Saga - The Human Condition

Review

Galerie mit 42 Bildern: Saga – live in Köln 28.04.2017

Nun liegt es also vor, das erste SAGA-Album nach dem Ausstieg von Ausnahmesänger Michael Sadler. Zeit genug hatte man ja, sich damit abzufinden, dass bei den Kanadiern einiges anders werden würde, denn der charismatische Frontmann hat der Musik von SAGA nicht nur durch seine markante Stimme seinen Stempel aufgedrückt. Auch beim Songwriting war Sadler eine der tragenden Säulen, und nun muss der Sound von SAGA eben anderweitig gestützt werden.

Der Neue am Mikrofon heißt Rob Moratti, war vorher bei der Rock-Band FINAL FRONTIER aktiv und klingt ziemlich anders: Höher, sanfter, aber auch braver. Moratti ist sehr darum bemüht, die Gesanglinien möglichst einwandfrei einzutüten und ein schönes Vibrato anzuhängen. Da könnte noch ein wenig mehr Souveränität kommen, aber wer will das von jetzt auf gleich verlangen?!

Die Songs hingegen folgen dem Pfad, den SAGA im Progressive Rock eingeschlagen haben, und mehr noch: Der Opener „The Human Condition“ klingt wie ein Song, der schon immer mal hätte kommen können, dessen Kompromisslosigkeit aber überrascht. Im Grunde ist das Stück ein knapp siebenminütiges Instrumental, bei dem sich Gitarrist Ian Crichton und Keyboarder Jim Gilmour ein musikalisches Wettrennen liefern und das nur durch ein kurzes Break unterbrochen wird. Dort ist zum ersten Mal die Stimme von Rob Moratti zu vernehmen, wenn auch durch einen Vocoder gedreht. Das folgende „Step Inside“ klingt wesentlich düsterer und lebt zu einem guten Teil von den geschwungenen Vocallines des dunkelhaarigen Sängers. Das hätte mit Michael Sadler definitiv anders geklungen, macht aber in dieser Form eine gute Figur. Demgegenüber ist „Hands Of Time“ eine Halbballade mit luftigen Akustikgitarren, während bei dem äußerst positiven „Avalon“ erstmals Jim Gilmour Backingvocals beisteuert. Teils ein wenig zu lieblich, aber typisch SAGA. Letzteres trifft auf jeden Fall auf „A Number With A Name“ zu. Irgendwie klingt der Track altbekannt, ist aber dennoch einer der Höhepunkte auf dem neuen Album. „Crown Of Thorns“ wiederum lebt viel von der Gitarrenarbeit von Ian Crichton, und beim finalen „You Look Good To Me“ steuert er ein Eingangsriff bei, das beim Hörer ein breites Grinsen auslöst, erinnert es doch nicht nur dezent an „You’re Not Alone“.

Aber bei allen Rückblicken auf vergangene Alben klingt „The Human Condition“ ziemlich eigenständig, was natürlich in erster Linie an der neuen Stimme von SAGA liegt. An ein Werk wie „Trust“ kommt das neue Album nicht heran, denn dafür fehlt einfach die Vielzahl an großen Hits: Der Titeltrack, „Step Inside“ und „A Number With A Name“ sind aber starke Stücke, wohingegen sich in der anderen Richtung auch kein echter Ausfall auf das Album geschlichen hat. Insofern ein gutes Album – mal sehen, wie sich SAGA in Zukunft schlagen werden: Es bleibt auf jeden Fall spannend.

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03.04.2009

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