The Spirit - Cosmic Terror

Review

Galerie mit 14 Bildern: The Spirit - Album Release Tour 2020 in Berlin

„Cosmic Terror“ heißt das zweite Studioalbum der 2015 gegründeten Black-Deather THE SPIRIT, die 2017 in Eigenregie und 2018 über Nuclear Blast ihr Debüt „Sounds From The Vortex“ vom Stapel ließen und sich anschließend recht schnell einen Namen in der Szene machen und ihre Musik auf die Bühnen bringen konnten. Sie mussten schnell an ihren Aufgaben wachsen, haben diese Herausforderung gemeistert und stehen nun mit neuem Label für einen weiteren Release mit anschließender Tour in den Startlöchern.

Der Begriff „Cosmic Terror“ findet sich bereits in den Lyrics zu „The Clouds Of Damnation“ auf „Sounds From The Vortex“ und ist bezeichnend für die Ehrfurcht angesichts unseres Ausgeliefertseins an Kräfte, die alles für uns Vorstellbare übersteigen. So weit die Theorie, denn wirklich in die Karten schauen lassen sich THE SPIRIT nicht, wenn es um die Inhalte ihrer Texte geht. Über ein weiteres Themengebiet, die Misanthropie, ließ sich Bandkopf MT im Interview dann aber doch ein paar kurze Zeilen entlocken.

„Cosmic Terror“ und der kontinuierliche Sog nach unten

Auf „Cosmic Terror“ bleiben THE SPIRIT dem Stil des für ein Debütalbum schon sehr ausgereift klingenden Vorgängers, der vom rezensierenden Kollegen damals zu Genüge mit den einschlägigen Inspiratoren verglichen wurde, treu. Das Stichwort „frostig“ kommt einem auch hier in den Sinn, wenn einem über weite Strecken ein zu Klang gewordener Eisregen entgegenpeitscht, der bereits mit dem Einstieg in den Opener „Serpent As Time Reveals“ beginnt. Verstärkt wird der kalte, gar feindselige Eindruck durch die sehr schwarz geprägten Vocals und Texte, die einen nach und nach in einen Zustand willkommener Resignation sinken lassen.

THE SPIRIT spielen allerdings mit verschiedenen Stimmungen und nutzen vor allem deathige Parts, Melodien und Tempos, um dem Hörer eine Verschnaufpause von der Abwärtsspirale zu gönnen, bevor sie ihm erneut den Boden unter den Füßen wegreißen. Vor allem „The Path Of Solitude“ – längstes Stück und hier als besonderer Tipp zu nennen – mäandert hier zwischen den Welten. Der instrumentale Titeltrack „Cosmic Terror“ bietet auf ähnliche Weise interessante Momente und schließt als Rausschmeißer den kathartischen Prozess ab.

THE SPIRIT: Bald Pflichtprogramm?

Sowohl handwerklich als auch bei der Produktion haben THE SPIRIT den Schritt nach vorne gemacht, den man bei einem zweiten Album erwarten würde. Sie erreichen damit einen dichteren und differenzierteren Sound, ohne dabei aber zu glattgebügelt zu klingen. Zu bemängeln ist ein gewisses Maß an Ähnlichkeit, das viele der Stücke gerade bei der Gitarrenarbeit zeigen. Die dadurch entstehende Handschrift hat aber einen Wiedererkennungswert, der den Songs eine Einprägsamkeit – nicht zu verwechseln mit Eingängigkeit – verleiht. Für Genrefans dürften THE SPIRIT bald zum Pflichtprogramm gehören. Genrefremde und Zaungäste werden dagegen etwas länger brauchen, um sich mit „Cosmic Terror“ anzufreunden. Beharrlichkeit zahlt sich in diesem Fall allerdings aus.

31.01.2020

headbanging herbivore with a camera

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13 Kommentare zu The Spirit - Cosmic Terror

  1. Steppenwolf sagt:

    Geiles Teil…. und das Album ist auch ganz gut!

  2. daniel sagt:

    dissection style vom allerfeinsten !!!! kommt definitiv in den februar einkaufskorb !!! mit god dethroned und hsb !!!!

  3. BlindeGardine sagt:

    Jau, die totale Dissection-Huldigung bringt derzeit niemand besser. Und da es Dissection ja (zum Glück) nicht mehr gibt mag ihnen der Mangel an Eigenständigkeit auch verziehen sein.

    1. daniel sagt:

      der durchgeknallte typ hinterlässt leider einen sehr faden beigeschmack trotz toller musikalischer leistung !! so sei es eben !! nicht schlimm wenn es so jungs gibt die es mindestens genauso gut hinbekommen !! freu mich auf die platte !! das debut war schon mal ne ansage !!

    2. Huetti sagt:

      Dann höre dir mal die Alben von Thulcandra an!
      Das sind die Alben, die man von Dissection nach der „Storm…“ erwartet hätte. 1:1 der Sound und auch vom Songwriting extrem Nahe an den ersten beiden Scheiben der Schweden…

      1. ClutchNixon sagt:

        Jawollo!

  4. redrider sagt:

    Hab da mal reingehört…genial wie dissenction hier gehuldigt werden…schon bestellt🤘

  5. royale sagt:

    jo ist ganz okay, das Album davor fand ich etwas besser, obwohl sie da noch bei NB waren. Das hier ist mir dann doch zu glatt gebügelt. Erinnert wirklich stark an Dissection, aber mit denen konnte ich auch nicht wirklich was anfangen.
    Naja mal sehen ob sie live überzeugen können.

    1. Watutinki sagt:

      Ich sehe das wie Du, eigentlich ziemlich gut, andererseits viel zu glatt gebügelt. Wird man daher morgen schon wieder vergessen haben.

      6/10
  6. BlindeGardine sagt:

    Der ersteindruck hat sich bestätigt, fetzt von vorne bis hinten. Da muss sich der herr kummerer ordentlich in die riemen legen falls er thulcandra noch mal reakiviert.

    9/10
    1. ClutchNixon sagt:

      Joa, will ich nich sagen…

      8/10
  7. Schraluk sagt:

    Saustarke Platte, wenn auch ein wenig überproduziert. Dissection ist (leider) tot, lang lebe The Spirit. Zwei solch starke Scheiben zu Beginn einer Bandkarriere, das muss man erstmal hinbekommen. Bei AOP scheinen sie mir jetzt insgesamt auch besser aufgehoben. Allerdings sollten The Spirit an ihrer Live-Performance arbeiten, sie konnten mich vorgestern leider erneut nicht so wirklich abholen.

    9/10
    1. doktor von pain sagt:

      Deswegen fahre ich immer selbst zu Konzerten, auf diese Musiker ist kein Verlass. Badumm-disch!