Napalm Death - Utopia Banished

Review

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Nicht umsonst ist „Utopia Banished“ für viele eines der besten, wenn nicht sogar das beste Album der britischen Krawallbrüder NAPALM DEATH. Auf der Scheibe wurde alles vereint, was ein gutes Album ausmacht. Angefangen beim Sound, der durch die Bank weg alles niederknallt, was sich in den Weg stellt, über die Songs, die allesamt einwandfrei sind, bis hin zum absolut gelungenen Artwork, das alles hat, wofür NAPALM DEATH jemals standen und was man von dieser Band erwartet.

„Utopia Banished“ besteht im Grunde ausschließlich aus Killersongs, die man komplett als „first class“ bewerten kann. Beginnt die Scheibe mit einen industrialisiertem, beschwörerischen Intro, hagelt es mit „I Abstain“ und „Dementia Access“ sofort die ersten saftigen Ohrfeigen. Nachdem „Christening Of The Blind“ dann ein klein wenig differenzierter wirkt, regnet es gleich danach bis zum Ende des Albums nur noch reinen, fiesen Napalm-Zunder, der kein Auge trocken lassen dürfte.

Mit ihrer perfekten Mischung aus Grindcore- und Death-Metal-Elementen trafen NAPALM DEATH exakt den Zahn der Zeit und bewegten sich zwischen diesen beiden Stilen so sicher und fließend hin und her, dass man im Grunde selbst heute noch kaum ausmachen kann, wo man „Utopia Banished“ denn nun überhaupt genau einordnen soll. Spielt auch letztendlich absolut keine Rolle, denn die Scheibe ballert so gnadenlos, dass es vollkommen egal ist, ob nun der Grind- oder Death-Anteil überwiegt. Fakt ist, dass wir es hier mit einem Top-Release zu tun haben, alles andere ist also unwichtig.

Der Sound von Colin Richardson ist superfett und besonders die Drums peitschen wahnsinnig geil nach vorne. Die Gitarren sägen wie Maschinen, der Bass brummt jedes noch so kleine Klangloch dicht und Frontsau Barney brüllt so angepisst und extrem wie nie zuvor. Von jedem einzelnen der beteiligten Musiker wurde hier eine absolute Topleistung gebracht. Man spürt in jeder Note förmlich den Druck, den die Jungs rüberbringen wollten, was „Utopia Banished“ zu einem durch und durch gelungenen Ausnahmealbum werden lässt.

Egal ob „The World Keeps Turning“, „Idiosyncratic“, „Aryanisms“, „Got Time To Kill“ oder „Upward And Uninterested“, jeder Song knallt dir so dermaßen die Hucke voll, dass selbst der härteste Stiernacken bis zur Schwerstbehinderung zerbersten dürfte. Im Grunde hätte hier jeder Titel des Albums als Tipp stehen können, denn schwache Songs gibt es keine. Selbst der langsame, schwermütig statische Rauswerfer „Contemptuous“ wirkt keineswegs unpassend und erledigt mit seinem vorzüglichen Industrial-Ambiente und den einleitenden Worten „I am in a world of shit….“ den Rest und bildet somit den Krönenden Ausklang dieser Veröffentlichung.

Textlich wird wie gehabt immer wieder auf dem kränkelnden System herumgehackt und politische Missstände vor Augen geführt. Wenn es darum geht, kluge politisch ambitionierte Texte zu schreiben und sie adäquat rüberzubringen, gehören NAPALM DEATH seit jeher definitiv in die erste Reihe der Bands, die ihren Job mehr als gut machen.

Wenn man bedenkt, dass dieser musikalische Gewalteinlauf bereits 1992 veröffentlicht wurde und er bis heute trotzdem nichts an seiner Intensität und Aussagekraft verloren hat, kann man letztendlich nur von einem Kultalbum sprechen. „Utopia Banished“ gehört demnach in jede gepflegte Sammlung extremer Musik.

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01.03.2007

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