Skaphos - The Descent

Review

Galerie mit 24 Bildern: Skaphos - March Of The Unbending Tour 2025 in Bochum

SKAPHOS aus Frankreich veröffentlichen mit „The Descent“ ihr viertes Album. Dieses erste Werk auf dem Szene-Label Les Acteurs de l’Ombre Productions führt in mehrerlei Hinsicht in die Tiefen.

Führt in die Tiefen

„The Descent“ kann man nicht wirklich als Nachfolger von „Cult Of Uzura“ (2025, Label Transcending Obscurity) betrachten. Das 2018 gegründete Quartett aus Lyon hat für ihr neues Album auf altes Material der ersten beiden, von SKAPHOS selbst veröffentlichten Alben „Bathyscaphe“ (2020) und „Thooi“ (2022) zurückgegriffen und einige der Songs neu arrangiert und neu aufgenommen. Musikalisch wie optisch scheinen die Franzosen von H.P. Lovecraft inspiriert.

SKAPHOS scheinen von H.P. Lovecraft inspiriert

Schon das Cover-Artwork verspricht unheimliche, abgründige Tiefe, den unausweichlichen Tod durch ein Ungeheuer, das in der abgründigen Finsternis der Tiefsee wartet. Musikalisch setzen SKAPHOS auf einen hinabziehenden, zerstörerischen Strudel aus dissonantem Black und druckvollem Death Metal. Eigenwillig, aggressiv stürmisch, beunruhigend und gleichzeitig geheimnisvoll mythisch atmosphärisch, cineastisch. Irgendwo in der Schnittmenge von THE GREAT OLD ONES, BEHEMOTH, IMMOLATION, SULPHUR AEON, AKLYHS und SEPULCHRAL CURSE. Erdrückend verdichtet, schwer.

„Nese Ends“ gibt in massivem Sound die Marschrichtung von SKAPHOS vor. Atmosphärisch und aggressiv zugleich, Tremolo-gepickte, teils dissonant sägende Gitarren, wuchtiges Schlagzeug, wütende Growls und gequälten Screams, dann wieder ruhig-atmosphärisch, melancholisch cineastisch. Dunkle Bilder zeichnen sich vor dem inneren Auge, was sich da tief unten im Schwarz an Geheimnissen verbergen mag. Wir sind in der Welt von Lovecraft, wir sind im Abgrund.

Wir sind im Abgrund

Melodisch und zugleich rasend, „Okean“ ist ein Sturm aus tosendem Blackend Death Metal, auch hier wieder unterbrochen von ruhigeren Passagen. Leider wirkt das Schlagzeugspiel hier etwas zu eindimensional. „Mireborn“ ist minimalistischer angelegt mit repetitiven Riffs und melodischen Leads. SKAPHOS sind stärker in „Ube“, in dessen Fokus eine prägnante, traurige Melodielinie der Lead-Gitarre liegt, die stark verhallte Stimme unterstreicht die finstere Atmosphäre.

Weitere Höhepunkte auf „The Descent“ sind das schleppend-doomige, dissonant atmosphärische „The Horror Squid“ und das abschließende, aggressive „Mariana Tomb“ mit distanzierter Lead-Gitarre und einem Ende mit tiefen Growls und Akustikgitarre.

Verglichen mit „Cult Of Uzura“ betonen SKAPHOS auf „The Descent“ etwas stärker ihre melodische Seite, was zu Lasten der Durchschlagskraft geht. Demgegenüber ist das teils exzessive Schlagzeug in der Produktion doch zu dominant. Die überwiegende Anzahl an Songs ist gelungen arrangiert und atmosphärisch stimmig, die eine oder andere zwingendere Hook würde SKAPHOS aber gutstehen. Im Großen und Ganzen ist aber alles im grünen, äh, schwarzen Bereich.

SKAPHOS – Im schwarzen Bereich

SKAPHOS bieten mit „The Descent“ stimmigen, abgründigen Blackened Death Metal Lovecraft’scher Atmosphäre mit einem etwas melodischeren Ansatz.

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16.04.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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1 Kommentar zu Skaphos - The Descent

  1. ClutchNixon sagt:

    Musikalisch von Lovecraft inspiriert? Interessante Formulierung 🤔, aber sei es drum—das hier ist ganz okayer Formulas Fatal to the Flesh-Whorship mit’n büschen Portal und noch viel mehr Reverb, aber womöglich klingt er ja so, der Ozean. Musikalisch jetzt.

    6/10