Band gewachsen sind, die nicht nur dem dunklen, melodischem Black Metal fröhnt, sondern auch Tendenzen hat, erfolgreich im melodischen Death Metal- und sogar dem härteren Gothic Metal-See zu schippern und somit mit „K.i.N (Killer Is Nowhere)“ eine gelungene, runde Scheibe bietet.

Mit dem Eröffner „God Send“ wirkt „K.i.N.“ zunächst unscharf, was sich aber nicht an der Qualität des Songs ausmacht, sondern an der undifferenzierten Produktion. Man möchte meinen, dass sich diese Überladung durchgehend bemerkbar macht, aber der neblige Schleier verflüchtet sich kurze Zeit später und macht Platz für Klarheit. Keyboardunterstützt erschaffen MORIBUND OBLIVION eine Wand an Härte, ungebremstem Tempo und dunklen Riffs skandinavischer Natur, die den Hörer anfangs überfordern mag. Jedoch lockert sich dieses starre Korsett durch gezielt eingesetzte Mid-Tempo-Passagen, Akustik-Gitarren-Einsatz und flexiblen Vocals zwischen Screams, Growls, Flüstern und klaren Gesängen auf und so gewinnt „K.i.N.“ mit der Zeit deutlich an Struktur. Obwohl man orientalische Einflüsse vorrangig zu erwarten mag, gibt es bei MORIBUND OBLIVION dennoch keine merkwürdigen Experimente auszumachen. Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche und schaffen es auch ohne unnötige Spielereien durch effizientes Songwriting und der innovativen Gitarrenarbeit dem Hörer einen angenehmen, wohligen Schauer über den Rücken zu jagen. Soviele Stimmungswechsel innerhalb eines Songs gibt es selten. Hier wird nicht nur sinnlos drauflosgetrampelt, sondern mit viel Geschick für kleine Details gearbeitet. So mag man bei „Blind Guide“ durch das Bass-Interlude einen rockigen Song erwarten, der sich jedoch mit der Zeit zu einem Hit entwickelt, der mich unweigerlich an die schwedischen Gothic-Doomer von DRACONIAN denken lässt.

Unbeholfen dagegen wirkt doch das flapsige Englisch. Mit Songtiteln wie „Come Back“, „Never Forgot“, „I Will Bury“ oder „Did Your Soul Tell Lies To You?“ würde man nicht davon ausgehen, es erstens mit einer ernsthaft agierenden Band zu tun zu haben, die sich zweitens noch in dem Black Metal-Metier bewegt. Da würde ich doch eher vorschlagen bei der Muttersprache zu bleiben, um peinliche Übersetzungsfehler zu vermeiden.

MORIBUND OBLIVION ist mit „K.i.N.“ zwar nicht der ganz große Wurf gelungen, dafür ist das Gesamtwerk doch ein wenig zu überladen, um in einem Durchlauf zu begeistern. Es ist dennoch, von jedem einzelnen Song gesehen, ein überdurchschnittliches Album, das denjenigen die Ohren öffnen sollte, die sonst nur selten über ihren gewohnten „Black Metal kann nur aus Skandinavien“-Tellerrand blicken. Vor allen Dingen mag es auch denjenigen zusagen, denen der pure Black Metal zu hart und eintönig vorkommt. MORIBUND OBLIVION bewegen sich effektiv in mehreren Stilistiken und bieten somit auch denjenigen, die sonst nichts mit dem Genre zu tun haben, eine willkommene Abwechslung.

01.12.2008

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